Nachhaltigkeit ist ein positiver Trend, der langsam die Gesellschaft erreicht. Jeden Tag verschwendet die moderne Konsumgesellschaft unzählige Ressourcen, an denen es unserem Planeten irgendwann mangeln wird. Kohle, Gas und Öl werden in nicht allzu ferner Zukunft Geschichte sein. Da diese aber noch nicht gänzlich substituiert werden können, sollten wir ressourcenschonender Leben. Es gibt viele Möglichkeiten, um den Alltag nachhaltiger zu gestalten und so ein Stück zu einer müllfreieren und grüneren Welt beizutragen. Wir haben für Euch ein paar simple Tipps zusammengetragen.

Nachhaltigkeit vor Bequemlichkeit

1. Elektroschrott vermeiden: Reparieren statt Wegwerfen

Ein Leben ohne Elektrogeräte wie Computer, Spielekonsolen, Smartphone und Haushaltsgeräten ist heute kaum noch vorstellbar – wie die Amish wollen die meisten Menschen heute nicht mehr leben. Doch leider gehen die elektronischen Helfer immer schneller Kaputt und stellen eine herbe Belastung für Mutter Erde dar. Allein im Jahr 2014 belief sich der Elektroschrott auf unglaubliche 41,8 Millionen Tonnen – Tendenz steigend! Allerdings kann nur ein Sechstel davon wiederverwendet werden. Der Umwelt zuliebe sollte man also zunächst versuchen, das Produkt zu reparieren. Manchmal geht das sogar auf eigene Faust. Auf der Webseite von iFixit lassen sich zahlreiche Beschreibungen zur Instandsetzung ausgedienter Geräte finden. So spart Ihr nicht nur Geld für den Neukauf bzw. den Reparaturservice, sondern Ihr helft auch noch der Umwelt.

E-waste

Die gute alte „Röhre“ hat ausgedient und führt zu Tonnen von Elektroschrott, Quelle: Wikipedia/George Hotelling

Und landen die Geräte dann doch auf dem Schrott, so ist zu beachten, dass diese fachgerecht entsorgt werden müssen. Kleine Geräte wie Smartphones oder mp3-Player werden von den Händlern zurückgenommen und entsorgt, große Geräte müsst Ihr aber selbst zum Recyclinghof fahren. Nur so kann das effektive Recycling von Edelmetallen sichergestellt werden.

2. Hilfe für Bedürftige: alte Kleidung spenden

Doch nicht nur Elektroschrott belastet die Umwelt. Haben geliebte Kleidungstücke ausgedient, landen sie nicht selten direkt im Müll. Im Jahr 2012 wurden weltweit rund 75 Millionen Tonnen an Textilien verbraucht, wovon etwa die Hälfte für Kleidung aufgewendet wurde. Doch der vermeintliche Müll ist womöglich der neue Schatz eines anderen. Anstatt alte Kleidung wegzuwerfen, bringt Ihr sie besser in einen Altkleider-Container oder in eine Sammelstelle einer gemeinnützigen Organisation. So helft Ihr Bedürftigen und schont die Umwelt.

Da man aber natürlich nur tragfähige, d.h. intakte Kleidung spenden sollte, landen die löchrigen Lieblingsstücke doch irgendwann im Müll. Zuvor geben sie manchmal aber noch einen passablen Lappen ab – ideal um die alte Fahrradkette mal wieder auf Vordermann zu bringen oder Fenster zu putzen.

Nachhaltigkeit

In solchen Containern werdet Ihr Eure Altkleider los

3. Lebensmittelabfälle vermeiden: Bewusster im Supermarkt einkaufen

Eine Studie der Universität Stuttgart ergab, dass jedes achte Lebensmittel weggeworfen wird. Pro Person ergibt sich so eine Menge von 82 Kilogramm an entsorgten Nahrungsmitteln – für ganz Deutschland sind das erschreckende 6,7 Millionen Tonnen. Die größten Anteile entfallen dabei auf Obst und Gemüse sowie Back- und Teigwaren, wie unsere Infografik zeigt. Wer seinen Einkauf sorgfältiger durchdenkt und weniger impulsiv auf die Jagd geht, kann hier bares Geld sparen und

Nachhaltigkeit

Verteilung der weggeworfenen Lebensmittel auf Produktgruppen, Quelle: Studie der Universität Stuttgart (2012)

4. Mitfahrzentralen nutzen

Die Klimabilanz eines PKW ist schlecht – besonders, wenn Ihr allein unterwegs seid. Besser für die Umwelt ist die Organisation von Fahrgemeinschaften. Wenn Ihr regelmäßig längere Strecken mit dem Auto zurücklegt, könnt Ihr zum Beispiel via blablacar nach Mitfahrern suchen und dabei ein wenig Benzingeld sparen. Oder Ihr hängt Euch selbst an andere Fahrer. So oder so, gemeinsames Fahren hilft, den Treibstoffausstoß zu reduzieren. Im Jahr 2013 konnten über die Plattform durch die Fahrten der deutschen Community schätzungsweise 91.000 Tonnen CO2 eingespart werden.

5. Die Zeit für einen Coffee-to-Sit nehmen

In jeder großen Stadt sieht man am Morgen Menschen mit den Pappbechern bekannter Kaffeeketten in der Hand. Und danach? Werden sie weggeworfen! Da kommt schnell ein riesiger Müllberg zusammen. Jede Stunde wandern laut Schätzungen der Deutschen Umwelthilfe allein in Deutschland rund 320.000 Pappbecher in den Müll. Besser: Sich einen wiederverwendbaren Kaffeebecher kaufen und den Koffein-Kick so zu sich nehmen. In der Mittagspause dann einen Kaffee in der Cafeteria genießen statt hektisch von A nach B zu stürzen.

Dieser Müll könnte ohne größere Schwierigkeiten verringert werden, Quelle: Flickr/Martin Ibert unter CC2.0

Dieser Müll könnte ohne größere Schwierigkeiten verringert werden, Quelle: Flickr/Martin Ibert unter CC BY 2.0

6. Wiederverwendbare Abschminkpads verwenden

Apropos Wiederverwendung: Die Damen unter Euch können Geld sparen und gleichzeitig nachhaltiger Leben, wenn sie statt Wattepads wiederverwendbare Abschminkpads benutzen. Nehmen wir einmal an, dass ausschließlich Frauen im Alter von 14 bis 64 Make-up tragen, dann entspricht das gut einem Drittel der Bevölkerung Deutschlands. Entfernen sie dieses täglich mit zwei Wattepads, dann werden so jährlich etwa 13,8 Milliarden Wattepads verbraucht. Um dieser Verschwendung von Ressourcen zu begegnen, kann man auf Abschminkpads umsteigen, die gewaschen werden und somit mehrmals verwendet werden können. Die Reinigungspads von Lamazuna kommen im 10er Pack und sind zirka 300 Mal waschbar.

So sehen die waschbaren Abschminktücher aus, Quelle:  Lamazuna

So sehen die waschbaren Abschminkpads aus, Quelle: Lamazuna

7. Kurzstreckenflüge vermeiden

Bilig-Airlines locken mit günstigen Preisen. Da kann der Flug im Inland so günstig sein wie die Reise mit der Bahn. Das Fliegen hat unter den Transportmitteln jedoch die schlechteste Öko-Bilanz. Nehmen wir beispielsweise die Strecke von Hamburg nach München. Eine Fahrt im ICE schlägt aktuell mit 142 Euro zu Buche, während ein günstiger Direktflug schon ab 130 Euro zu haben ist. Betrachtet man noch die um fünf Stunden längere Reisezeit, wenn man auf der Schiene unterwegs ist, dann fällt die Wahl schnell auf den Billigflieger. Doch Mutter Erde muss unsere Ersparnis schultern: Der CO2-Ausstoß liegt beim Flugzeug nämlich fast sechs Mal höher.

Gegenüber dem ICE1 verbraucht der ICE4 22 Prozent weniger Energie

Gegenüber dem ICE1 verbraucht der ICE4 22 Prozent weniger Energie 


Wie wichtig ist Euch ein nachhaltiger Lifestyle? Was unternehmt Ihr für den Umweltschutz? Schreibt uns in den Kommentaren und lasst uns diskutieren.

Quelle Titelbild: Flickr/EladeManu unter CC BY 2.0


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Politik, Kultur und Kunst sind meine Spezial-Themen. Wenn ich nicht für Bluemind oder meinen Blog Unangepasst schreibe, findet ihr mich entweder in der Ferne mit einem Literatur-Klassiker am Strand oder bei einer Ausstellung.