Mann von AIDS geheilt

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Jeder kennt die gefährliche Krankheit AIDS. Bislang gilt sie als unheilbar, jedoch gibt es einen Menschen auf der Welt, der nachweislich geheilt wurde. Wie es zu diesem unglaublichen Vorfall kam, erfahrt ihr bei uns.

Die Krankheit: AIDS

AIDS steht für Acquired immunodeficiency syndrome (erworbenes Immundefektsyndrom) und wird durch das HI-Virus (Humane Immundefizienz-Virus) ausgelöst. Im Jahr 2012 waren weltweit etwa 35 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert, wobei etwa 3,4 Millionen Neuinfektionen inbegriffen sind. HIV sorgt dafür, dass das Immunsystem des Körpers nicht mehr korrekt funktioniert und äußert sich nach einer Infektion mit Fieber und ähnlichen grippalen Erscheinungen.

Ist diese Phase von etwa einem Monat überstanden, treten nur noch wenige Beschwerden auf, doch das Immunsystem wird durch die Zerstörung von sogenannten Helferzellen weiter geschwächt. Ohne eine Behandlung kommt es nach etwa neun bis elf Jahren nach der HIV-Infektion zum Ausbruch von AIDS. Darunter ist der Nachweis des HI-Virus sowie einer AIDS-definierenden Krankheit zu verstehen. Zu diesen gehört beispielsweise das Kaposi-Sarkom, an dem auch Tom Hanks im Film Philadelphia litt. Hinzu kommen weitere Krankheiten, die von Bakterien, Viren und Pilzen nur ausgelöst werden können, weil das Immunsystem so stark geschwächt ist.

Läsion

Kaposi-Sarkom auf der Haut eines HIV-Patienten

Heilung von AIDS

Bisher galt AIDS zwar als behandel- jedoch nicht heilbar. Doch der Fall Tomothy Ray Brown machte Schlagzeilen und weckt die Hoffnung, dass die Unheilbarkeit nicht für alle Ewigkeit feststehen wird. Denn dieser Mann ist der erste und bislang einzige Mensch, der tatsächlich von der Krankheit geheilt wurde.

Der gebürtige US-Amerikaner wurde 1995 in Berlin positiv auf HIV getestet und erkrankte elf Jahre später an Leukämie – Blutkrebs – und erhielt daraufhin die übliche Behandlung: eine Chemotherapie. Nach dem dritten Behandlungszyklus zog sich der Krebs zurück. Da dieser aber häufig wiederkehrt, hilft langfristig nur eine Stammzellen-Spende aus dem Knochenmark, denn sie sind die Grundlagen der Körperabwehr. Das fremde Immunsystem kann den Krebs dann schnell besiegen, kann aber auch den eigenen Körper angreifen, sofern Spender und Empfänger nicht optimal zusammenpassen.

Während sich bei manchen Patienten kein einziger geeigneter Spender finden lässt, konnten für Timothy Ray Brown unglaubliche 232 mögliche Lebensretter – die meisten davon aus Deutschland – ermittelt werden. Die Ärzte entwickelten daraufhin einen tollkühnen Plan: Sie wollten sowohl die HIV-Infektion als auch die Leukämie durch eine Stammzellen-Spende heilen. Das war nur dann möglich, wenn ein ganz besonderer Spender gefunden werden könnte – nämlich einer, der gegen das Virus immun ist.

Kondom-Werbung, Quelle: BZgA

Kondom-Werbung, Quelle: BZgA

In Europa trifft das aufgrund eines Gendefektes auf etwa ein Prozent der Bevölkerung zu, sodass sich unter den potenziellen Spendern glücklicherweise ein Auserwählter befand. Im Jahr 2007 erhielt er dann erneut eine leichte Chemotherapie, eine Ganzkörperbestrahlung und die lebensrettende Stammzellenspende. Doch erst der zweite Anlauf glückte und sein Körper nahm das neue Immunsystem an. Bei nachfolgenden Tests zeigte sich, dass sowohl das HI-Virus als auch die Leukämie aus seinem Organismus entfernt werden konnten – eine bahnbrechende Leistungen.

Hoffnung für weitere Patienten?

Obwohl Timothy die Behandlung nicht jedem empfehlen würde, erwuchs durch seinen Fall die Hoffnung, die Krankheit tatsächlich besiegen zu können. Daher wird in den USA nach einer Gen-Therapie geforscht, die seine Heilung nachempfindet. Dadurch sollen Patienten künftig nicht mehr auf das große Glück bei der Spendersuche angewiesen sein.

Die Forschung basiert auf veränderten Eiweißen: den CD4- und CCR5-Proteinen. Das HI-Virus benötigt sie als Andockstelle, um ins menschliche Immunsystem zu gelangen. Da die Mutation beider Proteine, wie oben beschrieben, aber nicht allzu häufig vorkommt, kann nur in seltenen Fällen ein Spender gefunden werden, der das Merkmal in sich trägt. Daher haben Forscher versucht, diese nachzuahmen und zwölf Patienten zu injizieren.

Die Hälfte der Probanden wurde anschließend weiterhin das gängige Medikament zur Behandlung des HI-Virus verabreicht und die anderen sechs Patienten stoppten sie und dienten so als Kontrollgruppe. Daraufhin vermehrten sich die Viren innerhalb der Kontrollgruppe anfangs stark, nahmen dann aber langsam wieder ab – ein kleiner Erfolg, aber noch nicht die große Rettung. Wir drücken die Daumen für eine erfolgreiche Erforschung einer Heilung.


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Mich faszinieren besonders politische sowie wirtschaftliche Zusammenhänge in der Welt. Dazu recherchiere ich gern selbst und werde euch die Früchte meiner Arbeit regelmäßig präsentieren. Außerdem liebe ich Filme, sodass ihr euch auch auf das ein oder andere Review freuen dürft.