Viel wurde bereits über Urban Exploration geschrieben, auf Blogs und Social Media-Profilen teilen Menschen ihre Entdeckungen und machen Lust darauf, selbst einmal loszuziehen. In diesem Artikel klären wir die Definition, geben Einsteiger-Tipps, sagen dir was du unbedingt und auf keinen Fall bei der Erkundung eines Lost Place tun solltest. Außerdem haben wir eine Auswahl an Urbex Blogs für dich.

Definition – Was ist Urban Exploration?

Die eigenständige Erforschung urbaner Einrichtungen der Stadt bezeichnet man als Urbex oder Urban Exploration. Entdecker machen sich auf, um alte und verlassene Fabrikgebäude, Bunker, Kanalisationen oder nicht mehr genutzte U-Bahn-Tunnel zu entdecken.

Urban Exploration

Der verlassene Berliner Spreepark ist inzwischen einer der bekannteren Lost Places, Quelle: Flickr/Jan Bommes

Urban Exploration ist ein Trend mit einer zunehmenden Anhängerzahl. Es gibt Entdecker in den unterschiedlichsten Altersgruppen: Während  viele junge Leute oft den „Kick“ suchen, geht es älteren Explorern vor allem um das Feeling. Vereinsamte Orte haben einen oft morbiden Charme. Jeder Lost Place hat seine eigene Geschichte: Riesige Fabrikgebäude bildeten das Lebenszentrum tausender Arbeiter und stehen plötzlich leer. Unterirdische Bunkeranlagen wurden zur NS-Zeit gebaut und werden zu einem Lost Place.

Urban Exploration für Anfänger – Wie und wo fange ich an?

Manche Orte kennt jeder, der sich mit Urban Exploration beschäftigt. Diese Klassiker sind gute Urbex-Einsteigerorte. Sie werden in der Regel von einem Wachdienst Tag und Nacht beaufsichtigt, da es in der Vergangenheit zu Vandalismus kam. Zum Beispiel die Beelitzer Heilstätten, das Areal einer ehemaligen Tuberkulose-Klinik. Hier ließ sich bereits Adolf Hitler behandeln, Erich Honecker verbrachte vor seiner Flucht nach Russland seine letzten Tage in Deutschland hier, der Ort diente sogar als Filmkulisse für Operation Walküre mit Tom Cruise und Roman Polanskis Der Pianist.

Geführte Fototouren bringen dich dorthin. Anbieter wie go2know haben sich auf Lost Places spezialisiert. Viele erfahrene Entdecker lehnen Führungen ab, da nach ihrer Meinung der Reiz verloren geht. Gerade Anfänger sollten kein Risiko eingehen, können sich so völlig legal auf dem Gelände bewegen, erhalten historische Informationen und dürfen sich meistens völlig frei während der mehrstündigen Tour bewegen.

Urban Exploration

Heizanlage des ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerks in Engelsdorf bei Leipzig, Quelle: WIkipedia/Page-x

Dos – Unbedingt machen

  1. Die Kamera mitnehmen – Verlassene Orten bilden einzigartige Foto-Kulissen und sind oft abgeschieden gelegen. Perfekt, auch für Fotografie-Einsteiger, die ihre Skills verbessern möchten.
  2. Einen Freund mitnehmen – Zu Zweit könnt ihr aufeinander Acht geben und das Erlebte teilen.
  3. Vorsicht! Alte, ungenutzte Gelände bergen ein Gefahrenpotenzial. Alte Gebäude können einsturzgefährdet sein. Höre auf deinen Verstand und verzichte lieber auf eine Erkundung, wenn du ein schlechtes Gefühl hast.
  4. Finde die Urban Exploration Community in deiner Nähe – Du hast viele Gleichgesinnte, besonders in Großstädten wie Berlin oder Nürnberg gibt es viele, die gerne auf Tour gehen. Vernetze dich mit ihnen und tauscht Erfahrungen und Orte aus.

Don’ts – Was du auf keinen Fall tun solltest

  1. Etwas zerstören – Eigentlich selbstverständlich, leider kam es in der Vergangenheit oft zu Vandalismus. Wände wurden von Graffiti-Amateuren hässlich besprüht, Scheiben eingeschlagen, dem Zerstörungsdrang freien Lauf gelassen.
  2. Etwas klauen – Bei manchen Urban Explorern ist der Drang groß, sich ein Souvenir von ihrer Tour mitzunehmen. Sei es noch so klein und wertlos: Lass es! Diebe haben mit wahren Urban Explorer nichts zu tun.
  3. Den Ort öffentlich teilen – Cool, wenn du einen neuen Spot in deiner Gegend entdeckt hast. In Sozialen Netzwerken empfiehlt es sich aber auf die Nennung der Location zu verzichten. Sonst kann es passieren, dass viele Menschen es dir gleichtun und sich darunter auch Vandalen mischen, die „deinem“ Lost Place seinen Charme entziehen.
  4. Keinem Bescheid sagen – Alleine ins Ungewisse loszuziehen ist für viele der Inbegriff von Abenteuer. Wenn dir etwas passiert, kann allerdings keiner ahnen, wo du gerade bist. Deshalb: Immer Handy mitnehmen und zur Sicherheit einem Freund oder einer Freundin Bescheid geben.
Urban Exploration

Flaschenturm Berlin-Stralau, Quelle: Wikipedia/Nicor

Die besten Urban Exploration Blogs

Das Entdeckungsfieber hat dich gepackt und du hast Lust auf mehr Inspiration und Information? Wir haben für dich die besten Seiten rund um das Thema Urbex recherchiert.

  • Urbex Blog – Tolles Design, hochwertige Bilder und sogar selbstgedrehte Videos hat Andreas aus Norwegen auf der Seite. Vorbeischauen!
  • Ruinenjunkie – Zeigt nicht nur Ruinen, sondern geht poetisch auch auf den tieferen Sinn hinter den geschossenen Bildern ein.
  • arcanum. urban exploration – Ein umfangreiches Archiv mit einer eigenen Krankenhaus und Bunker-Galerie.
  • Vergessene Orte – Christian Adams deutscher Blog „Lost Places zeigt UX-Orte vor allem in Niedersachsen, Berlin, einige Locations in Europa und sogar Bilder aus Taiwan und Afrika. Wer tiefer in die Urban Exploration eintauchen möchte und sich Fotografie-Kniffs abschauen möchte, ist hier richtig.
  • marodes Schönheit des Verfalls – Bildgewaltige Inspo für Deutschland, Belgien oder Italien nötig? Dann bist du hier richtig.

Wie stehst du zu Urban Exploration? Kennst du Leute, die fasziniert von Lost Places sind, gehst du selbst gerne los? Was bisher deine spannendste Entdeckungstour? Berichte uns in den Kommentaren von deinen Erfahrungen.

Foto Titelbild: Hopare von nid2graff unter CC BY-ND 2.0


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Politik, Kultur und Kunst sind meine Spezial-Themen. Wenn ich nicht für Bluemind oder meinen Blog Unangepasst schreibe, findet ihr mich entweder in der Ferne mit einem Literatur-Klassiker am Strand oder bei einer Ausstellung.