Was passiert eigentlich, wenn Donald Trump am Ende doch Präsident wird? Der Hass auf alle Minderheiten wird in den USA zunehmen, Frauen werden zu Freiwild und am Ende wird die Erde im atomaren Endkrieg zerstört werden – sagen die einen. Oder die Welt bekommt einen Krisenmanager, wie sie ihn noch nicht gesehen hat. Eine unernste Betrachtung von unserem Autor.

Nicht von diesem Planeten

Von diesem Mann perlt alles ab. Er muss komplett aus Teflon bestehen. Das, was für alle anderen Menschen, zumindest aber für alle anderen Politiker auf diesem Planeten gilt, scheint für ihn nicht zu gelten. Das lässt nur zwei Rückschlüsse zu. Entweder stammt der Mann gar nicht von diesem Planeten. Oder er ist der Meister aller Krisen, der Gott der Eskalationen, dem nichts etwas anhaben kann. Die Rede ist natürlich von Donald Trump.

In all der Zeit, die Donald Trump zuerst im internen Vorwahlkampf der Republikanischen Partei und nun seit dem 19. Juli als deren Spitzenkandidat für die Präsidentenwahl am 8. November im Rampenlicht stand und immer noch steht, hat dieser Mann Skandälchen und Skandalen aus der Vergangenheit und der Gegenwart eisern die Stirn geboten. Da waren diese Frauen, die im Mai aussagten, Trump habe sie als Jugendliche missbraucht; 1994 soll das gewesen sein. Er soll jahrelang keine Steuern gezahlt haben, was juristisch vielleicht sogar in Ordnung war, aber er hätte es zugeben müssen.

Donald Trump glaubt, er darf alles

Dann waren da die Spenden, die er angeblich für Veteranen gesammelt hat und die noch Monate später nicht bei diesen angekommen waren. Seine „Trump University“ versprach, ihre Studenten zu kleinen Donalds zu machen – und zog ihnen doch nur das Geld aus der Tasche. Apropos kleiner Donald: Noch nie zuvor hatte sich ein US-Präsidentschaftsbewerber getraut, öffentlich auf die Größe seines Gemächts hinzuweisen. Und so kam es, wie es kommen musste: Es tauchte ein Video auf. Ein Video, in dem Trump erklärte, dass man als Superreicher (so würde er sich wohl selbst bezeichnen) mit Frauen alles machen darf. Und zwar wirklich alles.

Donald Trump und Hillary Clinton - so einträchtig nebeneinander gibt es sie nicht

Donald Trump und Hillary Clinton – so einträchtig nebeneinander gibt es sie sonst nicht. Bild: Wikipedia

 

Die Liste der Skandale, unehrenhaften Äußerungen und bloßen Lügen wäre beliebig fortsetzbar. Doch erscheint die Forschung nach dem Grund, weswegen Donald John Trump noch immer der Kandidat der Grand Old Party ist, wesentlich interessanter. Jeder andere Bewerber wäre in einem auch nur halbwegs demokratischen Land längst zum Teufel gejagt worden. Und zwar für jedes einzelne Vergehen. Nicht so in den USA. Ist Trump selbst etwa der Teufel?

…und wenn er doch Präsident wird?

Schieben wir mal kurz alles beiseite, was gegen Trump als Präsident spricht. Und das ist vieles. Was müsste Trump tun? Als erstes wohl eine Mauer bauen an der Grenze zu Mexiko. Wenn er sein ältestes Versprechen bräche, dann wäre das auch unter seinen Wählern ein Skandal. Und Trump müsste diese Mauer bauen, damit alle Amerikaner, die halbwegs ihre Sinne beisammen haben, nicht nach Mexiko flüchten – nicht, um die Mexikaner draußen zu halten. Die USA als DDR der Moderne. Das wäre ein schöner Treppenwitz für den Kandidaten einer Partei, die eine Gesundheitsreform („ObamaCare“) als „sozialistisch“ geißelt.

Das Einreiseverbot für Muslime setzt Donald Trump als Präsident natürlich um. Daraufhin protestieren weltweit Christen, Juden, Hindi, Buddhisten und Naturreligionen und verbünden sich mit den Muslimen. Wenn die nicht in die Vereinigten Staaten dürfen, dann wollen sie auch nicht dürfen. Die nationale Tourismusbehörde und die Fremdenverkehrsämter der einzelnen Bundesstaaten schäumen, reisende Gäste bleiben aus und die Wirtschaft bricht zusammen. Fast noch größeren Schaden nehmen die Republikaner.

Nachdem die führenden Politiker der Partei die Bürger wochenlang aufgerufen hatten, den eigenen Kandidaten nicht zu wählen, löst Trumps Wahl eine Austrittswelle aus, die es so noch nicht gegeben hat. Innerhalb weniger Wochen erodiert die Partei, bis nur noch 142 Mitglieder übrig sind. Das ist sogar weniger, als in Senat und Repräsentantenhaus vertreten sein müssen. Die Verfassung sieht für diesen Fall – überhaupt nichts vor. Das politische System des Landes ist komplett außer Kraft gesetzt, Donald Trump wird dreieinhalb Jahre vor der nächsten Wahl zur „lame duck“.

Kein Sport

Die Ankündigung, das Waterboarding wieder einzuführen, nimmt Trump direkt nach seiner Vereidigung wörtlich. Er fliege nach dem anstrengenden Wahlkampf jetzt erst mal in den Urlaub, teilt er mit. Dort werde er mit einem Surfboard übers Wasser gleiten („Waterboarding“), obwohl er ja auch zu Fuß gehen könnte „like Jesus did“. Sein Sprecher ist entsetzt und weist ihn darauf hin, dass es sich beim Waterboarding nicht um Sport handelt.

Der republikanische Kandidat - Donald Trump - sitzt auf einer Kanonenkugel, die sinnbildlich auf die USA zurast. Subtil enthalten ist auch die Münchhausen-Symbolik.

Der republikanische Kandidat – Donald Trump – sitzt auf einer Kanonenkugel, die sinnbildlich auf die USA zurast. Subtil enthalten ist auch die Münchhausen-Symbolik. Bild: Flickr

 

Im letzten TV-Duell Trump vs. Clinton am 19. Oktober gab der Milliardär dann den moderaten Argumentierer. Eine Sache brannte ihm aber unter den Nägeln: Schon seit langem würden Wahlen in den USA manipuliert, sagte der Mann mit der Frisur. Nach Trumps Triumph am 8. November prüfen daraufhin Gerichte, was in der Wahlnacht wirklich passiert ist. Das Ergebnis: Trumps Wahl war manipuliert. Und: Trumps Erfolg in den Primarys war ebenfalls manipuliert. Trump gibt alles offen zu mit der Begründung, er habe es ja vorher gesagt, und bleibt Präsident.

Er braucht Zeit

Um weitere Dinge umzusetzen, die Trump angekündigt hat, braucht er etwas mehr Zeit. Hillary Clinton einsperren zu lassen, das geht noch relativ schnell. In Guantanamo sind schließlich ein paar Zellen frei. Um seine Ankündigung „Make America great again“ einzulösen, lässt er sich etwas Besonderes einfallen und annektiert Kanada als 51. Bundesstaat. Damit sind die USA mit nun 19,8 Millionen Quadratkilometern endlich auch flächenmäßig größer als Russland mit seinen mickrigen 17,1 Millionen. Um das einzufädeln, braucht er natürlich etwas Zeit, aber das ist egal, weil er parallel dazu alle Wahlen in den Vereinigten Staaten abschafft. Sie sind ja eh gefälscht.


Düstere Aussichten? Oder hat Trump am Ende doch ganz andere Pläne? Ist die Wahl für ihn überhaupt noch zu gewinnen? Viel Spaß beim Diskutieren!

Quelle Titelbild: Flickr


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About Author

Freier Journalist und Texter. Recherchiert und schreibt über alles, was nicht 08/15 ist und Eindruck hinterlässt. Ist gern unterwegs in der Weltgeschichte.