Nachdem wir bereits berichtet haben, wie sich Dr. Ernesto Guevara in den Revolutionär Che Guevara verwandelt hat, widmen wir uns in diesem Beitrag der zweiten großen Figur der kubanischen Revolution: Fidel Castro. Er regierte Kuba fast ein halbes Jahrhundert lang – länger war nie ein nicht-monarchisches Staatsoberhaupt im Amt. Doch wie wurde aus dem Doktor der Rechtswissenschaften der Revolutionär und spätere Regierungschef? Als Quelle diente uns das Hörbuch Fidel Castro: Revolutionär und Staatspräsident (Menschen Mythen Macht). Ein hervorragendes Werk mit vielen spannenden Hintergrundinformationen zu Kubas langjährigem Machthaber.

Kindheit und Jugend

Fidel Alexandro Castro wurde am 13. August 1927 geboren. Mit seinen zwei Brüdern, vier Schwestern und drei Halbgeschwistern wuchs er in seinem Geburtsort Birán auf. Zunächst handelte es sich um eine nur wenige Häuser große Siedlung, doch später entstand einige Infrastruktur, die dem Vater gehörte. Ángel Castro Argiz hatte es vom Sohn eines Einwanderers zu einigem Reichtum gebracht. Er besaß ein Hotel, eine Telegrafenstation, eine Metzgerei und eine Bäckerei, mehrere Handwerksbetriebe sowie eine kleine Schule. Fidels Mutter Lina Ruz González bewirtschaftete das Haus und versorgte die Kinder.

Fidel castro

Fidel Castro im Jahr 2003, Quelle: Wikipedia/This image

Fidel Castro entstammte also einer für kubanische Verhältnisse sehr wohlhabenden Familie. Bildung war den Eltern sehr wichtig. Er ging zunächst auf eine kleine Dorfschule in Mayarí, wechselte später jedoch auf eine gute Schule in Santiago de Cuba. Mit elf Jahren wurden er und sein Bruder Raul aber wieder von der Schule geworfen, weil er einen Priester schlug, als er sich der Prügelstrafe widersetzte. Die Familie ging zurück nach Birán, doch Fidel wollte unbedingt weiter die Schulbank drücken. Also brachte sein Vater ihn auf das Jesuitenkolleg Dolores in Havanna. Eigentlich war er hierfür noch zu jung gewesen, jedoch datierte Ángel die Taufurkunde um ein Jahr vor, weshalb in Biografien auch häufig 1926 als Geburtsjahr festgehalten wird.

Eigentlich war die Schule wohlhabenden Weißen vorbehalten – es herrschte strikte Rassentrennung. Doch Fidel war nur fasziniert von der Ordnung und dem festen Glauben, von dem die das Kolleg umgeben war. Er war froh über die Fürsorge der Lehrer und kam aufgrund seines photografischen Gedächtnisses exzellent zurecht. Während seiner Ausbildung lernte er auch die Schriften von José Martí kennen. Der kubanische Poet und Schriftsteller gilt als Nationalheld und Symbol für den Unabhängigkeitskampf des Landes. Fidel konnte sich schon bald mit dessen antiimperialistischen Vorstellungen identifizieren. Im Jahr 1945 machte er seinen Abschluss als einer der besten und der Vater belohnte ihn mit einem Ford Cabrio.

Hort des Wissens und Beginn einer politischen Karriere

Der wissbegierige junge Mann wollte seine Ausbildung fortsetzen und schrieb sich 1945 für ein Jurastudium an der Universität von Havanna ein. An diesem Ort sollte sein politischer Kampf beginnen. Schon kurz nachdem er den Campus betreten hatte, schwang er sich zum Führer der Studentenvereinigung auf. Kurz darauf bemühten sich zwei politische Bewegungen um den frischgebackenen Absolventen. Deren Namen Sozial Revolutionäre Bewegung (MSR) sowie Aufständische Revolutionäre Union (UIR) klingen zwar nach hehren Motiven, doch letztlich handelte es sich nur um zwei rivalisierende Gangsterbanden. Zu dieser Zeit dominierte die Mafia den Campus – unterstützt durch eine korrupte Regierung und der Polizei als Handlanger.

Universität von Havanna

Universität von Havanna

Ärger mit der Mafia

Fidel jedoch wollte sich keinem der Lager anschließen. Stattdessen trat er bei einer Wahl zur Präsidentschaft des Studentenverbandes gegen den Regierungskandidaten an. Da dies nicht im Interesse der lokalen Strukturen lag, machte ihm die Mafia durch Androhung körperlicher Gewalt klar, dass er die Universität verlassen müsse. Kapitulieren wollte er jedoch nicht. Nach einer nachdenklichen Nacht am Strand, die angesichts seiner Lage von großer Verzweiflung geprägt war, kehrte er an die Universität zurück. Bewaffnet mit einer Pistole und beschützt von seinen Freunden konnte er den Campus wieder betreten.

Neben seinem Engagement im Studentenverband trat er 1947 der orthodoxen Partei bei. Die von Eduardo Chibás geführten Ortodoxos traten gegen die korrupte Regierung und für eine vielversprechendere Wirtschaftspolitik ein. Auch seine erste militante Aktion sollte noch in diesem Jahr folgen. Denn trotz seiner prekären Situation schloss er sich der karibischen Legion als Söldner an.

Nach einem zweimonatigen Training für den Kampf machten sie sich mit dem Boot auf in die Dominikanische Republik. Ihr Ziel erreichten sie allerdings nie. Vor der Küste Kubas enterte die kubanische Marine das Boot. Fidel rettete sich ins Wasser und flüchtete mit einem Rettungsboot in Richtung kubanische Küste. An Land angekommen machte er sich auf nach Birán auf den Hof der Eltern. Nach dieser Odyssee fokussierte er sich wieder auf das Studium –  er las unglaublich viel: von Marx und Engels, über Martí und die kubanischen Unabhängigkeitskriege bis hin zu politischer Ökonomie. Auch durch Vorlesungen eignete er sich ein enormes Wissen an, in fast 50 Kurse war er zeitweise eingeschrieben.

Fidel Castros Flucht nach Kolumbien

Doch dann begann der Boden für ihn wieder heiß zu werden. Der Studentenführer des MSR Manolo Castro – die beiden waren nicht miteinander verwandt – wurde ermordet und die Mafia präsentierte Fidel Castro als Sündenbock. Um auf Nummer sicher zu gehen, reiste er nach Bogota in Kolumbien. Dort organisierte er ein Treffen mit anderen lateinamerikanischen Studenten. Da er sich nicht nur als Kubaner, sondern generell als Lateinamerikaner sah, rissen ihn auch die Probleme andere Länder des Kontinents mit. Dazu gehörten unter anderem der Kampf der Argentinier für die Falkland Inseln, die Unabhängigkeit Puerto Ricos und die Rückgabe des Panamakanals. Kurzum: die Gruppierung unterstützte alle Unabhängigkeitsbegehren der lateinamerikanischen Bevölkerung.

Zur damaligen Zeit rief der populäre kolumbianische Anwalt und Oppositionsführer Jorge Gaitán in Bogota zu Demonstrationen auf. Trotz einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung lebte die Bevölkerung in ärmlichen Bedingungen. Als 1948 ein geistig verwirrter Attentäter tödliche Schüsse auf den wortgewandten Kolumbianer abfeuert, wird er sofort von wutentbrannten Sympathisanten niedergerungen und gelyncht. Doch der Mord erhitzte die Gemüter und auch Fidel ließ sich mitreißen. Er stürmte eine Polizeiwache, stahl ein Gewehr und rettete sich anschließend nach Kuba. Dieser gewalttätige Aufstand, bei dem es tausende Tote gegeben hatte, stellte für ihn die Feuertaufe als Revolutionär dar.

Familienglück für kurze Zeit

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Fulgencio Batista im Jahr 1952

Neben seinen akademischen und politischen Bemühungen, sollte aber auch sein Privatleben nicht zu kurz kommen. Im Oktober 1948 heiratete er die Schwester eines damaligen Freundes, die Philosophiestudentin Mirta Díaz-Balart. Sie entstammte einer vermögenden kubanischen Familie, welche enge persönliche Verbindungen zu Fulgencio Batista unterhielt. Nach der Hochzeit folgten mehrwöchige Flitterwochen in Miami und New York – finanziert von der Verwandtschaft und, so heißt es, auch von Batista selbst. Neun Monate nach ihrer üppigen Reise kam der erste Sohn zur Welt: Fidelito. Heute ist er ein international anerkannter Atomphysiker in Havanna.

Doch nach trautem Familienleben war Fidel Castro nicht zumute. Schon drei Monate nach Fidelitos Geburt denunzierte er all jene Studentenführer, Politiker und Gangmitglieder, die von der Regierung bevorteilt worden sind. Sofort flüchtete er in seinem Cabrio in die USA und verbrachte sein viermonatiges Exil in New York. Nach seiner Rückkehr in Kuba widmete er sich wieder seinen Studien und promovierte am 13. Oktober 1950 im Zivilrecht mit der Bestnote summa cum laude.

Nun kam die Zeit, für die Familie den Lebensunterhalt zu verdienen. Also gründete er mit zwei früheren Kommilitonen eine Anwaltskanzlei in Kubas Hauptstadt. Doch dabei kam ihm sein Naturell in die Quere. Er suchte sich vor allem bedürftige Klienten aus, die natürlich nur wenig zu geben hatten – bestenfalls Naturalien. Dadurch kam zwar kaum Geld in die Kasse, doch zumindest wurde er als Anwalt der Armen populär. Das gab ihm die Möglichkeit, sich auf politischer Ebene einzubringen. Er begann für eine Tageszeitung zu schreiben, in der er Missstände anprangerte. Auch das brachte aber nicht das Essen auf den Tisch, weshalb ihm sein Vater gelegentlich aushalf.

Fidel Castro gegen Fulgencio Batista

Seit 1944 war Ramón Grau an der Macht und im Jahr 1952 sollten neue Wahlen stattfinden, bei der auch Batista mit seiner eigenen Partei antrat. Nach seiner ersten Präsidentschaft, die von 1940 bis 1944 andauerte, hatte er sich zunächst aus der Politik verabschiedet und in den USA niedergelassen. Doch 1948 kehrte er nach Kuba zurück. Zwar wurde er zum Senator gewählt, hatte jedoch keinen großen Einfluss. Stattdessen wurde er zum Lobbyisten US-amerikanischer Mafiosi, die Havanna in eine Vergnügungsmeile für nordamerikanische Touristen verwandelt hatten.

Ramón Grau San Martín im Jahr 1933

Ramón Grau San Martín im Jahr 1933

Da sich Batista bei der anstehenden Wahl jedoch keine Siegeschancen ausrechnete, nahm er ein Angebot von einigen Offizieren an, die ihn am 10. März 1952 noch vor dem geplanten Urnengang an die Macht putschten. Die offizielle Begründung lautete Kampf gegen die Korruption. Neben anderen Lateinamerikanischen Staaten erkannten auch die USA Batista als neuen Regierungschef an, jedoch nur weil dieser versprach, die Kommunisten im Auge zu behalten, mit denen er sich früher noch identifizierte.

Fidel fühlte sich von dem Staatsstreich wohl nur weiter angestachelt. Sicher auch weil es ihm zuvor gelang, selbst mit seiner Partei einen Listenplatz in seinem Wahlbezirk zu ergattern. Dieser Möglichkeit beraubt, klagte er Batista vor Gericht wegen Verfassungsbruchs an, jedoch wurde diese von den Richtern abgewiesen. Damit war für ihn klar, dass nur der bewaffnete Widerstand blieb.

Sturm auf die Moncarda Kaserne

Bei der Vorbereitung seines Kampfes half ihm eine glückliche Begebenheit. Naty Revuelta, eine Frau aus Kubas Oberschicht, engagierte sich seit Batistas Putsch in er kubanischen Opposition. Aufgrund ihres Interesses für die Ortodoxos lernte sie eines Tages Fidel Castro kennen. Die blonde Schönheit war mit einem 20 Jahre älteren Herzchirurgen verheiratet. Das hielt sie aber nicht davon ab, sich mit Fidel zu treffen. Heimlich fanden sie sich gemeinsam mit anderen Rebellen in Natys Haus ein, während der Mann arbeitete. So wurde besprochen wie man Batista stürzen könne und die erste Aktion sollte bald folgen.

Am 26. Juli 1953 führte Castro den Sturm auf die Moncarda Kaserne in Santiago de Cuba an. Es gelang ihm immerhin 135 Männer und Frauen, die überwiegend mit den Ortodoxos verbunden waren, um sich zu scharen. Doch die Rebellen waren schlecht ausgerüstet und sollten es schwer gegen die 400 bis an die Zähne bewaffneten Soldaten in der Kaserne haben. Fidel hoffte, dass die Mannen müde von der Karnevalsfeier sein würden, sodass sie sich mit Waffen und Ausrüstung für die weitere Revolution hätten versorgen können. Doch der Angriff schlug fehl und Fidel wurde zu 15 Jahren Haft verurteilt. Damals war er gerade einmal 27 Jahre alt. Bei der Aktion starben sechs der Angreifer sofort und 55 später infolge der die nächsten Tage andauernden Verfolgung durch die Soldaten.

Während seiner Haft las er alles, was ihm unter die Finger kam, darunter auch Kant, Freud, Marx und Lenin. Seine Beziehung zu Naty hielt er durch fast schon poetische Briefe am Leben. Einer von ihnen wurde jedoch versehentlich seiner ahnungslosen Frau Mirta zugestellt. Sie war tief getroffen. Nachdem das Geheimnis nun aber gelüftet war, wandte sich Fidel noch mehr von ihr ab und im Frühjahr 1955 folgte die Scheidung.

Generalamnestie – kurze Auszeit für die Familie

Im November 1954 ließ Batista eine Wahl abhalten, doch da sie von der Opposition boykottiert und von Batista manipuliert wurde, wirkte sein Sieg lächerlich. US-Präsident Richard Nixon ließ es sich aber nicht nehmen, ihm zu seinem Sieg zu gratulieren. Aufgrund der gewonnenen Wahl und der Unterstützung durch die USA, wähnte sich Batista sicher im Amt und erließ eine Amnestie für Fidel Castro. Am 15. Mai 1955 wurde er nach weniger als zwei Jahren aus der Haft entlassen.

Bewegung des 26. Juli

Flagge der Bewegung des 26. Juli

Er kehrte nach Havanna zurück und zeugte die gemeinsame Tochter Alina. Als sie im März 1956 zur Welt kam, war Fidel bereits wieder verschwunden. Schon vier Wochen nach seiner Freilassung gründete er gemeinsam mit den anderen Verbliebenen vom Sturm auf die Moncarda Kaserne die Bewegung des 26. Juli. Ziel war die Etablierung von Untergrundzellen im ganzen Land, die jederzeit einsatzbereit waren.

Doch Fidel wollte nicht nur im Untergrund agieren, sondern die Regierung auch weiterhin öffentlich an den Pranger stellen. In Zeitungsartikeln kritisierte er Batista heftig. Doch dann bemerkten Fidels Freunde wie heiß die Situation bereits wieder geworden war. Sie entdeckten ein präpariertes Auto mit durchlöchertem Kofferraum, der wohl für Fidel bestimmt war. Daraufhin floh er am 7. Juli 1955 nach Mexiko.

Fidel Castros Flucht nach Mexiko

Noch bevor Fidel das Land verließ, hatte sich sein Bruder Raul bereits aus dem Staub gemacht und nach Mexiko abgesetzt. Da dieser schon seit längerem gute Verbindungen ins Ausland unterhielt, baute er schnell einen Kontakt zu einem bestehenden Netzwerk auf. Als Fidel in Mexiko City ankam, konnte er hiervon profitieren.

Die kubanische Exilantin Maria Antonia Gonzales nahm die beiden Brüder in ihrem Haus auf. Nachdem Raul einen 27-jährigen Arzt aus Argentinien kennengelernt hatte, brachte er ihn einen Tag später mit zum Abendessen. Es war Ernesto Guevara und Fidel empfand große Begeisterung für den neuen Weggefährten. Später sagte er über ihn:

Che war eine dieser Personen, für die man aufgrund ihrer Natürlichkeit, Bescheidenheit, Kameradschaft und all ihrer sonstigen Tugenden sofort Zuneigung empfindet. Er war durch Südamerika gereist, hatte die Ereignisse in Guatemala mitbekommen, war Zeuge der nordamerikanischen Intervention geworden. Er kannte unseren Kampf in Kuba und wusste, wie wir dachten. Er war sehr fortschrittlich eingestellt, ein richtiger Marxist obwohl er keiner Partei angehörte. Wir kamen an, ich sprach mit ihm und er schloss sich uns an ohne zu zögern.

Ebenso wie Fidels Hass auf die USA unter anderem durch die US-Interventionen in Kuba geboren wurde, so entstand auch Ches Hass ganz ähnlich. In Guetamala konnte er beobachten, wie sich die USA in die Angelegenheiten souveräner Staaten einmischten, um US-amerikanischen Unternehmen Vorteile zu verschaffen. Gemeinsam sollten sie bald die kubanische Revolution anführen. Dafür gelang es Fidel recht schnell 300 Männer zusammenzutrommeln, die er in einem geheimen Lager nahe Mexiko City ausbilden wollte. Trainiert wurden sie von General Alberto Bayo, einem Veteran aus dem spanischen Bürgerkrieg. Er sollte ihnen zeigen wie kleine Einheiten durch schnelle Attacken auch gegen zahlenmäßig überlegene Gegner bestehen konnten.

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Che Guevara im Jahr 1960

Später entdeckte allerdings die mexikanische Polizei die verborgene Ausbildungsstätte. Die Guerilleros – darunter auch Che und Fidel – wurden inhaftiert. Dank seiner Ausbildung, seines Durchsetzungsvermögens und seiner Wortgewandtheit konnte der Doktor der Rechtswissenschaften seinen Kameraden und sich bereits nach zwei Monaten wieder zur Freiheit verhelfen. Obwohl sie nicht nach Kuba ausgeliefert wurden, waren ihnen die mexikanische Polizei und der Geheimdienst auf den Fersen.

Sturm auf Kuba

Die Männer entschieden sich, das Land mit dem Boot zu verlassen. Allerdings fehlte ihnen hierfür noch das nötige Kleingeld. Der ehemalige Präsident Kubas Carlos Prío Socarrás bot ihnen aber Hilfe an. Er hatte sich nach Texas in die USA abgesetzt und versprach ihnen 50.000 Dollar. In El Paso an der Grenze zu Mexiko sollte die Übergabe stattfinden, also machte sich Fidel auf in die USA. Bei El Paso trennt der Rio Grande die beiden Länder, doch der durchtrainierte Rebell durchschwamm einfach den mächtigen Fluss, um nicht doch noch an einem Grenzübergang aufgegriffen zu werden.

Von dem erhaltenen Geld rüsteten die Guerilleros sich mit Waffen, Munition und einem uralten Schiff namens Granma aus. Damit wollten sie am 30. November 1956 nach Kuba übersetzen und die Revolution sollte beginnen. Zeitgleich sollte der Verbündete Frank Pais einen Aufstand in Kuba provozieren. Doch der Plan schlug fehl. Die Überfahrt dauerte aufgrund von Überladung, schlechtem Wetter und der miserablen Verfassung der Granma länger als geplant, sodass sie erst nach Pais‘ Aktionen ankamen und bereits von Batistas Truppen ins Visier genommen wurden.

Rückzug in die Sierra Maestra

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Raul Castro (links) und Ernesto „Che“ Guevara(rechts)

Nach dem verpatzten Angriff retteten sich Fidel Castro, Che Guevara und andere Rebellen in die Sierra Meastra, eine Gebirgskette im Osten Kubas. Dort etablierten sie eine kleine Kommandobasis. Ab 1957 war Fidel der Oberkommandierende aller bewaffneten Kräfte – 321 Männer – und trug den Titel Comandante en jefe. Castro unternahm Aktionen im ganzen Land: Er kappte Telefonleitungen, beging Sabotageakte, zerstörte Verkehrsverbindungen und vernichtete Zuckerrohrfelder, um Kubas Finanzen zu ruinieren. Eine Guerillatruppe zündete dabei sogar Zuckerrohrfelder der Familie Castro an. Der Vater war zwar bereits gestorben, aber das Verhältnis der Mutter zu Fidel und dessen Bruder Raul wurde empfindlich gestört.

Wenig später blies Batista zum finalen Angriff gegen das Rebellenlager tief im Dschungel. Die Operation trug den offiziellen Titel fin de fidel – das Ende Fidels. Auch hierbei halfen die USA. Durch Tanklieferungen unterstützten sie Batistas Truppen und zogen erneut den Hass Fidels auf sich. In einem Brief an seine Vertraute Celia Sanchez schrieb er:

Wenn dieser Krieg zu Ende ist, beginnt für mich ein viel längerer und größerer Krieg, der den ich gegen die US-Amerikaner führen werde. Ich sehe, dass darin meine Bestimmung liegt.

Sogar Napalm-Bomben kamen von Seiten der Regierung zum Einsatz, doch die Guerilla-Kämpfer Fidels konnten die Regierungssoldaten durch kurze, schnelle Attacken in die Flucht schlagen. Dies führte zur Wende und zum Ende der Regierung Batistas.


So hat sich der junge Jurist also zum Revolutionsführer entwickelt. Was sagt ihr zu Fidel Castro und seiner Verwandlung? Glaubt ihr, er hat Kuba geholfen oder eher geschadet? Wir sind gespannt auf Eure Meinungen!

Quelle Titelbild: Wikipedia/Max.dai.yang (bearbeitet durch bluemind.tv)


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About Author

Mich faszinieren besonders politische sowie wirtschaftliche Zusammenhänge in der Welt. Dazu recherchiere ich gern selbst und werde euch die Früchte meiner Arbeit regelmäßig präsentieren. Außerdem liebe ich Filme, sodass ihr euch auch auf das ein oder andere Review freuen dürft.