Fast 50 Jahre lang war Fidel Castro kubanischer Staatspräsident und vor allem den USA ein Dorn im Auge. Nicht nur Regierung und CIA, sondern auch die amerikanische Mafia und Exilkubaner trachteten dem Maximo Líder nach dem Leben. Der ehemalige Geheimdienstleiter Kubas, Fabian Escalante, hat 638 versuchte Attentate auf Fidel gezählt.

Fidel Castro war kein romantischer Kommunist

Man muss es direkt zu Beginn klar sagen. Fidel Castro war keiner, dem man eine von Gefühlen geleitete Beziehung zum Kommunismus nachsagen kann. Castro und seinen Getreuen, zu denen anfangs auch Che Guevara zählte, ging es knallhart um die Macht. Natürlich atmete das kubanische Volk 1959 auf, als es Che und Fidel gelang, den Diktator Batista zu stürzen. Nach dessen Flucht griff Castro nach der Herrschaft über den Inselstaat. Kuba wurde kommunistisch unter einem Diktator Fidel Castro.

Fidel Castro 1997, immer noch in voller Blüte

Fidel Castro 1997, immer noch in voller Blüte. Quelle: Flickr/Christian Frei Switzerland

Salopp gesagt hatten die Amerikaner jetzt die Hosen voll, der Kalte Krieg war auf seinem Höhepunkt. Und der Kommunismus plötzlich keine 200 Kilometer mehr von Florida entfernt. Und schon bald waren viele Menschen damit beschäftigt, wie man den bärtigen Despoten aus der Welt schaffen könnte.

Zigarren, Gift und LSD, Fidel Castro überlebte alles

Castro bekam vergiftete und explodierende Zigarren zugeschickt, einen vergifteten Kugelschreiber und einen Taucheranzug, der kontaminiert war. Die CIA arbeitete bei einigen Attentatsversuchen sogar mit Sam Giancana zusammen, Chef des Chicago Outfit der amerikanischen Cosa Nostra. Doch Fidel Castro war im wahrsten Sinn des Wortes nicht totzukriegen. Sämtliche Versuche prallten an ihm ab.

Fulgencio Batista, Kubas Diktator, von Fidel Castro 1958 gestürzt

Fulgencio Batista, Kubas Diktator, von Fidel Castro 1958 gestürzt. Quelle: Wikipedia/Public Domain

Dabei war die Operation Mongoose, wie das Vorhaben hieß, eine von Justizminister Robert F. Kennedy genehmigte Geheimsache. Die US-Regierung segnete die Kooperation von CIA und Mafia also wissentlich ab. Sogar Castros Geliebte wurde von Mongoose als CIA-Agentin eingespannt. Doch ob vergiftetes Essen, LSD, Bomben oder Schusswaffen, Castro überlebte alles. Bei insgesamt 638 Versuchen eines Attentats ist diese Chance irrwitzig winzig. Das muss selbst Mathematikunbegabten auffallen.

Auch Umsturzversuche scheiterten

Die Operation zielte nicht nur auf das Leben von Fidel Castro ab. Nein, Sanktionen sollten bewirken, dass es der kubanischen Bevölkerung immer schlechter gehen musste und diese den Diktator im Angesicht des Hungertods selbst stürzen würde. Noch so ein US-Kalkül, das nicht aufging. In der CIA-Zentrale brüteten etwa 400 Menschen drei Jahre lang an den Plänen zur Beseitigung Fidels. Etwa 150 Millionen Dollar, damals eine unfassbare Menge Geld, gab die Regierung dafür aus.

Und was machte Fidel Castro? Lebte einfach weiter. Und starb im November 2016 eines natürlichen Todes. Nur wenige Tage, nachdem die Amerikaner mit Donald Trump selbst eine Art von Diktator zum Präsidenten wählten.


Eine unfassbar hohe Zahl, diese 638 Attentate. Und wahrscheinlich stimmt sie sogar. Kennst du historische Personen, die ebenfalls so viel Glück hatten wie Castro? Wenn ja, wen? Viel Freude beim Aufzählen und Diskutieren!


Zum Bluefacts Buch

Nicht vergessen: Bluefacts gib es jetzt auch als Buch! Gefallen Euch unsere Fakten? Dann holt Euch jetzt unser Buch 1.000 unglaubliche Fakten und unnützes Wissen. Wir freuen uns auf Euch.




Share.

About Author

Freier Journalist und Texter. Recherchiert und schreibt über alles, was nicht 08/15 ist und Eindruck hinterlässt. Ist gern unterwegs in der Weltgeschichte.