Im Jahr 2018 ist man ja froh, mal etwas über US-Präsidenten zu erfahren, was absolut gar nichts mit Donald Trump zu tun hat. Gehen wir zurück ins Jahr 1881, als die Vereinigten Staaten drei Präsidenten hatten. Und alle drei haben eine außergewöhnliche Geschichte zu erzählen.

Nicht die Kugel war tödlich

Als James A. Garfield 49 Jahre und zehn Monate nach seiner Geburt starb, hatte er durchaus Spuren in den USA hinterlassen. So war er etwa jener Präsident, der es schaffte, seinem Amt eine Machtfülle zu verleihen, die bis heute anhält. Und er war der zweite Präsident nach Abraham Lincoln, der während seiner Amtszeit ermordet wurde. Auch, wenn zwischen dem Attentat am 2. Juli 1881 und seinem Tod am 19. September desselben Jahres elf Wochen lagen. Garfields Tod war letzten Endes auf eine Kugel zurückzuführen, die nicht aus seinem Rücken entfernt werden konnte.

Schuss auf Garfield

James A. Garfield, nachdem er von der Kugel getroffen worden ist. Quelle: Wikipedia/A. Berghaus und C. Upham

Tragisch daran: Alexander Graham Bell hatte eigentlich einen Metalldetektor entwickelt, um solche Geschosse im menschlichen Körper besser aufspüren und entfernen zu können. Allerdings legten die Ärzte den Präsidenten bei der Untersuchung auf ein Bett, das metallische Sprungfedern besaß. Diese verhinderten das Auffinden des Projektils. Außerdem operierten die Chirurgen an Garfield mit bloßen Händen und nicht sterilen Instrumenten herum. Und das löste die letale Infektion aus, die Garfield zum Verhängnis wurde.

Wahlkampf in mehreren Sprachen

Am 4. März 1881 nahm Garfield die Amtsgeschäfte auf, er ist der bisher einzige US-Präsident, der auf direktem Weg vom Repräsentantenhaus ins Weiße Haus übersiedelte. Außerdem war er der erste Linkshänder im Amt, beidhändig schreiben konnte er trotzdem. Geboren in einer Blockhütte, war er auch der erste Kandidat, der seinen Wahlkampf nicht nur auf Englisch, sondern in fast allen Sprachen der Einwanderer führte – auch auf Deutsch.

Über Garfields Vorgänger, Rutherford B. Hayes, der nach seiner Amtszeit von 1877 bis 1881 keine weitere Amtszeit anstrebte und also nicht mehr kandidierte, gibt es auch einige interessante Fakten. Er war – neben Garfield – einer von nur fünf Präsidenten, die im amerikanischen Bürgerkrieg, wo er auf Seiten der Unionsarmee gegen den Süden und gegen die Sklaverei kämpfte. Dass er der Präsident war, der die Tradition des Ostereierschiebens auf dem Rasen des Weißen Hauses einführte, wird in der Geschichtsschreibung (kaum zu Unrecht) meistens nicht erwähnt.

Alkoholverbot im Weißen Haus

Gewichtiger war da schon der Umstand, dass Hayes Tabak und Alkohol vollständig aus dem Regierungssitz verbannte. Das löste Spott im Volk aus, worunter vor allem Hayes‘ Frau Lucy zu leiden hatte, die fortan als „Lemonade Lucy“ verhöhnt wurde. Und während sein heutiger Nachfolger Trump per Twitter regiert, war Hayes damals der erste Präsident, der in den Genuss kam, im Oval Office ein Telefon benutzen zu dürfen.

Nachdem Hayes also nicht mehr antrat und Garfield im September verstarb, bezog dessen Vize Chester A. Arthur im Herbst das Weiße Haus, wo er bis 1885 blieb (und seine Wiederwahl nicht schaffte). Auch über Arthur gibt es interessante Fakten zu berichten. So hielt er zum Beispiel keine Antrittsrede als Präsident, wie es bei der Amtseinführungszeremonie üblich ist. Zudem war er das erste US-Staatsoberhaupt, der den Amtseid mit in sein bürgerliches Zuhause nahm. Darüber hinaus war Arthur als Nachteule bekannt – meistens ging er nicht vor zwei oder drei Uhr in der Früh ins Bett.

Noch ein Drei-Präsidenten-Jahr

Tod Harrisons

Harrisons Todesstunde. Quelle: Wikipedia/N.Y. : Lith. & pub. by N. Currier

Dabei war 1881 nicht das einzige Jahr, in dem die USA drei Präsidenten hatten. Das gab es nämlich bereits 1841. William Henry Harrison, neunter Präsident, zog sich drei Wochen nach seiner Amtseinführung eine Lungenentzündung zu, die ihn binnen einer Woche dahinraffte. Harrison ist damit der US-Präsident mit der kürzesten Amtszeit. Er hatte im März Martin Van Buren abgelöst – der wiederum der erste Präsident war, der nach der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung geboren wurde. Van Buren war außerdem Mitbegründer der Demokratischen Partei. Harrisons Nachfolger John Tyler hingegen war der erste Präsident, der nicht per Wahl ins Amt gekommen war. Als Vizepräsident Harrisons hatte er die Geschäfte übernommen.

Eine Parallele zu den amerikanischen Drei-Präsidenten-Jahren gibt es auch bei uns: 1888 gab es drei deutsche Kaiser. Als Wilhelm I. am 9. März seinen letzten Atemzug tat, übernahm Friedrich III. den Thron. Allerdings nur für 99 Tage, an deren Ende er dem Krebs erlag. Sein Nachfolger Wilhelm II. folgte ihm als sein Sohn am 15. Juni nach – bis zu seiner erzwungenen Abdankung am 9. November 1918.


Bei manchen amerikanischen Präsidenten wäre man froh gewesen, wenn sie gar nicht erst an die Macht gekommen wären. Welche aber hätten eurer Meinung nach gern auch eine dritte oder vierte Amtszeit bleiben dürfen?

Quelle Titelbild: Wikipedia/Matt H. Wade


Zum Bluefacts Buch

Nicht vergessen: Bluefacts gib es jetzt auch als Buch! Gefallen Euch unsere Fakten? Dann holt Euch jetzt unser Buch 1.000 unglaubliche Fakten und unnützes Wissen. Wir freuen uns auf Euch.




Share.

About Author

Freier Journalist und Texter. Recherchiert und schreibt über alles, was nicht 08/15 ist und Eindruck hinterlässt. Ist gern unterwegs in der Weltgeschichte.