Mexiko ist als Land immer wieder in den Schlagzeilen. Donald Trump will eine Mauer bauen. Dann die Drogenkartelle. Und wenn mal Ruhe wäre, gewinnt die Nationalelf bei der WM auch noch gegen Deutschland. Hier eine Geschichte zu Mexiko, die kaum bekannt sein dürfte.

Es war einmal in Mexiko

Was haben Francisco Madero, Pedro Lascuráin und Victoriano Huerta gemeinsam? Okay, muss man nicht wissen, zugegeben. Darum hier die Antwort: Sie waren alle drei Präsidenten in Mexiko. Okay, na gut, und jetzt? Funfact: Sie waren alle drei Präsidenten in Mexiko – am selben Tag. Nämlich am 18. Februar 1913. Damit hat es sich aber auch schon mit dem Fun. Denn hinter der Story steht ein finsteres Schurkenstück.

Pedro Lascuráin war keine Stunde lang Präsident von Mexiko.

Pedro Lascuráin war keine Stunde lang Präsident von Mexiko. Foto: Wikimedia/Library of Congress

Das Titelfoto zeigt den tragischen Helden, den Guten: Francisco Madero. Der war ein Gegner seines diktatorischen Vorgängers Porfirio Díaz und übernahm 1911 das Amt. Allerdings waren es unruhige Zeiten in Mexiko. Schon 1912 brachen Revolten im Land aus, und Maderos Kabinett konnte die Lage nicht besänftigen. Wobei zur Wahrheit gehört, dass viele Minister das womöglich gar nicht wollten. Schließlich war Madero so großzügig und blauäugig gewesen, alle Abgeordneten und Offiziere des Díaz-Regimes in ihren Ämtern zu belassen.

Ein klassischer Militärputsch

Es kam, wie es kommen musste. Der Oberbefehlshaber der mexikanischen Armee, Victoriano Huerta, initiierte einen Militärputsch. Von jetzt auf gleich wurde Mexiko an eben jenem 18. Februar 1913 wieder zur Diktatur. Um den Eindruck der Rechtmäßigkeit herzustellen, ernannte Huerta am gleichen Tag den Außenminister Pedro Lascuráin zum Präsidenten. Lascuráin ist auch eher ein Guter in dieser Geschichte. Auch wenn es erst einmal anders aussieht.

General Huerta verschlimmerte das Chaos in Mexiko noch. Er ließ Madero umbringen.

General Huerta ließ Madero umbringen. Foto: Wikimedia/Library of Congress

Immerhin versuchte er im Nationalpalast, den gefangengenommenen Madero zur Abdankung zu überreden, damit dieser sein Leben retten konnte. Zwar dankte Madero tatsächlich ab, wurde vier Tage später allerdings bei einem angeblichen Fluchtversuch von Huertas Schergen ermordet. Keine 60 Minuten nach seiner Einsetzung als Präsident durch Huerta trat Lascuráin zurück – wohl auch, um seinen eigenen Kopf zu retten.

Die Gerechtigkeit siegt

Einen Kabinettsposten unter Huerta lehnte Lascuráin ab – und Huerta selbst geriet schnell unter Druck. Fast alle politischen Kräfte in Mexiko wandten sich gegen ihn, im Land herrschte das Chaos. Huertas Armee war zum Glück nicht groß genug, um den Revolutionären unter der Führung des Freiheitskämpfers Emiliano Zapata lange standzuhalten. Doch das Chaos in Mexiko dauerte noch viele Jahre an – unter wechselnden Präsidenten.


Leider ist es in der Historie ja oft so, dass die Guten wie Madero nicht überleben. Aber sie sind ein leuchtendes Beispiel für spätere Generationen. Kennt ihr womöglich ähnliche Vorkommnisse? Viel Spaß beim Diskutieren!


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About Author

Freier Journalist und Texter. Recherchiert und schreibt über alles, was nicht 08/15 ist und Eindruck hinterlässt. Ist gern unterwegs in der Weltgeschichte.