Kryptowährungen genießen aktuell eine enorm hohe Präsenz. Vor allem gilt die Aufmerksamkeit der am weitesten verbreiteten digitalen Währung Bitcoin. Doch auch andere Vertreter dieser Anlageklasse wie Ethereum oder OneCoin finden Beachtung. Dabei fiel letztere aber in den zurückliegenden Monaten immer wieder durch negative Schlagzeilen auf. Doch auch der Krypto-Primus Bitcoin spaltet die Gemüter. Die einen sehen in ihm die Demokratisierung des Geldes, weil der Staat die Hoheit darüber verliert. Andere prangern dagegen die hohen Kursschwankungen, die geringe Akzeptanz und die leichte Nutzbarkeit für illegale Geschäfte an. Wir haben daher nochmal einen genauen Blick auf die Chancen und Risiken der digitalen Währung geworfen und uns die Frage gestellt, was Nutzer der Währung aktuell hauptsächlich antreibt.

Bitcoin: Eine gute Währung?

In einem früheren Artikel haben wir uns bereits ausführlicher mit Bitcoins auseinandergesetzt. Dabei stellte sich auch die Frage, ob Bitcoins eine gute Währung sind. Geld hat drei Funktionen. Nämlich soll es zur Wertaufbewahrung, als Zahlungsmittel und als Wertmesser dienen. Doch die Kryptowährung erfüllt keine der genannten in ausreichendem Maße. Als Wertaufbewahrungsmittel und als Wertmesser eignen sich Bitcoins aufgrund der enormen Kursschwankungen nicht. Als Zahlungsmittel gewinnen sie aber immer mehr an Akzeptanz. Sogar große Unternehmen wie Microsoft akzeptieren sie inzwischen. Doch würde man die gezahlten Preise in Euro oder Dollar umrechnen, so ergeben sich erhebliche Preisschwankungen, die wohl kein Endverbraucher hinnehmen will.

Außerdem kann der Bitcoin auch keine Konkurrenz zu etablierten Währungen sein. Denn die maximale Menge von 21 Millionen Bitcoins, würde niemals reichen, um die Transaktionen einer Volkswirtschaft wie Deutschland damit abwickeln zu können. Mit einer enorm großen Umlaufgeschwindigkeit des Geldes ließe sich das zwar vielleicht erreichen, doch da macht das System nicht mit. Denn aktuell ist es mit 3-4 Transaktionen pro Sekunde schon fast ausgelastet. Visa wickelt dagegen 1.700 Transaktionen je Sekunde ab. Also sind Bitcoins weder als echte Alternativwährung nutzbar und selbst als Ergänzung für den Normalbürger nicht zu empfehlen.

Chancen auf märchenhafte Renditen

Auch die Bundesbank sieht den Bitcoin eher kritisch und brandmarkt ihn als reines Spekulationsobjekt. Der US-Hedgefondsmanager Jim Rogers sieht bereits sogar schon eine Blase. Andererseits gibt es auch Analysten, die den Bitcoin innerhalb der nächsten zehn Jahre auf 50.000 US-Dollar steigen sehen. Tatsächlich scheint die digitale Währung aktuell immer wertvoller zu werden. Ende November steht der Kurs bereits bei 9729,40 USD je Bitcoin – ein Allzeithoch.

Wäre man zu Jahresbeginn noch eingestiegen und hätte einige Token erworben, hätte man 756 Prozent Rendite erwirtschaften können. Wer sich noch zeitiger zu den Mutigen zählen konnte, der darf sich natürlich über noch sattere Erträge freuen. Man kann also durchaus behaupten, es lässt sich mit Bitcoin-Trading Geld verdienen. Da die Bitcoins derzeit beliebt sind und vielerorts akzeptiert werden, könnte die Rekordjagd auch noch eine Weile anhalten. Doch wer weiß, wie lange?

Risiken

Verbot von Bitcoins

Bitcoins bieten aufgrund der Anonymität beim Bezahlen gerade Kriminellen einen hervorragenden Nährboden. Drogen- und Waffengeschäfte können so sehr bequem ohne Bargeld abgewickelt werden. Dass dies keine Panikmache oder einfache Verunglimpfung der Währung ist, zeigt die Untersuchung von zwei US-Professoren. Aaron Yelowitz und Matthew Wilson von der Ökonomischen Fakultät der Universität von Kentucky prüften mithilfe von Google Trends und der Kombination des Schlagwortes „Bitcoin“ mit anderen Begriffen, wer sich da gerade über die Kryptowährung informiert. Die Ergebnisse waren eindeutig: neben Computerenthusiasten, die u.a. mit Bitcoin-Mining ihr Geld verdienen, gehören vor allem Kriminelle zu den Nutzern. Vor diesem Hintergrund könnten sich Staaten irgendwann gezwungen sehen, die Währung einfach zu verbieten. Die chinesische Zentralbank hat es bereits vorgemacht und lässt Bitcoins als Zahlungsmittel nicht mehr zu.

Marktmanipulationen sind möglich

Bitcoin-Transaktionen sind häufig noch kostenfrei. Sollten diese aber Bitcoins von mehreren Adressen beinhalten, so erwarten die Miner eine geringe „freiwillige“ Transaktionsgebühr. Wer sichergehen möchte, dass eine Transaktion möglichst zügig abgewickelt wird, der kann einfach eine höhere Gebühr zahlen. Durch diese steuerbare Priorisierung sind auch Kursmanipulationen durch große Institutionen wie Hedgefonds denkbar. Aktionen dieser Art könnten das Vertrauen in die Währung schnell mindern und zu Kursverlusten führen.

Programmierfehler und Angriffe von außen

Das Bitcoin-System wird regelmäßig gewartet und von den Chefentwicklern auf den neuesten Stand gebracht. Da der Code komplex und kein Mensch perfekt ist, könnten sich hier durchaus auch Fehler einschleichen. Das könnte zumindest für das Vertrauen verheerende Folgen haben. Zudem ist nicht auszuschließen, dass Hacker sich auf illegalem Wege Bitcoins aus dem System ziehen, wie es 2016 bereits geschehen ist. Damals waren Hacker bei der Tauschplattform Bitfinex aus Hongkong eingebrochen und haben Bitcoins im Wert von 65 Millionen US-Dollar gestohlen. Sowas könnte sich wiederholen.

Der Hype endet einfach

Zuletzt weiß niemand, wie lange Bitcoins so beliebt bleiben werden. Viele Ereignisse sind denkbar, die zu einem Vertrauensverlust führen. Beispielsweise könnte allein die mangelnde Benutzerfreundlichkeit zum Untergang der Kryptowährung führen. Oder den Anlegern geht einfach irgendwann die Fantasie aus, woher weitere Kursgewinne stammen sollten. So war es nämlich im 17. Jahrhundert als die große Tulpenblase platzte und viele Kaufleute ihr Hab und Gut verloren. Bitcoin-Anleger könnte dieses Schicksal dann auch ereilen.


Wie Ihr seht, gibt es über Bitcoins allerhand zu wissen und zu bedenken, bevor man sich wirklich zu einer Investition entscheiden sollte. Dabei sollte man klar im Kopf haben, dass man nur spekuliert und dass Kursgewinne keine ausgemachte Sache sind. Aber klar – man kann damit definitiv Geld verdienen. Sicher ist das aber längst nicht! Also sollte man vorsichtig sein und nur Geld investieren, dessen Verlust man auch verschmerzen kann.


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