Die Koch Brüder – Umweltterroristen oder einfach nur ganz normaler Kapitalismus

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Die Brüder Charles und David Koch sind nur den wenigsten ein Begriff. Mit ihren jeweils ca. 21,5 Milliarden Dollar Privatvermögen und ihrem eigenem Unternehmen Koch Industries, dem zweitgrößten Privatunternehmen der USA, sind sie aber zwei der einflussreichsten Öl-Magnaten der Welt. Eines ihrer wichtigsten Tochterunternehmen ist Flint Hills Resources, das insbesondere Raffinerien in Alaska, Texas und Minnesota betreibt. Neben ihren Investments in der Rohölbranche engagieren sich die Koch Brüder aber auch stark auf dem Düngemittelmarkt und durch ihre Tochtergesellschaft – Georgia-Pacific LLC – auch in der Forst- und Papierwirtschaft.

Die Koch Brüder

Insbesondere unter Umweltaktivisten sind die Namen David und Charles Koch jedoch für etwas anderes als ihr Unternehmen und dessen Tätigkeit bekannt. Das Engagement der Koch Brüder gegen Maßnahmen zur Vermeidung der Erderwärmung brachte ihnen unter Greenpeace-Mitgliedern den Spitznamen „Climate Science Denial Kingpins„.

So finanzierten die beiden 1990, als die US-Regierung vor den Folgen einer Luftverschmutzung warnte, eine Gegenstudie der Gruppe „Concerned Citizens for the Environment“ über sauren Regen mit dem Ergebnis, dass dieser nicht existiere. Interessant ist dabei der Fakt, dass Koch Industries selbst einer der 10 größten Luftverschmutzer in den USA ist, sodass hier von einem starken wirtschaftlichen Interesse der Koch Brüder ausgegangen werden konnte. Sieben Jahre später finanzierten sie sogar noch eine zweite Studie mit dem Ergebnis, dass der von ihnen produzierte Smog Hautkrebs vorbeuge und somit förderlich für die menschliche Gesundheit wäre.

Mittlerweile geht man davon aus, dass die Gebrüder Koch zwischen 2006 und 2011 mehr als 50 Millionen US-Dollar für Lobbyarbeit in Washington investiert haben, um ihre eigenen Interessen zu wahren. Hinzu kommen weitere 196 Millionen US-Dollar, um andere Initiativen gegen die staatliche Regulierung von Unternehmen in den USA zu bewegen. Dazu gehört z.B. das Institute for Humane Studies, Fronties of Freedom und das Independent Women’s Forum. Aufgrund dieser übermäßigen Lobbyarbeit nennen Mitarbeiter des Weißen Hauses dieses Konglomerat bereits den „Kochtopus“.

Der Kochtopus

Auf dem Weg der eigenen Interessenwahrung gründeten die Koch Brüder auch zahlreiche Vereine und Stiftungen. So kam es 2003 zu Gründung der Organisation „Americans for Prosperity„, einem der Hauptgeldgeber der Tea-Party-Bewegung. Hinzu kommen Aktivitäten gegen die Regulierung von Vorstandsgehältern, Anti-Rauch-Kampagnen und einem staatlichen Gesundheitswesen.

Diese 10 Unternehmen produzieren alles was du kaufst

Auch der in den USA ansässige ökonomisch-politisch orientierte Think-Tank Cato Institute wurde durch Charles und David Koch gegründet. Nach inoffiziellen Stellungnahmen sei die Zielstellung des Vereins dabei weniger Steuern, weniger Umweltschutz und weniger Wohlfahrt.

Die tatsächlichen Ziele des Koch-Imperiums bleiben weiterhin unbekannt, aber klar ist, dass hier eine äußerst mächtige Wirtschaftsmacht gegen die globale Erwärmung und gegen den Umweltschutz arbeitet, um eigene Interessen zu wahren. Trotz aller Macht geriet das Unternehmen aber schon mehrfach in den Blickpunkt juristischer Ermittlungen. So wurde Koch Industries zwischen 1999 und 2003 insgesamt fünf mal strafrechtlich verurteilt und musste hierfür eine Gesamtstrafe in Höhe von 400 Millionen US-Dollar zahlen.

Ihnen wurde dabei unter anderem vorgeworfen Öl von fremden Ländern gestohlen, Umweltvergehen verschleiert und Pipelines nicht ausreichend gewartet zu haben. Insbesondere die schlechte Wartung führte zu einer Explosion ihrer Pipelines die zwei Menschen tötete.

Charles und David Koch bleiben also weiterhin ein perfektes Beispiel dafür, dass man mit Geld alles kaufen kann. Sogar eine bequeme Wahrheit, wenn man sie einmal braucht.


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