Das Internet, wie wir es heute kennen, ist anders als das Internet, das dessen Erfinder Tim Berners-Lee im Sinn hatte. Eigentlich sollte jeder Anwender die Möglichkeit haben, Inhalte nicht nur anzuschauen, sondern auch zu verändern – schließlich war es ursprünglich als Medium zum Sammeln von Informationen am Kernforschungsinstitut CERN gedacht, wo das auch durchaus praktikabel gewesen wäre. Heute ist dieser kooperative Ansatz noch auf Portalen wie Wikipedia zu finden – und in Open-Source-Programmen.

Was bedeutet „Open Source“?

Open Source ist der englische Begriff für „quelloffen“. Auf Software bezogen heißt das, dass der zugrundeliegende Quellcode frei verfügbar gemacht wird. So kann jeder, der die entsprechenden Fähigkeiten besitzt, selbst Veränderungen an der Software vornehmen und sie weiterentwickeln. Die Standards der Open Source Initiative sehen außerdem vor, dass es keine Einschränkungen für die Weitergabe der Software gibt. Wer ein Open-Source-Programm nach diesen Standards entwickelt, erklärt sich damit einverstanden, auf Lizenzgebühren zu verzichten, falls ein Dritter eine weiterentwickelte Version der Software verkaufen möchte. Ein weiterer Faktor ist, dass keine Nutzungsbeschränkungen für die Software gelten dürfen, weder hinsichtlich des Verwendungszwecks noch der Nutzer selbst – ein Zeichen gegen Diskriminierung und Reglementierung.

Das Fundament des Internets

Open-Source-Programme sind unter Programmierern und Nutzern sehr beliebt. Sie ermutigen nicht nur eine Weiterentwicklung aus Eigeninitiative, sondern sind auch im Vergleich zu rein kommerziell vertriebenen Produkten für Endverbraucher wesentlich preisgünstiger und oftmals sogar völlig kostenlos. Ein Beispiel ist die Office-Software Apache OpenOffice, die von Textverarbeitung bis Datenbanken dasselbe Spektrum umfasst wie Microsofts Office-Produkte – aber zum Nulltarif.

Was viele nicht wissen: Auch unzählige Websites werden mit Open-Source-Software erstellt und gemanagt. Eine Erhebung der Internet-Analyse-Website W3Techs ergab, dass mehr als ein Viertel aller Websites über das Open-Source Content-Management-System WordPress verwaltet werden. Eine große Community entwickelt das CMS stetig weiter, und die offene Struktur der Software macht es leicht, selbst als Laie WordPress-Plug-ins zu programmieren, um die eigene Website nach den eigenen Wünschen zu modifizieren und um neue Funktionen zu bereichern. Auch wegen dieser Einfachheit gibt es mittlerweile weit über 40.000 Plug-ins – entwickelt von der Community für die Community. Diese Art kooperativer Arbeit über und für das Internet ist ganz sicher nach dem Geschmack von Tim Berners-Lee.


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Ich liebe Reisen und ich liebe darüber zu schreiben. Ich freue mich mit euch meine Reiseerfahrung teilen zu können und hoffe den ein oder anderen Geheimtipp von euch zu erfahren.