Sowohl Männer als auch Frauen sprechen durchschnittlich 14.000 Wörter pro Tag – darunter sind auch viele Sprichwörter und Redewendungen. Doch kennt Ihr in jedem Fall deren Herkunft? Wir haben uns deshalb viele von ihnen einmal genauer angesehen. Seid gespannt auf unsere spannenden Fakten über Sprichwörter.

Die Herkunft von Redewendungen und Sprichwörtern

Wenn man den Grundgedanken von etwas verstanden hat, sagt man auch „Das ist also des Pudels Kern“. Die Redewendung stammt aus Goethes Faust. Denn vom berühmten Osterspaziergang bringt Faust einen Pudel mit nach Hause. In seinem Studierzimmer angekommen verkriecht sich das Tier hinter dem Ofen und kommt als Mephisto wieder hervor. Und da kommt Faust die heute so geläufige Redewendung über die Lippen.

Wenn jemand etwas im Schilde führt, hat er in der Regel schlechte Absichten. Das war auch im Mittelalter der Fall. Denn zu Verhandlungen traf man sich in der Regel ohne Waffen. Doch es konnte sein, dass jemand beispielsweise Dolche oder andere Handwaffen hinter seinem Schild versteckte.

Schickte man früher jemanden dahin, wo der Pfeffer wächst, so meinte man Indien. Denn ursprünglich stammt das exotische Gewürz von dem subtropischen Kontinent. Heute gehören außerdem Vietnam, Indonesien, Brasilien und Malaysia zu den größten Anbaugebieten.

Rückt jemand nicht so recht mit der Sprache heraus, so hält er sprichwörtlich mit etwas hinter dem Berg. Die Redewendung hat ihren Ursprung im Militär. Um dem Gegner nicht gleich zu Beginn eines Gefechts die Anzahl der eigenen Geschütze zu offenbaren, wurden diese zunächst hinter Hügeln verborgen. So konnten sie vom Feind unentdeckt bleiben, bis sie zum rechten Zeitpunkt zum Einsatz kamen. 

Bei einem heillosen Durcheinander spricht man auch vom Tohuwabohu. Das Wort geht auf die Schöpfungslehre in der Bibel zurück. Dort steht geschrieben „Und die Erde war wüst und leer“ – aus dem Hebräischen „Tohu wa bohu“.

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Wer auf dem Holzweg ist, der irrt bekanntermaßen. Bereits im 14. Jahrhundert wurden diejenigen Wege, die nur dem Abtransport von geschlagenen Bäumen dienten, als Holzweg bezeichnet. Da Reisende und Spaziergänger nicht ihr eigentliches Ziel erreichten, wenn sie auf solch einem Weg wandelten, wurde mit dem Begriff im Laufe der Jahre die Bedeutung Irrweg assoziiert.

Zu einer Zeit, als Bogenschützen noch große Bedeutung in der Kriegsführung hatten, wurden selbstverständlich auch Bögen und Pfeile immer weiter verbessert. Dabei entstand auch ein Pfeiltyp, der im Flug kaum hörbar war. So entstand die Redewendung aus heiterem Himmel, die besagt, dass etwas unverhofftes geschieht. Ganz so unverhofft, wie die Pfeile ihre überraschten Opfer trafen.

Aus dem Nähkästchen zu plaudern, bedeutet den Verrat von Geheimnissen. Tätigkeiten wie das Nähen waren früher fest in weiblicher Hand – nie wäre es einem Mann eingefallen, das Nähzeug einer Frau auch nur anzufassen. Folglich war das Nähkästchen das ideale Versteck für kleine Geheimnisse. Also bewahrten Frauen beispielsweise geheime Briefe bei ihrem Handwerkszeug auf, sodass sie vor den Augen der Männer verborgen blieben. Erzählten Frauen dann Freundinnen von ihren Geheimnissen, so plauderten sie aus dem Nähkästchen.

Jemandem nicht das Wasser reichen zu können, heißt, man ist nicht so gut wie eine andere Person. Die Redewendung stammt aus dem Mittelalter, als man bekanntlich mit den Fingern aß. Diese wollten nach dem Schmaus natürlich gereinigt werden. Das dafür benötigte Wasser wurde selbstverständlich nicht selbst geholt, sondern von einem Diener gereicht. Verschüttete dieser dabei das Wasser oder machte einen anderen Fehler, so sagte man, er könne nicht einmal das Wasser reichen. Es war zu dieser Zeit also eine kolossale Beleidigung.

Hat jemand eine unsaubere Handschrift, so sagt man gern, das könne doch kein Schwein lesen. Dabei geht es aber nicht um die rosafarbenen Grunzer sondern um die Familie Swyn aus dem 15. Jahrhundert. Die Swyns galten als sehr gebildet. Hatte jemand eine sehr unleserliche Handschrift, so sagte man, das könne kein Swyn lesen. Aus diesem Ausspruch ging die heute so bekannte Redewendung hervor.

Wer in der Kreide steht, der schuldet jemandem Geld. Im Mittelalter war es in Wirtshäusern Gang und Gäbe, dass die Namen von Kunden, die nicht in der Lage waren, ihre Rechnung zu begleichen, auf einer große Kreidetafel vermerkt wurden. Gut sichtbar im Lokal aufgehangen waren somit alle anderen Gäste über die lockere Zahlungsmoral säumiger Trinker informiert. Diese hatten es somit deutlich schwerer, sich erneut Geld zu leihen und waren daher bestrebter, die Zeche zu bezahlen und nicht mehr in der Kreide zu stehen.

Wer von etwas Wind bekommt, der erfährt von einer interessanten Neuigkeit. Eigentlich stammt die Redewendung aber aus der Jagd. Denn bekanntlich haben viele Tiere eine sehr feine Nase. Bei der Jagd ist es daher von großer Bedeutung, sich gegen den Wind an das Zielobjekt heranzupirschen. Andernfalls würde das Tier den herannahenden Jäger schnell wittern und das Weite suchen.

Gibt man immer seinen Senf dazu, so äußert man viel Überflüssiges. Da Senf im 17. Jahrhundert als besonders edles Gewürz galt, wurde die meisten Speisen damit verfeinert. Es war daher üblich, dass Wirte damals zu jedem Essen Senf reichten. Weil dies aber weder zu jedem Gericht passte noch zu jeder Zeit gewünscht war, entstand die Redewendung.

Springt jemand in die Bresche, so beendet er einen Notstand. Als Bresche wurde im Mittelalter ein Loch bezeichnet, dass Angreifer einer Burg in deren Mauer schossen. Um die Belagerer am Eindringen zu hindern, versperrten die Ritter mit ihren Körpern die gewaltsam hergestellte Öffnung – sie sprangen also in die Bresche.

Das sprichwörtliche „Lunte riechen“ bezeichnet das Auffliegen eines Hinterhalts. Im 14. Jahrhundert entstanden die ersten Schusswaffen. Einfache stählerne Läufe wurden mit einem Projektil und Schwarzpulver befüllt. Letzteres wurde über ein Zündloch mittels einer Lunte gezündet, sodass sich ein Schuss löste. Das langsame Brennen der Lunte konnte leicht von Wildtieren oder dem Feind gerochen werden.

Will man schnell abhauen, so zieht man umgangssprachlich Leine. Der Ausdruck kommt aus der Binnenschifffahrt. Denn stromaufwärts wurden die Schiffe vom Ufer aus mithilfe von Seilen gezogen. Dies geschah zunächst durch pure Muskelkraft, später aber auch durch Traktoren, Loks und stationäre Seilwinden. Wer sich damals also weg bewegen wollte, der zog Leine.



Soll ein anderer für die eigene Tat büßen, so schiebt man ihm etwas in die Schuhe. Früher schlief man in Gasthäusern in größeren Schlafräumen gemeinsam mit anderen, sodass auch Diebe leichtes Spiel hatten. Bemerkte jemand, dass er bestohlen wurde, machte man sich auf die Suche nach dem Diebesgut. Gauner taten also gut daran, selbiges über Nacht bei jemand anderem – beispielsweise in dessen Schuhen – zu verstecken, bevor sie am nächsten Tag abreisten. Fand man die gestohlenen Dinge dann, so wurde natürlich der Besitzer der Schuhe des Diebstahls bezichtigt.

Wer weiß, wo es im Leben lang geht oder wie etwas funktioniert, der weiß umgangssprachlich wie der Hase läuft. Die Redewendung stammt aus der Jagd. Hasen schlagen bei der Flucht vor Jägern oder anderen Tieren bekanntlich viele Haken. Wer erahnen konnte, in welche Richtung das Tier als nächstes läuft, der konnte seiner Familie am Abend etwas zu Essen auf den Tisch bringen. Man musste eben nur wissen, wie der Hase läuft.


Das waren unsere 18 Fakten über Sprichwörter. Welcher hat euch am meisten überrascht? Schreibt uns eure Meinung dazu doch einfach in die Kommentare. Noch mehr coole Fun Facts und Trivia findet ihr übrigens in unserer Rubrik Bluefacts. Oder ihr folgt uns einfach bei Instagram, Facebook oder Pinterest für noch mehr coole Fakten. Wir freuen uns auf euch.


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Mich faszinieren besonders politische sowie wirtschaftliche Zusammenhänge in der Welt. Dazu recherchiere ich gern selbst und werde euch die Früchte meiner Arbeit regelmäßig präsentieren. Außerdem liebe ich Filme, sodass ihr euch auch auf das ein oder andere Review freuen dürft.