Dass Roboter unsere Zukunft weit mehr bestimmen werden, als das derzeit der Fall ist, wird wohl niemand ernsthaft bestreiten wollen. Doch die Entwicklung ist auch jetzt schon viel weiter fortgeschritten als man glauben mag. Wir haben bereits über die beeindruckenden Modelle der Roboterschmiede Boston Dynamics berichtet. Insbesondere die Fähigkeiten des humanoiden Modells Atlas hab uns wirklich begeistert.

Koreaner entwickeln funktionstüchtiges Exoskelett

Sicherlich haben die meisten von Euch den bildgewaltigen Film Avatar von James Cameron gesehen. In dem Streifen sieht man Soldaten, die in riesige Roboter hineinschlüpfen und diese dann durch ihre eigenen Körperbewegungen zu steuern vermögen. So eine Art Exoskelett bringt einen Menge Möglichkeiten mit sich, sofern man sogar die Hände des mechanischen Helfers mithilfe der eigenen dirigieren kann.

Ganz so weit wie im Film ist die Entwicklung in der realen Welt leider noch nicht vorangeschritten. Dennoch wurde augenscheinlich bereits enormes geleistet, wie das folgende Video zeigt. Denn dem Unternehmen Korea Future Technology ist es womöglich gelungen, einen Roboter – den Method-1 – zu entwickeln, der die Bewegungen seines Insassen präzise nachahmt. Im Gegensatz zu Boston Dynamics beschäftigen sich die Entwickler also nicht mit künstlicher Intelligenz, da das Gehirn der Maschine ein Mensch aus Fleisch und Blut ist. Er nimmt die Position in der mächtigen Brust des Kolosses aus Aluminium und Carbon ein. Macht er einen Faustschlag nach vorn, so wird es ihm sein Avatar gleichtun. Aber seht selbst.

Der Method-1 genannte Roboter wird in Koreas Hauptstadt Seoul entwickelt, ist etwa vier Meter hoch und bringt rund 1,5 Tonnen auf die Waage. Wenn er auftritt, bebt der Boden um ihn herum. Insgesamt arbeiten 46 Motoren mit hohem Drehmoment und einer Vielzahl an Sensoren in dem Giganten. So hält er die Balance und kann auf flachen Oberflächen gehen. Im Moment jedenfalls. Es bleibt natürlich zu hoffen, dass zukünftig auch unwegsames Gelände von der Maschine erschlossen werden kann, um wirklich einen Nutzen stiften zu können.

Aufgrund des hohen Gewichts und der komplizierten Hydraulik, die für die Bewegungen sorgt, ist der menschenähnliche Gigant sehr schwerfällig. Doch die robuste Bauweise macht ihn perfekt zum Heben schwerer Lasten. Gerade Bergungsaktionen nach Erdbeben oder der Lastentransport in unwegsamem Gelände sind hervorragende Anwendungsmöglichkeiten für Roboter dieser Art.

Sein Aussehen verdankt der Method-1 dem Designer Vitaly Bulgarov. Er zeichnete auch für die Schöpfungen in Hollywood Blockbustern wie Robocop, Transformers 4 sowie Terminator Genisys verantwortlich. Nachdem das koreanische Entwicklungsteam die Entwürfe des Designers für den Method-1 gesehen haben, wollten sie ihn unbedingt an Bord haben. Also flog das Entwicklerteam in die USA, um Bulgarov zu besuchen. Nachdem er Ihnen einige alte Zeichnungen von derartigen Maschinen zeigte, waren sie begeistert. Interessant ist, dass sich Bulgarov zunächst keine Anleihen bei Filmen oder Spielen aus dem Sci-Fi-Bereich holte. Und dennoch sieht das finale Design des Method-1 dem monströsen Roboter-Anzug aus Avatar sehr ähnlich. Dem Erschaffer zufolge haben technische Restriktionen den Originalentwurf auf natürliche Weise immer weiter der Filmvorlage angeglichen. Die Special-Effect-Artists um James Cameron haben ihre Hausaufgaben also offenbar gemacht.

Es gibt Anlass zum Zweifeln

Bei aller Euphorie, die wir für Projekte dieser Art aufbringen, zwingt uns unsere journalistische Verantwortung zum Einräumen von Zweifeln über die Echtheit der Videos. Denn wir konnten keine Internetpräsenz des Unternehmens finden. Da anzunehmen ist, dass für solch ein Projekt viele Forschungsgelder eingeworben werden müssen, ist das Fehlen einer virtuellen Präsenz sehr ungewöhnlich. Aber das Projekt „Method-1“ könnte im stillen durch ein größeres Unternehmen betrieben werden. Vielleicht wollte man durch die Geheimhaltung vermeiden, Konkurrenten auf den Plan zu rufen. Ungewöhnlich ist trotzdem, dass die Videos durch den Designer veröffentlicht werden. Aber vielleicht will man nur nicht, dass bekannt wird, welches Unternehmen tatsächlich hinter dem Projekt steht.

Somit könnten die Videos auch ohne Online-Präsenz echt sein. Zudem sehen die Videos sehr realistisch aus. Ronald Fearing, Professor für Elektrotechnik und Computerwissenschaften in Berkeley, sagte, dass das Design tatsächlich funktionstüchtig anmutet. Natürlich könnte man ein solches Videos auch à la Hollywood mit dem Computer erzeugen, doch was würde diese hohen Kosten rechtfertigen? Unserer Meinung nach könnten die Videos also tatsächlich die Realität zeigen. Aber wie damals beim Hoverboard sollte man mit überschwänglichen Reaktionen vielleicht warten.


Was meint Ihr zu dem Video? Glaubt Ihr an die Echtheit des Method-1 oder gibt es Indizien für einen Fake? Welche Anwendungsmöglichkeiten fallen Euch für solch einen Roboter ein? Wir sind gespannt auf Eure Kommentare!

Quelle Titelbild: YouTube/Futurism


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About Author

Mich faszinieren besonders politische sowie wirtschaftliche Zusammenhänge in der Welt. Dazu recherchiere ich gern selbst und werde euch die Früchte meiner Arbeit regelmäßig präsentieren. Außerdem liebe ich Filme, sodass ihr euch auch auf das ein oder andere Review freuen dürft.