Es wird immer wieder gesagt, das Internet sei ein dezentrales Netzwerk, das man nicht abschalten oder manipulieren kann, aber das ist nur die halbe Wahrheit. Es stimmt, dass das Internet dezentral ist und es stimmt auch, dass man das Internet nicht so leicht abschalten kann. Dennoch kann man es manipulieren, verändern und ausbeuten. Doch 14 Menschen sollen uns vor dieser Katastrophe schützen und wer das ist, erfahrt ihr hier.

Die DNS des Internets

Für Laien wirkt das Internet, wie das Einfachste der Welt. Man gibt in seinem Browser eine Webadresse ein – z.B. www.bluemind.tv – und wird automatisch dorthin geleitet. Aus technischer Sicht ist dieser kleine Schritt aber viel komplizierter. Eine Webadresse bzw. URL ist nämlich nur eine vereinfachte Form der „Postanschrift“ einer Website. Server verstehen diese Anschrift allerdings nicht, sodass jede Webadresse in eine, für den Computer verständliche, Form umgewandelt werden muss: Der IP-Adresse.

Um das zu ermöglichen, muss bei jedem Aufruf einer Website die entsprechende URL in die dazu korrespondiere IP-Adresse umgewandelt werden, damit unser Browser weiß, mit welchem Server er sich verbinden muss. Für diese Umwandlung benötigt man allerdings eine Art zentrales Melderegister. Einen Ort oder vielmehr eine Datenbank, die einem genau mitteilt welcher URL welche IP-Adresse gehört. Man spricht in diesem Fall von einem Domain Name System bzw. kurz DNS. Ein Anbieter so einer DNS-Datenbank ist z.B. das Internet-Unternehmen Dyn. Was passiert, wenn so ein Anbieter einmal nicht funktioniert, konnte man im Oktober 2016 erleben. Da gab es einen Hacker-Angriff auf das Netzwerk von Dyn, der zahlreiche Websites wie Amazon, Netflix, Reddit oder Spotify für kurze Zeit unerreichbar machte.

Die Hüter des Domain Name Systems

Bei so viel Macht, die diesem System innewohnt, ist es natürlich nicht verwunderlich, dass kein einzelnes Unternehmen oder ein einzelner Mensch darüber verfügt. Stattdessen wurde zu dessen Schutz die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (kurz: ICANN) ins Leben gerufen, deren Hauptaufgabe es ist, jedem Server und jedem Computer eine IP-Adresse zuzuweisen. Die ICANN hat wiederum sieben Menschen einen Schlüssel zum Ändern ihres Systems gegeben, um die Macht darüber besser zu verteilen. Möchte man an den DNS-Daten etwas ändern, benötigt man sogar drei Keyholder, um den Schutz des Systems noch mehr zu erhöhen. Sollte einer der sieben Menschen versterben oder seinen Schlüssel verlieren, gibt es noch weitere sieben Backup Keyholder, um den Fortbestand des Systems zu garantieren. Ingesamt besitzen also lediglich 14 Menschen die Macht über eine der wichtigsten Ressourcen des Internets.

Änderungen des Systems durch die 14 Personen stehen natürlich unter größter Überwachung. Kein Schritt darf im Verborgenen unternommen werden und alles soll so transparent wie möglich gehalten werden. Eine Darstellung dieses Prozederes könnt ihr in folgendem Video finden.

Wichtig ist dabei immer, dass die 14 ausgewählten Personen vertrauenswürdig sind. Sollte es nämlich doch einmal passieren, dass jemand die DNS-Datenbanken ändern möchte, könnte das unvorhersehbare Einflüsse auf unser Leben haben. Mit den entsprechenden kriminellen Absichten könnte man dann nämlich allen Traffic auf ganz bestimmte Seiten umlenken. Normale Internetnutzer würden dann z.B. zur Website ihrer Online-Bank gehen und stattdessen auf eine Kopie umgeleitet werden. Kreditkartendaten, Sozialversicherungsnummern und alle persönlichen Informationen könnten so gestohlen werden und niemand würde es mitbekommen. Für die Zukunft bleibt also wichtig, dass diese 14 Personen ihren Job weiterhin gut machen und damit den Fortbestand des Internets sichern.


Was sagt ihr dazu? Würdet ihr gern einmal das Internet für einen Tag stoppen, um zu schauen was passiert oder glaubt ihr der Tag, an dem das Internet abgeschaltet wird, ist der Tag, an dem die Erde untergeht? Uns interessiert eure Meinung also schreibt sie uns doch in die Kommentare.

Quelle Titelbild: ICANN


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