Google Loon: Internet für die Welt

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Don’t be evil – lautet das offizielle Motto von Google und bei all den Projekten, an denen Google im Moment arbeitet, kann man auch schnell glauben, dass das Unternehmen vollkommen hinter diesem Motto steht. So auch bei einem der neuesten Projekte des Suchmaschinen-Giganten: Google Loon. Dahinter verbirgt sich die Idee, kleine Wetterballons in die Atmosphäre zu bringen, um den Menschen auf dem Erdboden dann ein 4G-Netz zur Verfügung zu stellen, um somit auch Internet in die entlegensten Gegenden der Welt zu bringen. Wann Google Loon starten soll und warum Google vielleicht nicht nur Nächstenliebe mit dem Projekt zeigen will, erfahrt ihr hier bei uns.

Was ist Google Loon

Das Internet verbindet die Welt – zumindest den Teil, der einen Internetzugang besitzt. Leider verfügen aber zwei Drittel der Menschheit über keinen Zugang zum Internet, sodass sie nie in den Genuss von Diensten wie Google, Wikipedia oder Online-Weiterbildungen kommen können. Dem soll Googles Luftballon-Projekt Google Loon entgegenwirken und Internet in die entferntesten Regionen unseres Planeten bringen oder Menschen den Zugang zum Internet nach einer großen Naturkatastrophe ermöglichen, um somit wieder mit seinen Liebsten in Kontakt zu bleiben.

Bei so einer revolutionären Idee bedarf es natürlich auch einer innovativen Umsetzung. Für Projekt Loon plant Google deshalb Ballons in die Stratosphäre zu bringen – einen Bereich der etwa doppelt so hoch über dem Erdboden liegt, wie der Bereich in dem sich das Wetter abspielt oder Flugzeuge fliegen. Für das menschliche Auge also schon lange nicht mehr sichtbar.

Die Höhe, in der sich Google Loon Ballons befinden sollen, hat gleichzeitig den Vorteil, dass es viele unterschiedliche Windschichten gibt. D.h. bewegt sich der Ballon wenige Meter nach oben oder unten, kann er sich durch die dort befindliche Windrichtung mitbewegen. So kann sich der Ballon mit nur wenig eigener Kraft um den ganzen Globus bewegen und immer dort sein, wo man ihn am meisten braucht.

Das tolle an Google Loon ist außerdem, dass das zur Verfügung gestellte Internet direkt an das Netz der großen Telekommunikationsanbieter angebunden ist und jeder, der in den Genuss des Loon-4G kommt, direkt mit seinem Handy darauf zugreifen kann. Das Handy nutzt dabei die Verbindung zum Loon-Ballon, der die Daten dann wieder an die Netzbetreiber am Erdboden weiterleitet.

Wie funktioniert Google Loon

Die Ballons von Google Loon werden ca. 20 km über dem Erdboden in der Stratosphäre der Erde fliegen und damit unabhängig vom Wetter agieren können. Ein spezieller Algorithmus soll es den Loon-Ballons erlauben, eigenständig die Windrichtungen der unterschiedlichen Stratosphäre-Ebenen auszunutzen, um somit schnell und einfach um die Welt zu reisen.

Die Ballons sollen sich dabei auch selbstständig untereinander absprechen können, sodass sie automatisch in kürzester Zeit ein riesiges Kommunikationsnetzwerk aufbauen können, das mehrere tausend Kilometer überwinden kann. Somit könnte man  schnell Internet an den Südpol bringen, selbst wenn der nächste Zugang zum Internet eigentlich am Nordpol liegen würde.

Technische Herausforderungen bei der Entwicklung von Google Loon

Google Loon stellte die Ingenieure von Google aber vor großen Herausforderungen. Die Stratosphäre ist schließlich nicht unbedingt für ihre lebensfreundliche Umgebung bekannt. Zwischen 10 und 60 km Höhe beträgt der Luftdruck nur noch 1% und die fehlende Atmosphäre bietet keinen Schutz gegen UV-Strahlung. Gleichzeitig sind schnelle Temperaturumschwünge bis zu -80°C möglich, sodass die Ingenieure von Google ihr Bestes geben mussten, um die Ballons „Wetterfest“ zu machen.

Die Google Loon Ballons bestehen deshalb aus einem speziellen Plastikstoff, der einen gleichzeitigen Druck bei den unterschiedlichsten Lufttemperaturen garantieren soll und das bei lediglich 3 Millimeter Dicke. Insgesamt sollen die Ballons 15 Meter breit und 12 Meter hoch sein. Bisher verlieren die Ballons nach ca. 100 Tagen automatisch wieder an Höhe, um den Erdboden erreichen zu können und von Google Mitarbeitern gewartet zu werden. In Zukunft sollen die Ballons aber viel länger am Himmel ausharren können. Sollte es allerdings zu einem Absturz kommen – vielleicht weil ein Adler sein Nest in den Ballon hineinbauen wollte – ist der Ballon immer noch mit einem Notfall-Fallschirm ausgestattet, um wirklich niemanden unter dem Ballon verletzen zu können.

Zur Energieversorgung besitzt jeder Google Loon Ballon außerdem mehrere Solar-Zellen, die die Funktionsbereitschaft mit ca. 100 Watt garantieren sollen. Die produzierte Energie soll sogar so ausreichend sein, dass die Batterie für den Nachtbetrieb aufgeladen werden kann.

Die Reichweite des von Google Loon zur Verfügung gestellten Internets soll ca. 40 km um den Ballon herum betragen. Die genutzte Kommunikationstechnologie wird LTE sein, was somit schnelles Internet garantieren soll aber alten Smartphones ohne LTE leider den Riegel vorschiebt.

Wo wird es Google Loon geben

Das Google Loon Projekt wurde 2013 bereits mit 30 Ballons über Neuseeland getestet und brachte einer kleinen Gruppe von Testern das moderne Internet. Aktuell befindet sich Google auch weiterhin noch in der Testphase und probiert den Service deshalb vorerst nur in abgegrenzten Gebieten aus aber versucht, diese immer weiter auszuweiten. So war das Ballon-Projekt auch schon im Himmel über Kalifornien oder im nordöstlichen Brasilien.

Das nächste Ziel von Google Loon soll die komplette südliche Hemisphäre sein. Besonders in Afrika fehlt vielen Menschen der Zugang zum Internet und das soll sich mithilfe des Projekt Loon bald ändern. Wann Google Loon aber offiziell weltweit an den Start geht, ist noch ungewiss. Aktuellen Berichten zufolge soll einem richtigen Einsatz aber nicht mehr viel im Wege stehen.


Natürlich will Google mit seinem Ballon-Projekt nicht nur Nächstenliebe zeigen. Vielmehr versucht der Konzern damit mehr Menschen ins Internet zu bringen und somit ca. 4 Milliarden potenzielle neue Nutzer für Google-Produkte zu bekommen. Ein gigantischer Markt mit gigantischem Gewinnpotenzial. Solange Google Loon den Menschen aber Zugang zum Internet verschafft, sollte man auch nichts dagegen haben, wenn Google damit den ein oder anderen Euro dazuverdient. Nur durch die Nutzung des Internets ist schließlich noch niemand gezwungen auch wirklich Googles Dienste zu nutzen. Stattdessen kann man ja auch Online-Weiterbildungen wahrnehmen oder sich selbst mithilfe von Wikipedia weiterbilden. Die Wahrheit wird aber wahrscheinlich so aussehen, dass die Mehrheit damit bei Facebook surfen wird oder sich unnütze Dinge bei Amazon bestellt. Kein Wunder, dass auch Facebook großes Interesse an Google Loon hat und deshalb einen Konkurrenzservice starten möchte. Der Kampf um das Internet der Zukunft hat also begonnen.

Was sagt ihr aber zu Google Loon. Seht ihr  darin die Möglichkeit weltweit verfügbares Internet zu ermöglichen oder eher ein neues Machtstreben von Google? Schreibt eure Meinung dazu doch einfach in die Kommentare und lasst uns diskutieren. Wenn ihr außerdem mehr über Googles Projekte erfahren wollt, dann solltet ihr unbedingt hier vorbeischauen.

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