Als hätte Elon Musk mit dem Online-Bezahlsystem Paypal, dem Elektroautohersteller Tesla und dem ersten privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX nicht schon genug Branchen revolutioniert, will er sich mit der selbstentwickelten Powerwall nun auch den Strommarkt vorknöpfen. Dahinter verbirgt sich eine kostengünstige und leistungsstarke Batterie, die es dem Besitzer ermöglichen soll, mehrere Tage vollkommen unabhängig vom traditionellen Stromnetz leben zu können. Was Powerwall genau ist, wie es funktioniert und warum es ein Meilenstein in der Stromindustrie sein könnte, erfahrt ihr hier.

Was ist die Powerwall?

Die von Elon Musk vorgestellte Powerwall ist im Grunde nichts anderes als eine Batterie – speziell entwickelt, um langfristig eine größere Menge Strom zu liefern. Anders als traditionelle Batterien soll die Powerwall aber keine iPhones, iPads oder Disc-Mans mit Strom versorgen, sondern den Strombedarf einer mehrköpfigen Familie über Tage hinweg abdecken. Klingt grundsätzlich nach einer einfachen Aufgabe, bei der man lediglich größere Handyakkus herstellen müsste, aber in der Realität gestaltet sich das Problem schwieriger als man denkt. Größere Mengen Strom sind nicht so einfach speicherbar, wie man es sich vorstellen mag und genau hier liegt auch die Revolution in der Powerwall von Tesla.

Nahaufnahme der Powerwall von Tesla

So soll die Powerwall von Tesla aussehen. Quelle: Tesla

Mit einer Dicke von gerade einmal 18 cm, einer Breite von 86 cm und einer Höhe von 1,30 m bietet die Tesla-Batterie 7 bis 10 kWh bei 350 – 450 V und 9,5 A. Zum Vergleich: ein Stromsparender Kühlschrank – einer der größten Stromverbraucher im Haushalt – benötigt pro Tag ca. 0,18 kWh. Bei solchen Zahlen wird also schnell klar, welch großes Potenzial in der Powerwall von Tesla steckt. Mit einem Preis von 3,000 USD (2.700 EUR) für die 7-kWh-Variante bzw. 3,500 USD (3.150 EUR) für die 10-kWh-Variante erscheint die große Haushalts-Batterie sehr günstig. Mit steigender Produktionszahl dürften die Stückkosten für Tesla auch sinken, sodass zukünftig mit günstigeren Preisen zu rechnen sein sollte.

Wie funktioniert die Powerwall von Tesla?

Nach Aussagen von Elon Musk, soll die Powerwall vor allem eins ermöglichen. Der Besitzer soll unabhängiger vom traditionellen Stromnetz werden. Einmal aufgeladen soll eine mehrköpfige Familie mehrere Wochen ohne zusätzliche Stromzufuhr alle Strombedürfnisse abdecken können. Wer mehr Unabhängigkeit will, kann sich auch mehrere Batterien von Tesla kaufen und diese zu einem intelligent zusammenarbeitenden Stromnetz zusammenschließen. Bis zu 9 Batterien mit einer Gesamtleistung von 90 kWh sollen pro Haushalt installiert werden können. Für Unternehmen soll es sogar eine größere Spezialvariante der Batterie geben: das Powerpack.

Großaufnahme der Powerwall von Tesla

Auch optisch eine Revolution. Die Powerwall von Tesla. Quelle: Tesla.

Die Powerwall soll aber nicht nur fähig sein, langfristig Strom für den Haushalt liefern zu können, sondern soll auch größere Strommengen auf einmal liefern können. Kurzfristig kann die Batterie bis zu 3kW liefern und langfristig immer noch 2kW. Elon Musk erklärt, dass die Powerwall am besten in Zusammenarbeit mit einer Solaranlage funktionieren soll. Dieser Stromlieferant lädt die Batterie tagsüber mit überschüssiger Sonnenenergie auf, sodass auch bei Nacht noch ausreichend Strom für den eigenen Haushalt zu Verfügung steht. Eine Powerwall inkl. eigener Solaranlage dürfte Haushalte also fast unabhängig vom traditionellen Stromnetz machen. Mehr Informationen über die technische Ausstattung der Powerwall findet ihr außerdem direkt auf der Unternehmens-Website.

Natürlich profitiert insbesondere Elon Musk von der Powerwall. Denn er produziert mithilfe von Tesla nicht nur die Batterien, sondern lässt sie außerdem durch sein Solar-Unternehmen „Solar City“ in den Haushalten installieren.

Wie die Powerwall den Strommarkt revolutionieren könnte

Der von der Powerwall gesetzte Meilenstein liegt natürlich auf der Hand. Haushalte werden unabhängiger vom traditionellen Stromnetz. Gleichzeitig können bestehende Stromnetze somit aber auch optimiert werden. Man stelle sich ein Szenario vor, bei der im Hochsommer alle Menschen ihre Klimaanlage anschalten. Es kommt schlagartig zu einem Anstieg des Stromverbrauchs und womöglich müssen sogar zusätzliche Kraftwerke ans Netz gebracht werden, um den gigantischen Stromverbrauch zu decken. Über Nacht schalten die Menschen nun ihre Klimaanlage aus und der Stromverbrauch sinkt wieder. Das zugeschaltete Kraftwerk kann allerdings nicht von einem Moment auf den nächsten abgeschaltet werden, sodass es womöglich Strom produziert, den niemand benötigt.

Rauchender Schornstein als Sinnbild der Industrialisierung

Geht es nach Elon Musk dürften rauchende Schornsteine bald der Vergangenheit angehören. Der Tesla-Gründer will eine grünere Zukunft für unseren Planeten.

Mit der Powerwall soll solch ein Szenario aber der Vergangenheit angehören. Jede Batterie ist mit dem Internet verbunden und kann hierdurch ein großes, unabhängiges und intelligentes Stromnetz bilden. Kommt es zu einem Mehrverbrauch, muss nun kein weiteres Kraftwerk aktiviert werden, denn der zusätzlich benötigte Strom wird einfach durch die Batterien geliefert. Im Gegenzug werden die Batterien wieder aufgeladen, wenn es einen Überschuss an Strom gibt, sodass es im Zuge dessen zu einem effektiveren Stromnetz kommt. Die Menschheit wird somit unabhängiger von Wettereignissen und kann eine stetige Menge an Strom produzieren.

Tesla is not just an automotive company, it’s an energy innovation company. Tesla Energy is a critical step in this mission to enable zero emission power generation.

Elon Musk über die Powerwall und tesla

Nach Aussage von Elon Musk benötigen wird für so ein verbessertes Stromnetz „lediglich“ 2 Milliarden Powerwalls. Das klingt natürlich viel aber Musk rechnet selbst vor: 2 Milliarden entspricht ungefähr der Menge an Fahrzeugen auf den Straßen. Und dieser gigantische Fuhrpark wird alle 20 Jahre komplett ausgetauscht. Warum soll es also nicht möglich sein unser Stromnetz in den nächsten 20 Jahren zu revolutionieren.

Insbesondere ärmere Länder können von der Powerwall – sofern sie sie sich leisten können – profitieren. In diesen Ländern ist das Stromnetz nur sehr schlecht ausgebaut und es kommt regelmäßig zu Stromausfällen. Die Tesla-Batterie könnte dies verhindern und den Lebensstandard vieler Menschen verbessern. Aktuell wird die smarte Batterie aber nur in den USA und Deutschland verkauft werden. Wann Afrika also in den Genuss der Powerwall kommen wird, steht noch in den Sternen. Solange kann sich der Kontinent aber mit einer anderen Erfindung beglücken: der Monorail.


Wir sind begeistert von der Tesla-Powerwall. Wieder einmal zeigt sich, dass Elon Musk die Welt verändern will und das Potenzial besitzt, dies auch zu schaffen. Was sagt ihr aber zur Powerwall? Könnt ihr euch vorstellen, dass damit die Stromprobleme der Zukunft verhindert werden können und würdet ihr euch so eine Batterie kaufen? Schreibt uns eure Meinung dazu doch einfach in die Kommentare und lasst uns darüber diskutieren.


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