Zehn Jahre nach der Veröffentlichung des ersten Tesla Masterplans meldet sich Mitgründer und CEO des Unternehmens – Elon Musk – nun wieder einmal zu Wort und erklärte der Öffentlichkeit, was in Zukunft von dem Stromautohersteller zu erwarten sei. Es war dabei von selbstfahrenden Autos die Rede, strombetriebenen Trucks, günstigem Solarstrom für alle und vielem mehr. In Zukunft soll man sogar Geld mit dem eigenem Auto verdienen können, wenn man es einmal nicht benutzt. Wie das alles möglich ist, wo die Reise mit Tesla hingehen soll und was der neue Masterplan des Unternehmens noch so alles beinhaltet, erfahrt ihr hier.

Teslas alter Masterplan

Dreht man die Zeit ein wenig zurück und versetzt sich wieder in das Jahr 2006, dann waren die Träume von Tesla Mitgründer Elon Musk noch sehr bescheiden. Der erste Masterplan von Tesla bestand aus vier einfachen Schritten:

  1. Baue wenige aber dafür sehr gute und leistungsstarke Elektroautos. Diese müssen aufgrund der der geringen Stückzahl leider noch sehr teuer sein aber…
  2. Benutze das Wissen und die Technologie des ersten Autos, um günstigere Autos für einen etwas breiteren Markt anzubieten und…
  3. Verwende nun alle Kapazitäten, alles Wissen und alle Materialien, um ein wirklich günstiges Auto für alle produzieren zu können.
  4. Und nicht zu vergessen: Stelle allen Menschen Solarstrom zur Verfügung (Unglaublich aber wahr, dieses Vorhaben steht schon seit zehn Jahren auf der Website von Tesla)
Mit dem Modell 3 hat Tesla das erste Massentaugliche Elektroauto vorstellt und das oberste Ziel ihres ersten Masterplans erreicht. Quelle: Tesla.

Mit dem Modell 3 hat Tesla das erste Massentaugliche Elektroauto vorgestellt und das oberste Ziel ihres ersten Masterplans erreicht. Quelle: Tesla.

Ein einfaches Konzept, das man in der Veröffentlichung der unterschiedlichen Tesla-Fahrzeuge auch wiedererkennen kann. Mit dem Tesla Roadster wurde ein unglaubliches, schnelles Elektroauto verkauft, das lediglich für einen kleinen Kundenkreis bestimmt war. Das darauf folgende Modell S war zwar immer noch verhältnismäßig teuer aber war dennoch schon für einen größeren Markt geschaffen. Mit dem nun angekündigten Modell 3 soll nun der dritte Schritt des früheren Masterplans von Tesla vollzogen werden und ein günstiges Elektroauto für den Massenmarkt produziert werden. Ach und der vierte Schritt wird spätestens mit dem angekündigten Kauf des Solarunternehmens SolarCity vollzogen sein.

Elon Musk und seine Unternehmen

Zip 2
1995 gründete der damalige Physikstudent zusammen mit seinem Bruder das Unternehmen Zip 2. Man kann es am ehesten mit Yelp oder Google Maps vergleichen. In der heutigen Zeit nix Besonderes mehr aber damals eine echte Revolution.
PayPal
PayPal ist hier in Deutschland den meisten ein Begriff und sicherlich auch das bekannteste Unternehmen, bei dem Elon Musk mitbeteiligt war. Häufig wird er hier auch als offizieller Gründer genannt dabei war es eher ein glücklicher Zufall, der ihn mit diesem Unternehmen in Verbindung brachte.
SpaceX
Nichts Weiteres als die bemannte Raumfahrt zum Mars hat sich das Unternehmen SpaceX und sein Gründer Elon Musk auf die Fahne geschrieben. Bisher feiert das Raumfahrtunternehmen aber große Erfolge. Es gelang schon mehrfach Raketen ins Weltall zu bringen und sie wieder sicher auf der Erde zu landen.
SolarCity
Günstige Solarenergie für jedermann ist das Motto des Solarunternehmens SolarCity, das demnächst durch den Elektroautohersteller Tesla aufgekauft werden soll.
Tesla
Über Tesla Motors bzw. mittlerweile nur noch Tesla muss nicht viel gesagt werden. Elon Musk versucht mithilfe des Unternehmens Elektroautos salonfähig und bezahlbar für jedermann zu machen.
Hyperloop
Was zuerst nur ein lustiger Gedanke war, ist nun das Geschäftskonzept von Hyperloop – einer Geschäftsauslagerung von SpaceX. Man möchte Menschen mithilfe einer Vakuumröhre schnell von A nach B bringen. Das Ganze erinnert stark an das klassische Rohrpostsystem und soll demnächst schon in Russland getestet werden.

Der neue Masterplan stellt alles auf den Kopf

Nun hat Elon Musk offiziell Phase 2 von Tesla eingeläutet und strebt entsprechend nach Größerem. Während in den ersten zehn Jahren vor allem die Entwicklung eines günstigen Elektroautos für den Massenmarkt im Mittelpunkt stand, beinhaltet Teslas neuer Masterplan nun auch eine gesunde Portion Größenwahnsinn. Zusammenfassend wünscht sich der Elektroautohersteller in den kommenden Jahren:

  1. Die Entwicklung unglaublicher Solardächer mit einfachen integrierten Stromspeichersystemen für jedermann (Dieser Plan wird tatsächlich als erster Punkt im neu veröffentlichten Masterplan genannt)
  2. Die Erweiterung der Fahrzeugpalette, um Autos in jedem denkbaren Segment anbieten zu können
  3. Die Entwicklung selbstfahrender Fahrzeuge, die 10 Mal sicherer fahren als menschengesteuerte Autos
  4. Autobesitzern ermöglichen, mit ihrem Fahrzeug Geld zu verdienen, wenn sie es nicht benutzen.

Ein tollkühner Plan für ein Unternehmen, das es noch nicht einmal 15 Jahre gibt aber schauen wir uns Teslas Masterplan doch im Detail an.

Einfache Solarstromgewinnung und Speicherung

Für eine bessere Welt reicht es nicht aus, wenn wir lediglich mit Fahrzeugen unterwegs sind, die mit Strom betrieben sind. Der Strom muss auch ökologisch nachhaltig produziert werden und hierbei denken Elon Musk und sein Unternehmen Tesla insbesondere an Solarenergie. Die Solaranlagen und die Speicherung des Stroms sollen dabei so einfach zu bedienen und zu installieren sein, dass es sogar ein kleines Kind hinbekommen könnte. Möglich werden kann das ganze aber nur – so Elon Musk – wenn Tesla das Schwesterunternehmen SolarCity kauft, um somit das volle Potenzial beider Unternehmen ausschöpfen zu können. Mit den Solaranlagen von SolarCity und der Stromspeicheralternative Powerwall von Tesla kann das alles möglich werden.

Ausweitung der Produktpalette

Neben einer Limousine (Modell S) und einem SUV (Modell X) hat Tesla nun auch einen Kleinwagen (Modell 3) vorgestellt, der demnächst erhältlich sein wird. Demnächst sollen auch noch LKWs und Busse folgen. Quelle: Tesla.

Neben einer Limousine (Modell S) und einem SUV (Modell X) hat Tesla nun auch einen Kleinwagen (Modell 3) vorgestellt, der demnächst erhältlich sein wird. Demnächst sollen auch noch LKWs und Busse folgen. Quelle: Tesla.

Bisher stand für Tesla immer der individuelle Personenverkehr im Mittelpunkt aber will man die Welt der Autos revolutionieren, muss man auch an andere Fahrzeugtypen denken. So ist es der große Wunsch von Elon Musk, dass in Zukunft auch Busse und LKWs von Tesla produziert werden, um den Güter- und öffentlichen Personennahverkehr zu verbessern.

In der Vorstellung von Tesla sollen Busse allerdings kleiner werden und sich zu einem großen Verbund zusammenschließen können. Dank des autonomen Fahrens würde man keine einzelnen Busfahrer mehr benötigen sondern stattdessen Flottenmanager, die die Bewegung ganzer Fahrzeugkolonnen steuern. Weil Busfahrten somit individueller werden, könnte man den Stadtverkehr entlasten, da keine Busbahnhöfe oder ähnliches mehr benötigt werden.

Autonomes Fahren

Bereits jetzt können Tesla-Fahrzeuge weitgehend selbstständig fahren aber aktuelle Vorfälle zeigen immer wieder, dass diese Technologie noch in den Kinderschuhen steckt. Nichtsdestotrotz hält Elon Musk weiterhin an seiner Vorstellung selbstfahrender Autos fest und prophezeit eine Zukunft, in der Menschen nicht mehr selbst fahren müssen und in der Computer die besseren Autofahrer sind.

Bis es soweit ist, geht man aber davon aus, dass es noch über 10 Milliarden Kilometer benötigt, die Testfahrzeuge zurücklegen müssen, um aus regulatorischer Sicht als wirklich sicher angesehen zu werden. Tesla-Fahrzeuge legen im Moment pro Tag ca. 5 Millionen Kilometer zurück, sodass es noch ein weiter Weg ist, bis man sich wirklich absolut auf sein Auto verlassen kann. Umso mehr Tesla-Fahrzeuge jedoch auf der Straße unterwegs sind, desto schneller kann deren System lernen und wir nähern uns schneller einer unfallfreieren Zukunft.

Car-Sharing

Im Moment nutzt ein Autobesitzer sein Fahrzeug lediglich 5 – 10 % am Tag. Das ist relativ wenig, wenn man die teuren Anschaffungskosten des Autos gegenüberstellt. Teslas Masterplan sieht deshalb vor, dass man immer dann, wenn man sein eigenes Auto nicht benötigt, es Teslas Autoflotte zur Verfügung stellen kann und somit ein wenig Geld dazu verdient. Während man selbst also im Urlaub oder auf Arbeit ist, verdient das eigene Fahrzeug als Teilzeittaxi ein wenig Kleingeld und macht die Anschaffung eines Tesla-Autos um einiges günstiger.


Der neue Masterplan von Tesla-Mitgründer Elon Musk klingt sehr ambitioniert aber gleichzeitig auch nach einer besseren Zukunft, in der der Mensch sicherer auf den Straßen unterwegs ist, Verkehrsopfer der Vergangenheit angehören und jede produzierte Stromeinheit so grün ist wie die Hosenträger von Joschka Fischer. Wann es soweit ist, steht allerdings noch nicht fest. Zuerst muss die Technologie besser und sicherer werden, bevor man sich blind darauf verlassen kann. Wir warten allerdings schon gespannt auf diese Zukunft und freuen uns auf die weitere Entwicklung. Was sagt ihr zu Teslas Masterplan? Etwas zu weit hergeholt oder doch alles machbar? Wann denkt ihr außerdem werden selbstfahrende Autos auf deutschen Straßen unterwegs sein und würdet ihr euch in so ein Auto setzen? Schreibt uns eure Meinung dazu doch einfach in die Kommentare und lasst uns diskutieren.


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