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Was ist Bitcoin Mining und wie funktioniert es?

Bitcoin Mining? Dabei denkt man vielleicht an Goldschürfer in der Wüste Nevadas oder an ein Add-On für das Computerspiel Minecraft aber sicherlich nicht an etwas, mit dem man Geld verdienen kann. Dahinter verbirgt sich allerdings ein kompliziertes Verfahren im Rahmen einer Bitcoin Transaktion mit der Möglichkeit, richtig viel Geld damit zu verdienen. Wer jetzt nur Bahnhof versteht, noch nie etwas von Bitcoins gehört hat oder bei dem Wort Bitcoin Mining seine Grubenlampe aus dem Schrank holen möchte, der sollte unbedingt weiterlesen.

Bitcoins? Eine kurze Erklärung

Die digitale Währung Bitcoin ist nur eine unter vielen Blockchain-Währungen. Anders als bei unserem traditionellen Geld benötigt man bei Bitcoins allerdings keine zentrale Anlaufstelle wie eine Bank oder sogar eine Zentralbank, da alle Transaktionen über das ganze Netzwerk aller Teilnehmer durchgeführt und verifiziert werden. Bitcoins und die dahinter stehende Blockchain-Technologie scheinen in den letzten Jahren immer wichtiger zu werden und zahlreiche Unternehmen experimentieren im Moment mit deren Nützlichkeit.

Vielleicht interessiert Dich auch das hier: Bitcoins – Eine Alternative für unser Währungssystem?

Bei so einer wichtigen Technologie sollte man meinen, dass der Erfinder mittlerweile Milliardär sein sollte aber nicht in diesem Fall. Das ganze Gegenteil ist sogar der Fall. Bis heute ist nicht klar, wer Bitcoins überhaupt erfunden hat. Immer wieder fällt zwar der Name Satoshi Nakamoto aber hierbei handelt es sich leider nur um ein Pseudonym. Wer dahinter steckt, ist weiterhin unklar. Wer sich gern näher mit der Geschichte der Bitcoins und deren Zukunft für unser Währungssystem interessiert, dem empfehlen wir diesen Artikel von uns, der sich ganz tiefgehend mit dieser Thematik beschäftigt.

Was ist nun aber Bitcoin Mining?

Vom Block zur Blockchain

Digitale Währungen, wie z.B. Bitcoins, die auf einer Blockchain-Technologie beruhen, unterscheiden sich von unserem normalen Geld in einem ganz wichtigen Punkt. Zu jedem Zeitpunkt weiß jeder Teilnehmer des Bitcoin-Netzwerks wer mit wem in welcher Höhe eine Transaktion durchgeführt hat. Zumindest fast. In Wirklichkeit werden zwar alle Transaktionen innerhalb eines bestimmten Zeitraums durch das gesamte Netzwerk aufgezeichnet aber die schlussendlichen Teilnehmer der einzelnen Transaktionen werden mithilfe eines Algorithmus verschlüsselt. Somit sind Bitcoins vor allem eines: transparent und anonym. Ein Luxus, den unser bisheriges Bargeld nicht bietet.

Aber zurück zu unserer Liste von Transaktionen, dem sogenannten Block. Dieser beinhaltet lediglich alle Transaktionen für einen bestimmten Zeitraum und wird nach Fertigstellung an den vorherigen Block angereiht. Somit entsteht eine endlos lange Kette von Transaktions-Blöcken, der sogenannten Blockchain. Diese enthält nun wirklich alle Transaktionen und macht das ganze System somit transparent. Allerdings besteht gleichzeitig auch die Möglichkeit, dass eventuell ein Block in die Blockchain gelangt, der womöglich nicht korrekt ist bzw. bei dem jemand bewusst falsche Informationen ins System streut, um sich selbst zu bereichern. Und um genau solche Fehlinformationen zu verhindern, benötigt das Bitcoin-System die sogenannten „Miner“.

Eine Erklärung wie Bitcoin Mining funktioniert durch Darstellung der einzelnen Zusammenhänge
Mehrere Transaktionen bilden einen Block. Mehrere Blocke bilden die Blockchain. Die Schlussinformationen des letzten Blocks, die Informationen des aktuellen Blocks und der Nonce ergeben schlussendlich den Hash.

#Hash

Die Miner haben im Bitcoin-Universum eine ganz entscheidende Aufgabe. Sie generieren nach jeder Fertigstellung eines Blocks von Transaktionen den „Hash“. Dahinter verbirgt sich eine scheinbar willkürliche Aneinanderreihung von Buchstaben und Zahlen, die anhand eines mathematischen Verfahrens gebildet wurde und alle Transaktionen der Blockchain in unheimlich kompakter Form darstellt. Dieser Hash wird an den Block am Ende der Blockchain angehangen und dem gesamten System zur Verfügung gestellt.

Die einzelnen Hashes besitzen dabei eine unglaubliche Eigenschaft. Zwar ist es absolut einfach einen Hash zu bilden aber dafür umso schwerer, wenn nicht sogar unmöglich aus einem Hash die zugrundeliegenden Transaktionen zurückzuverfolgen. Jeder einzelne Hash ist dabei absolut individuell und kann niemals doppelt im System vorkommen. Jede Änderung an ihm, sei es nur ein Buchstabe oder eine einzelne Zahl, würde den kompletten Datensatz total verändern.

Ein Hash besitzt allerdings noch eine weitere interessante Eigenschaft. Er vererbt seine Informationen an den nachfolgenden Hash, sodass alle Hashs untrennbar miteinander verbunden sind, wie eine Gliederkette. Entsteht ein neuer Block kann man dessen Richtigkeit somit anhand des Hashs und des Hashs zuvor überprüfen. Jede Manipulation einer Transaktion erfordert somit, dass man gleichzeitig auch den dazugehörigen Hash manipuliert und dies bedeutet man müsste alle Hashs der Gliederkette verändern.

Eine Infografik, die den Ablauf eines Mining Prozesses bei Bitcoins erklärt
So funktioniert das Bitcoin Mining.

Jetzt kommt das Mining ins Spiel

Jeder Miner ist nun auf der Suche nach einem neuen Block im Netzwerk, um dessen Hash zu erzeugen, denn schafft er es, bevor es einem anderen Miner gelungen ist, erhält er hierfür 25 Bitcoins. Wie beim Computerspiel Minceraft ist man beim Bitcoin Mining also auf der Suche nach neuen Blöcken bzw. Hashs, die man schlussendlich in Geld bzw. 25 Bitcoins umtauschen kann.

Das große Problem am Bitcoin Mining ist allerdings, dass es verdammt einfach ist einen Hash zu erzeugen und damit in Zukunft nicht nach jeder Transaktion ein neuer Hash erzeugt wird und innerhalb von Sekunden alle Bitcoins der Welt an die Miner gegangen sind, besitzt der komplette Mining-Vorgang noch einsichtige Hürde. Vom System selbst wird nämlich vorausgesetzt, dass jeder Hash eine ganz bestimmte Form besitzt. So werden am Anfang jedes Hashs z.B. eine gewisse Anzahl von Nullen benötigt. Da man am Anfang der Hash-Bildung aber nicht wissen kann, wie der endgültige Hash aussieht, müssen die Miner immer wieder versuchen den Hash ein klein wenig zu verändern.

Natürlich dürfen sie dabei nicht die einzelnen Transaktionen verändern und deshalb gibt es noch einen winzigen Baustein, neben den einzelnen Blöcken, mit dem der Hash verändert werden kann und das ist der „Nonce“. Der Nonce kann von den Minen dabei relativ frei gestaltet werden und hilft dabei, den Hash in die richtige Form zu bringen. Wenn ein Hash also noch nicht das richtige „Aussehen“ hat, kann der Bitcoin Miner also den Nonce verändern und das ganze noch einmal von Vorn beginnen.

Das Wettrennen um die Bitcoins

Im Wettlauf um die Hashs zählt vor allem eines: Rechenleistung. Umso mehr Rechenleistung der genutzte Computer besitzt, desto schneller kann man den Nonce verändern und einen neuen Hash bilden. Ähnlich wie bei einer Lottogemeinschaft kann man sich mittlerweile aber auch in Mining-Pools zusammenschließen, bei dem ein Netzwerk von Minern gemeinsam versucht, den richtigen Hash zu entdecken. Ist es dann soweit, teilen sie die gefundenen 25 Bitcoins anhand der eingebrachten Rechenleistung auf die Teilnehmer des Netzwerks auf. Das ganze hat sich schon so weit entwickelt, dass spezielle Rechenchips hergestellt werden, die ausschließlich auf das Bitcoin Mining ausgelegt sind.

Immer mehr Unternehmen versuchen auch mit dem Mining von Bitcoins das große Geschäft zu machen. In den letzten Jahren wurden immer mehr Start-Ups gegründet, deren ausschließlicher Zweck es ist, neue Hashs zu erzeugen und somit Geld durch Bitcoins zu erwirtschaften.

Wenn ihr also in das Bitcoin Mining einsteigen wollt, solltet ihr euch bei einem dieser Unternehmen informieren und euch deren Pools anschließen. Gemeinsam ist man stärker. Oder man versucht erst gar nicht mit dem Mining von Bitcoins Millionär zu werden. So soll es z.B. immer mehr Menschen geben, die sich eine Server-Farm in den Keller stellen, um dort nach Bitcoins und Hashs zu suchen. Das gefundene Geld reicht zwar gerade einmal für die erhöhten Stromkosten aus aber dafür kann die Abwärme der Server als Heizung für die eigenen vier Wände genutzt werden.

Update: Mittlerweile bekommen die Miner nur noch 12,5 Bitcoin, wenn sie den korrekten Hash gefunden haben.


Nun wisst ihr, was sich hinter Bitcoin Mining verbirgt. Kanntet ihr den Begriff bereits und habt ihr selbst schon einmal mit Bitcoins gehandelt? Wir wollen es wissen und freuen uns auf eure Kommentare. Schreibt uns einfach was ihr von dem Thema haltet und lasst uns diskutieren.

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