Start Technik Wissenschaft Die fünf bizarrsten Dinge in unserem Sonnensystem

Die fünf bizarrsten Dinge in unserem Sonnensystem

Der Weltraum. Unendliche Weiten. Fast jeder kennt diese Worte, mit denen die Folgen von Raumschiff Enterprise beginnen. Die Enterprise erkundet entlegene Winkel des Universums, fremde Wesen und geheimnisvolle Vorkommnisse. Doch schon in unserer kosmischen Nachbarschaft, nämlich unserem eigenen Sonnensystem, existieren haufenweise fantastisch anmutende Anomalien. Hier die fünf bizarrsten unter ihnen.

Merkurs doppelte Tagwerdung

Merkur ist der kleinste Planet im Sonnensystem und der Sonne am nächsten. Er läuft nicht etwa im Kreis ums Zentralgestirn, sondern auf einer unglaublich exzentrischen Bahn. Während Merkur einmal die Sonne umrundet, vergehen nur 1,5 Merkurtage – die Eigenrotation ist also sehr gering. Genau das ist der Grund, warum die Sonne auf Merkur an jedem 89. Tag an einigen Punkten auf dem Planeten zwei Mal aufgeht. Sicher ein tolles und groteskes Schauspiel, aber kein Mensch wird es jemals selbst erblicken. Auf Merkur sind es nachts -170 und am Tag +430 Grad. Das ist jeweils doch ein bisschen heftig. Ebenfalls bizarr: Aufgrund der seltsamen Himmelsbahn sieht es an einigen anderen Orten auf Merkur so aus, als würde die Sonne sich rückwärts bewegen.

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Saturns Nordpol und eine ungelöste Frage

Am Nordpol des zweitgrößten Planeten unseres Sonnensystems gibt es eine geometrische Figur, die Wissenschaftlern ein Rätsel aufgibt: ein gigantisches, fast gleichmäßiges Sechseck, das sich an diesem Pol des Planeten befindet und einen Durchmesser von knapp 25.000 Kilometern hat. Die Erde würde da zweimal reinpassen. Warum das Hexagon dort überhaupt existiert, ist nicht geklärt; sicher ist nur, dass es aus Wolken besteht. Forscher vermuten inzwischen aber, dass ein monströser Jetstream hinter dem Phänomen steckt. In zehn Stunden, 39 Minuten und 24 Sekunden rotiert die Struktur einmal um sich selbst – genau die Zeit, die auch Radioemissionen des Gasplaneten benötigen, um sich um die eigene Achse zu drehen. Mysteriös bleibt, warum es am Saturn-Südpol kein solches Sechseck gibt, obwohl auch an diesem Drehpunkt polare Wirbel existieren.

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Nordpol des Saturn, Quelle: NASA

Ceres und seine hellen Kleckse

In 414 Millionen Kilometern Entfernung von der Sonne rast Ceres mit etwa 18 Kilometern pro Sekunde im Asteroidengürtel – zwischen Mars und Jupiter – durch unser Sonnensystem. Er ist der kleinste der bekannten Zwergplaneten. So weit, so normal. Aber weswegen weist Ceres‘ Antlitz eine ganze Menge heller, fast weißer Flecken auf? Sie wirken so, als würden sie selbst leuchten. Eine Reihe davon befindet sich im Occator-Krater, doch andere verteilen sich über die komplette Oberfläche. Aus was bestehen sie? Warum sind einige kälter als die unmittelbare Umgebung? Handelt es sich um eisige Strukturen oder gar um Salz? Astronomen wissen bis heute keine Antwort auf diese Fragen. Ceres‘ Flecken sind ein Mysterium.

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Zwei der von der Wissenschaft bis dato nicht zu erklärenden hellen Flecken auf Ceres, Quelle: Wikipedia

Die helle und die dunkle Seite des Mondes

Zurück zum Saturn, genauer gesagt zu Iapetus, dem drittgrößten von 62 Saturnmonden. Der wohl seltsamste unter allen mehr als 300 bekannten Trabanten im Sonnensystem. Er besteht vermutlich nahezu komplett aus Wassereis – und zwei höchst verschiedenartig kolorierten Teilen. An seinem Äquator verläuft außerdem eine Wulst, die glauben macht, dass Iapetus einfach aus zwei unterschiedlichen Halbbällen zusammengesetzt wurde. Diese Wulst ist ein enormes Gebirge, das 13 Kilometer hoch und nur 20 Kilometer schmal ist, einzigartig im Sonnensystem. Außerdem ist die eine Mondseite zwölf Mal heller als die andere. Die Wissenschaftler wissen noch immer nicht, was es mit diesen Anomalitäten auf sich hat.

Uranus rollt im Sonnensystem herum

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Uranus mit Monden und Ringen. Alles liegt auf der Seite. Quelle: Wikipedia

Draußen, weit draußen im Sonnensystem befindet sich Uranus. Fast 2,9 Milliarden Kilometer beträgt seine Entfernung zur Sonne, nur Neptun ist mit 4,5 Milliarden Kilometern noch weiter weg. Der drittgrößte und nach Neptun viertschwerste Planet in unserem System verblüfft aber durch etwas anderes: seine Lage. Seine Rotationsachse weist eine Neigung von 97,77 Grad auf, er liegt sozusagen auf der Seite – kein anderer Planet kommt dem auch nur nahe (außer die Venus, die mit 177 Grad quasi auf dem Kopf steht). Das heißt, dass alle Planeten etwa auf der gleichen Bahnebene kreisen, Uranus aber seiner Umlaufbahn um die Sonne gleichsam entlang rollt. Auch das aus 13 Ringen bestehende Ringsystem um Uranus, das übrigens erst 1977 zufällig entdeckt wurde, ist exakt so ausgerichtet – genau wie die 27 bekannten Monde, die den Himmelskörper umkreisen. Aber warum beträgt der Neigungswinkel des Uranus fast 98 Grad? Das hat bis zum heutigen Tage niemand herausgefunden. Es wird lediglich vermutet, dass Uranus in der Frühzeit des Sonnensystems mit mehreren großen Protoplaneten kollidiert ist. Das könnte den Eis- und Gasriesen förmlich umgehauen und ihn auf die Seite gelegt haben.


Du denkst, dass es noch bizarrer, noch grotesker geht? Oder du möchtest über diese merkwürdigen Dinge diskutieren? Nur zu, nutze unsere Kommentarfunktion und tausche Dich mit anderen Lesern aus!

Quelle Titelbild: Wikipedia

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