Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass der Mensch nicht das einzige Tier auf unserem Planeten ist, das gegen seine Artgenossen in den Krieg zieht. Ein ähnliches Verhalten konnte auch schon bei Bienen oder Ameisen beobachtet werden. Aber lange Zeit glaubte man, dass der Mensch zumindest der einzige Primat sei, der dazu fähig ist, Krieg gegen die eigene Spezies zu führen. Dies änderte sich jedoch Ende der 70er Jahre, als man in Tansania einen langjährigen Krieg zwischen zwei Schimpansengruppen beobachten konnte, bei denen es nicht nur zu Tötungen, sondern auch zu Entführungen und Folter kam. Was sich dahinter verbirgt, erfahrt ihr hier.

Der Ausbruch des Schimpansenkriegs

Die britische Verhaltensforscherin Jane Goodall widmete ihr ganzes Leben der Erforschung von Affen. Was sie von 1974 bis 1978 jedoch zwischen zwei Schimpansengruppen im Gombe-Stream Nationalpark in Tansania beobachten musste, konnte sie zuerst selbst nicht glauben. In diesem Nationalpark lebten zwei Schimpansengruppen, die einen Krieg gegeneinander begannen. Genau genommen bekämpften sich in dieser Zeit die Kasakelagruppe aus dem nördlichen Teil des Nationalparks sowie die Kahamagruppe aus den südlichen Regionen des Parks.

Man geht davon aus, dass beide Gruppe zuvor eine gemeinsame Schimpansengruppe bildeten, sich aber später aus unerklärlichen Gründen aufteilten. Die Kahamagruppe bestand dabei aus sieben Männchen und drei Weibchen während die Kasekela-Gruppe acht Männchen und 12 Weibchen umfasste.Der erste Ausbruch kämpferischer Auseinandersetzungen begann am 7. Januar 1974 als mehrere Kasakelamännchen den Schimpansen “Godi” der Kahama-Gruppe angriffen und dabei töteten. Bis heute ist dies die erste bekannte Situation, in der ein Schimpanse absichtlich von anderen Schimpansen getötet wurde.

Der Schimpansenkrieg und seine Auswirkungen

In den nächsten vier Jahren wurden alle Männchen der Kahama-Gruppe durch die Männchen der Kasakela-Gruppe getötet. Aber auch die Weibchen mussten unter dem Krieg leiden. So wurde ein Weibchen umgebracht, zwei weitere sind bis jetzt verschollen und drei wurden geschlagen oder entführt. Die Kasakela konnten somit den Krieg für sich entscheiden und das Gebiet der Kahama übernehmen. Allerdings hielt der Sieg nicht lange. Das neue Territorium grenzte nun an den Lebensraum einer dritten Schimpansengruppen und auch hier forderten kriegerische Auseinandersetzungen Blut und Leben auf beiden Seiten.

Brutaler Höhepunkt des Kriegs zwischen der Kahama- und der Kasakela-Gruppe war jedoch das Verhalten einer ranghohen Schimpansenmutter der Kasakela. Diese tötete nämlich ein Kind der Kahama-Gruppe und trank danach das Blut, das aus den Wunden des Schädels rann. Es zeigte sich somit, dass Schimpansen nicht nur zu Krieg gegen Artgenossen fähig sind, sondern auch zu Kannibalismus übergehen können.


Was sagt ihr zu dem Schimpansenkrieg von Gombe? Wundert es euch, dass auch Schimpansen zur Kriegsführung fähig sind oder glaubt ihr, dass der Überlebensinstinkt jedes Tier zu solchen Handlungen bringen kann? Schreibt uns dazu doch einfach in die Kommentare und lasst es uns wissen.


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