Die Artenvielfalt unserer Erde ist schier beeindruckend. Mehrere Millionen verschiedener Lebewesen teilen sich mit uns Menschen den Globus. Einige von ihnen sind unbeschreiblich schön und manche furchtbar hässlich. Viele bringen uns als Haustiere, Nutztiere sowie in Zoos und in freier Wildbahn Freude, während wir uns vor anderen Tieren dringend in Acht nehmen sollten. Beispielsweise werden jährlich etwa 100 Menschen durch Nilpferde, 500 durch Elefanten, 1.000 durch Aligatoren, 5.000 durch Skorpione und bis zu 100.000 Menschen durch den Biss einer Giftschlange getötet. Doch natürlich verfügen nicht nur Schlangen über tödliche Toxine – auch Spinnen, Quallen, Frösche und andere Arten können einem den Tag richtig versauen. Hier sind die 10 giftigsten Tierarten der Welt. Dabei ist aber zu beachten, dass die giftigsten Tiere nicht zwangsläufig die tödlichsten sind, da manche nur geringe Mengen der todbringenden Substanz absondern.

1. Seewespe

Würfelqualle

Seewespe, Quelle: Wikipedia/Guido Gautsch

Das mit Abstand giftigste Tier der Welt ist die Seewespe. Ihr Gift könnte bis zu 250 Menschen töten und hat es mit diesem Superlativ sogar in den Hollywood-Film Sieben Leben geschafft. Die Quallenart kommt im Pazifik vor und tötet jährlich etwa 5.500 Menschen mit ihrem enorm starken Gift. Kommt es zum Kontakt zwischen dem Tier und einem Menschen, wird es gefährlich. Denn berührt man auch nur einen der bis zu 60 Tentakel, die bis zu drei Meter lang werden können, ätzen sich die Fäden der 5.000 Nesselzellen in die Haut und sondern das Toxin ab. Lähmungen der Muskulatur – auch des Herzens – und der Atmung sind die Folge. Das Opfer stirbt innerhalb weniger Minuten unter furchtbaren Schmerzen.

2. Krustenanemone

Anemone

Krustenanemone, Quelle: Wikipedia/Rtcpenguin

Nur wenige Zentimeter groß, schön anzusehen und hochgradig giftig – das ist der Steckbrief der Krustenanemone. Die Tiere sind in der ganzen Welt zuhause und werden auch von Aquarien-Liebhabern geschätzt. Doch bei der Unterart Palythoa ist Vorsicht geboten, denn ihr Gift gehört zu den stärksten der Welt – und es wirkt sofort. Verabreicht die Krustenanemone einem 70 Kilogramm schweren Menschen nur 0,01 Milligramm, so tritt der Tod mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent ein. Denn das Toxin bewirkt Erbrechen, Schüttelfrost und eine Lähmung des gesamten Muskelapparats. Besonders tückisch: Das Gift wird auch als Aerosol abgegeben, kann also auch über die Luft aufgenommen werden. Ein Gegengift ist nicht bekannt.

3. Pfeilgiftfrosch

Pfeilgiftfrosch

Pfeilgiftfrosch, Quelle: Wikipedia/Freetoast

In feucht-warmen Regenwäldern Süd- und Mittelamerikas treibt der Pfeilgiftfrosch sein Unwesen. Die farbenprächtigen Geschöpfe sind zwar lediglich zwischen einem und fünf Zentimeter groß, doch bereits ihr Aussehen signalisiert Feinden Gefahr. Werden sie angegriffen, sondert ihre Haut ein starkes Nervengift ab, das zu Lähmungserscheinungen der Muskeln sowie Atmung führt. Bekommt ein Mensch eine zu hohe Dosis ab, bezahlt man den Kontakt innerhalb von 20 Minuten mit dem Tod. Das Gift eines Tieres reicht aus, um zehn Menschen zu töten. Den Namen verdankt der Frosch den Chocó-Indianern Kolumbiens. Sie nutzten das Toxin des Giftpfeilfroschs, um die tödliche Wirkung ihrer Pfeilspitzen zu intensivieren.

4. Kegelschnecke

Kegelschnecke, Quelle: Kerry Matz National Institute of General Medical Services

Kegelschnecke, Quelle: Kerry Matz National Institute of General Medical Services

Bereits ein Tropfen des Giftes der Kegelschnecke genügt, um 20 Menschen den Tod zu bringen. Die starke toxische Wirkung ist für die kleinen Jäger lebensnotwendig. Denn hat es eine Kegelschnecke auf einen vorbeischwimmenden Fisch abgesehen, muss dieser praktisch sofort sterben. Nur so kann es den langsamen Tieren gelingen, sich an ihrer Beute zu laben. Obwohl gelegentlich Menschen durch ihre Begegnung mit der Kegelschnecke sterben, beschränken sich die Vorfälle in der Regel auf Taucher, die nach den Begehrten Tieren greifen. Denn die giftigsten Arten kommen ausschließlich in tieferen Lagen tropischer Meere vor. Derzeit gibt es kein Gegengift.

5. Blauringkrake

Großer Blaugeringelter Krake

Blauringkrake, Quelle: Wikipedia/Jens Petersen

Befreit den Kraken – oder lieber doch nicht, denn dieser Vertreter ist ein besonders gefährliches „Seeungeheuer“. Vor der Küste Australiens, der Phillipinen, Indonesiens und Neuguineas lebt der Blauringkrake in einer Wassertiefe von bis zu 50 Metern Tiefe. Die giftigste Krakenart der Welt treibt sich allerdings besonders auch in Ufernähe herum, was sie so gefährlich macht. Achtsame Schwimmer können die Tiere allerdings an ihren leuchtendblauen Ringen erkennen. Kommt man aber doch in Kontakt mit der Blauringkrake, wird es ernst. Innerhalb von zwei Stunden kann ein Biss zum Tod führen. In seinem Körper, trägt der Meeresbewohner genug Toxin, um bis zu 26 Menschen durch Lähmung des Atemapparates zu töten. Da der Tod allerdings erst innerhalb von zwei Stunden eintreten würde, kann eine künstliche Beatmung Rettung bringen, bis das Gift seine Wirkung verliert.

6. Gelber Mittelmeerskorpion

Skorpion

Gelber Mittelmeerskorpion, Quelle: Wikipedia/ST

In Nordafrika, der Türkei und der Arabischen Halbinsel trifft man den tödlichsten Skorpion der Welt an – den Gelben Mittelmeerskorpion. Sein Gift ist 18 Mal wirksamer als Zyankali – ein Stich ist für den Menschen tödlich. Krabbelt der Skorpion in einem trockenen Wüstengebiet unter einem Stein oder aus einer Felsspalte hervor, so sollte man lieber das Weite suchen. Denn die etwa zehn Zentimeter großen Killer sind nicht nur flink sondern auch sehr angriffslustig.

7. Inland-Taipan

giftigste Schlange der Welt

Inland-Taipan, Quelle: Wikipedia/XLerate

Jeder kennt den Film über die menschenmordenden Riesenschlangen: Anaconda. Doch von ihnen geht eine weit geringere Gefahr aus als von ihrem Artgenossen, dem Inland-Taipan. Sein Gift ist 50 Mal so stark wie das einer Kobra. Bereits ein einziger Biss injiziert dem Opfer über die bis zu sechs Millimeter langen Zähne genug Gift, um über 230 Menschen zu töten – unglaublich. Die Schlange ist im Westen des australischen Bundesstaates Queensland heimisch und kann bis zu 2,5 Meter groß werden. Doch glücklicherweise sind die Tiere eher Scheu und greifen bei Gefahr nur dann an, wenn keine Flucht möglich ist. Begegnet man dem Inland-Taipan, sollte man sich also möglichst ruhig entfernen. Kommt es aber zu einem Angriff, so treten Schmerzen, Schwellungen an der Bisstelle, Blutgerinnungsstörungen, Übelkeit, Bewusstlosigkeit bis hin zum Nierenversagen auf. Schließlich folgt der Tod.

8. Sydney-Trichternetzspinne

Trichternetzspinne

Sydney-Trichternetzspinne, Quelle: Wikipedia/Tirin

Neben der giftigsten Schlange fühlt sich auch die giftigste Spinnenart in Australien zuhause. Die Sydney-Trichternetzspinne kommt hauptsächlich in feuchteren Gegenden in einem Umkreis von etwa 180 Kilometern um Sydney vor. Mit einer Größe von 4,5 Zentimetern gehört sie zwar nicht zu den größten Spinnen, allerdings ist sie äußerst tödlich. Besonders während der Paarungszeit sind die Tiere sehr aggressiv und können mit ihren Giftzähnen sogar weiches Schuhwerk durchdringen. Nach einem Biss lähmt das übertragene Toxin die Skelett- und Atemmuskulatur. Gelangt es zum Herzen, so ist eine Rettung ausgeschlossen. Doch in der Regel sind zuvor stattfindende Behandlungen mit dem Gegengift erfolgreich.

9. Dubois‘ Seeschlange

Dubois-Seeschlange

Dubois‘ Seeschlange, Quelle: http://deep-blue.npage.de/seeschlangen.html

 

Die giftigste Seeschlange der Welt ist die Dubois‘ Seeschlange. Die Tiere können bis zu 1,5 Meter groß werden und bewegen sich durch einen abgeflachten Schwanz im Wasser fort. Sie kommen in Küstennähe tropischer Meeresregionen des Indischen sowie Pazifischen Ozeans vor. Im Gegensatz zu einem Biss anderer Giftschlangen, ist der der Dubois‘ Seeschlange aufgrund der feinen Giftzähne kaum zu spüren oder zu sehen. Doch nach etwa 30 Minuten treten erste Lähmungserscheinungen, die sich schrittweise verstärken und innerhalb von acht Stunden bis drei Tagen zum Tod führen können, sofern sich kein Gegengift in Reichweite befindet.

10. Steinfisch

Giftigster Fisch

Steinfisch, Quelle: Wikipedia/Haplochromis

In flachem Wasser, getarnt als Fels, lebt der Steinfisch auf Riffen, Geröll und weichen Böden. Da sie schlechte Schwimmer sind, verharren sie meist, auf Kleintiere lauernd, am Boden. Berührt ein Tier die Stacheln an der Rückenflosse, so wird sofort ein tödliches Nervengift abgesondert. Ein starkes Brennen ist unmittelbar zu spüren und Lähmungen sowie Herzrhythmusstörungen folgen wenig später. Binnen acht Stunden kann der Kontakt zum Tod führen, sofern kein Gegengift verabreicht wird.


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