Im Gegensatz zum Sporttaucher ist der Nukleartaucher keine Masche aus Barney Stinsons Playbook. Vielmehr handelt es sich dabei um einen wichtigen Job, ohne den Kernkraftwerke nicht richtig gewartet werden könnten. Seid gespannt!

Berufstaucher mit Spezialisierung

Taucher gibt es nicht nur im Urlaub oder beim Militär. Nicht wenige Menschen verdienen damit auch ihr Geld – nämlich als Berufstaucher. Dafür ist eine zweijährige Ausbildung nötig, die über 300 Fachunterrichtsstunden sowie etwa 200 Tauchstunden umfasst. Dabei sind nicht nur Tauchkenntnisse zu erlernen, auch der Umgang mit Tauchgeräten sowie Kenntnisse über Tauchmedizin und Rechtsvorschriften sind wichtig. Diese Qualifikation ist nicht ganz billig – etwa 10.000 Euro müssen meist aus eigener Tasche gezahlt werden. Aber es lohnt sich: Denn der monatliche Verdienst kann auch auf diesem Niveau liegen. Darüber hinaus ist aber in der Regel noch eine vorherige Ausbildung zum Mechaniker, Elektriker, Maurer, Schweißer oder dergleichen absolvieren. Denn handwerkliche Fähigkeiten sind für den Job unerlässlich.

Taucher bei der Untersuchung eines Schiffswracks, Quelle: Wikipedia/Claudio Thomas

Eine besonders spannende Ausprägung des Berufstauchens ist das Nukleartauchen. Dabei geht es um die Wartung der Kühlanlagen von Atomkraftwerken. Das hat den Vorteil, dass man in einer sehr sauberen und angenehm warmen Umgebung arbeiten kann. So ein Umfeld zieht man einem Tauchgang zur Wartung einer Kläranlage allemal vor. Für das Unterwasser-Abenteuer in einem Atomkraftwerk ist ein wasserdichter Nuklearhelm nötig. Darüber trägt der Taucher einen speziellen Anzug zur Kühlung, da das Wasser auch recht heiß sein kann. Außen am Anzug werden kleine Strahlenmessgeräte angebracht, um zu kontrollieren, ob die Strahlendosis im ungefährlichen Bereich ist. In den meisten Fällen sollte das allerdings kein Problem sein, da Wasser eine gut vor radioaktiver Strahlung schützt.

Atomkraftwerke brauchen das Wasser in den riesigen Tanks zum Kühlen des Reaktors, für eine Notfallflutung und zum Antrieb von Turbinen. Da ist es selbstverständlich, dass alle Bauteile gewartet werden müssen. Genau diesen Job übernehmen die Nukleartaucher. Dabei kann es beispielsweise um den Ausbau von Brennelementelagerbecken gehen aber auch einfach um die Reparatur und Instandhaltung der vielen Rohranlagen. Ohne Taucher, die diese Arbeiten verrichten, wären Atomkraftwerke gezwungen, die Becken abzulassen. Das wäre einerseits ein Sicherheitsrisiko und andererseits extrem kostspielig.


Seid Ihr vielleicht Berufstaucher und könnt aus Eurem Alltag berichten? Oder ist jemand Taucher und könnte sich diesen Job vorstellen? Wir sind gespannt auf Eure Kommentare!


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Mich faszinieren besonders politische sowie wirtschaftliche Zusammenhänge in der Welt. Dazu recherchiere ich gern selbst und werde euch die Früchte meiner Arbeit regelmäßig präsentieren. Außerdem liebe ich Filme, sodass ihr euch auch auf das ein oder andere Review freuen dürft.