Der Oktopus und seine Verwandten sind schon Sonderlinge unter den Tieren zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Mit seinen acht Armen sowie drei Herzen gibt es in der Fauna nichts Vergleichbares. Doch das ist noch nicht alles. Denn das Gehirn des Cephalopoden durchzieht den ganzen Körper.

Oktopus und Mensch haben gemeinsame Vorfahren

Ja, auch der Mensch und der Oktopus schauen auf gemeinsame Ahnen zurück. Ist ja logisch. Die erste Zellform, die sich auf Erden gebildet hat, ist der Urvater aller heute lebenden Tiere. Wobei man der Evolution eigentlich unterstellen müsste, dass es sich dabei um einen Scherz handelt. Heute vermuten Wissenschaftler, dass der letzte gemeinsame Urahn vor 600 Millionen Jahren gelebt hat. Doch niemand weiß, wie er ausgesehen hat. Für so viel Fantasie ist selbst in der Evolutionsbiologie recht wenig Platz.

Könnte ja sein, dass es eine Art Fisch war, lange bevor es tatsächlich Fische gab. Auch eine quallen- oder wurmartige Kreatur ist vorstellbar. Hawaiianische Ureinwohner glauben daran, dass der Oktopus aus einer anderen Welt stammt. Und zwar nicht von einem anderen Planeten, sondern aus einer Zeit, bevor unsere Zeit begonnen hat. Als sich die Erde gerade geformt hatte und Leben noch gar nicht existieren konnte.

Die Sache mit dem Gehirn

Neben den vielen Armen und den drei Herzen ist es aber vor allem das Ganzkörperhirn, das der Wissenschaft imponiert. Die Neuronen sitzen buchstäblich überall. Es ist ein bisschen wie das Internet, in jeder Faser ist Wissen gespeichert. Der Oktopus hat direkten Zugriff darauf, weswegen er ziemlich intelligent ist. Sogar in den Armen sitzt das Gehirn. Das macht es den Lebewesen leichter, sich die Umgebung durch Ertasten komplett zu erschließen. Sogar noch jeder einzelne Saugnapf verfügt über etwa 10.000 Neuronen.

Der Kopffüßer bei der Fluchtbewegung.

Der Kopffüßer bei der Fluchtbewegung. Foto: Wikipedia/albert kok

Der überwiegende Teil des Hirns befindet sich jedenfalls außerhalb des Kopfes. Dass die Arme übersät sind mit Hirnzellen, hilft dem Oktopus bei der Nahrungssuche enorm. Es wurde sogar schon beobachtet, dass die Arme auch weiter Nahrung aufspüren, wenn sie vom Kopf abgetrennt sind und der Tintenfisch eigentlich tot ist. Für eine kurze Zeit führen die Arme das gefundene Fressen sogar zum Mund, der gar nicht mehr vorhanden ist.

Meister in allen Bereichen

Die Tiere vollbringen wahre Wunder, auch was die Tarnung mittels Farbveränderung und Tinte angeht. Drei Herzen sind im Tierreich wohl ebenfalls einzigartig. Was jedoch am meisten erstaunt ist, dass der Krake auch Menschen voneinander unterscheiden kann. Wen er nicht so mag, bespritzt er schon mal mit Wasser. Forschung an lebenden Objekten kann lustig sein.

Und Forschung kann Überraschendes zutage fördern. So haben die Wissenschaftler jede Menge Nachweise gefunden, dass der Oktopus wohl auch ein Bild von sich selbst hat. Ein Bewusstsein! Dass der Oktopus auch Artgenossen vertilgt, ist da kein Widerspruch. Denn erstens sind die Tiere komplette Einzelgänger und erfahren keine besondere Sozialisation. Außerdem gibt es den Kannibalismus auch in der Geschichte der Menschheit.


Es sind schon kuriose Tiere, nicht wahr? Habt ihr vielleicht etwas von anderen bizarren Spezies auf Lager? Oder fallen euch zum Oktopus, zum Kraken und zum Kalmar noch andere Dinge ein? Viel Spaß beim gemeinsamen Diskutieren!


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About Author

Freier Journalist und Texter. Recherchiert und schreibt über alles, was nicht 08/15 ist und Eindruck hinterlässt. Ist gern unterwegs in der Weltgeschichte.