Die Superfötation, auch Doppelbefruchtung genannt, ist extrem selten. Dabei werden weibliche Tiere, die bereits trächtig sind, erneut befruchtet. Das geschieht dann, wenn nach dem Eisprung noch ein zweiter erfolgt. Bei uns Menschen kommt das praktisch nicht vor.

Superfötation beim Menschen

Im Jahr 2009 bringt eine Amerikanerin am 2. Dezember Zwillinge zur Welt. Nach allem, was wir heute wissen, sind die Kinder, die sie inzwischen sind, wohlauf. Man hat sie im Kreißsaal per Kaiserschnitt auf die Welt geholt, für Babys die entspannteste Art der Geburt. Innerhalb weniger Minuten, wie das bei Zwillingen nun mal so ist. Nur, dass es sich gar nicht um Zwillinge handelte.

Zwei befruchtete Eizellen, aber noch keine Superfötation

Zwei befruchtete Eizellen, aber noch keine Superfötation. Bild: Wikipedia/Havelbaude

Denn laut Berechnung hätte eines der Babys erst am 24. Dezember zur Welt kommen sollen – und das andere sogar erst am 10. Januar 2010. Klar, dass hier kein gewöhnliches Zwillingspaar vorliegt. In Wahrheit handelte es sich um eine Superfötation. Ein Phänomen, das gerade beim Menschen praktisch nie vorkommt. Es ist nämlich ein Eisprung nötig zu einem Zeitpunkt, zu dem die Frau bereits schwanger ist. Und das hat die Natur so ja eigentlich nicht vorgesehen.

Normalerweise bleibt ein zweiter Eisprung aus

Schwanger ist schwanger, für den menschlichen Körper, also den weiblichen, steht das unumwunden fest. Der Hormonspiegel ändert sich sofort, nachdem die Befruchtung der Eizelle geklappt hat. Wenn überhaupt ein zweiter Eisprung erfolgt, dann unmittelbar nach dem ersten. Die Folge sind zweieiige Zwillinge. Mit einer Superfötation aber hat das nichts zu tun. Diese liegt erst vor, wenn der zweite Eisprung in einem gewissen zeitlichen Abstand erfolgt. Ansonsten spricht man von einer sogenannten Superfecundatio.

Im Tierreich sieht das aber schon ganz anders aus. Hier ist die Superfötation zwar nicht alltäglich, aber zumindest auch nicht absolut außergewöhnlich. Nehmen wir mal die Feldhäsin. Hier klappt die doppelte Schwangerschaft relativ häufig. Noch bevor der Wurf ausgetragen ist, darf der Hasenmann gleich noch mal ran, um seine Häsin erneut zu schwängern.

Bei zehn Prozent aller Hauskatzen liegt Superfötation vor

Bei zehn Prozent aller Hauskatzen liegt Superfötation vor, Quelle: Wikipedia/StephanB

Wo die Superfötation normal ist

Wir Menschen denken ja oft, dass wir das, was wir tagtäglich sehen, in- und auswendig kennen. Dass das ein grober Irrtum sein kann, beweisen Katzen. Genau, unsere Hauskatzen! Mit einer Wahrscheinlichkeit von ungefähr zehn Prozent tritt bei unseren schnurrenden Freundinnen eine Superfötation auf. Kaum zu glauben, oder? Stimmt aber. Und es geht sogar noch ungewöhnlicher im Tierreich. Die Doppelbefruchtung scheint zumindest im Wasser eine Strategie zu sein, die die eigene Art schützt.

Das beginnt schon damit, dass lebendgebärende Fischarten die Ausnahme sind. Der Zwergkärpfling, beheimatet in den Tümpeln der US-Südstaaten, gehört zu diesen Schuppentieren. Vermutlich fallen die kleinen lebendgeborenen Fischlein häufiger Fressfeinden zum Opfer als Fischlaich, den Fische gut verstecken können. Die Lösung für den Zwergkärpfling: Superfötation! In einem Monat schaffen die Weibchen es, etwa 30 Jungfische zu gebären. Das scheint das Überleben dieser Art positiv zu beeinflussen.


Verrückt, was die Natur so sich ausgedacht hat, oder? Wenn Du ähnlich interessante Fakten kennst aus Flora oder Fauna, dann zögere nicht, sie mit uns und den anderen Lesern gleich hier zu teilen!

Quelle Titelbild: Wikipedia/Brian Gratflicke (Flickr)

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About Author

Freier Journalist und Texter. Recherchiert und schreibt über alles, was nicht 08/15 ist und Eindruck hinterlässt. Ist gern unterwegs in der Weltgeschichte.