Unsere Zahlen setzen sich bekanntermaßen aus einzelnen Ziffern zusammen. Wir nutzen das arabische Zahlensystem, das aber ursprünglich aus Indien stammt später mit den Mauren in Europa Einzug hielt.

Woher kommen Zahlen und Ziffern denn nun?

Indien? Wieso Indien? Wir sprechen doch eigentlich von „arabischen“ Ziffern, oder nicht? Doch tatsächlich haben sich die frühesten Vorläufer unserer heutigen Zahlen im indischen Raum entwickelt. Bis ins dritte vorchristliche Jahrhundert kann man das zurückverfolgen, als die Brahmi-Zahlschrift auftauchte. Woher genau, das ist bis heute unbekannt. Der indische Astronom und Mathematiker Brahmagupta verfasste 628 einen für die Ziffern und Zahlen wegweisenden Text. Und das ausgehend ausgerechnet von der Null, die er als vollwertige Zahl sah.

Angabe der Durchfahrtshöhe in Abu Dhabi. Unten die europäische Zahl

Angabe der Durchfahrtshöhe in Abu Dhabi. Unten die europäische Zahl, Quelle: Wikipedia/Ralf Roletschek

Kurze Zeit darauf besetzten die Araber Persien und Mesopotamien, wo ebenfalls das System der indischen Zahlen vorherrschte. Nun dauerte es nicht mehr lange, bis die indischen Ziffern weiter nach Westen gelangten, zunächst einmal nach Syrien. Dort nahm sich der Astronom Severus Sebokht der Zahlen an und verbreitete sie im arabischen Raum. Das geschah in den 60-er Jahren des 7. Jahrhunderts.

Über Iberien nach Europa

Was die nächsten 16 Jahrzehnte passierte, ist heute wenig bekannt. Erst im Jahr 825 kam wieder Schwung ins Zahlen-Mysterium. Da nämlich veröffentlichte der persische Mathematiker al-Ḫwārizmī sein Werk „Rechnen mit indischen Zahlzeichen“. Das Buch nahm immensen Einfluss auf die mathematische Entwicklung im Nahen und Mittleren Osten. Und schließlich gelangten die indischen Zahlen, die jetzt als arabische Ziffern galten, über die Mauren auf die iberische Halbinsel. Und von dort im Hochmittelalter weiter hinein in den europäischen Kontinent.

Ziffen im Vergleich

Ziffern im Vergleich, Quelle: Wikipedia/Madden

Im Laufe der Zeit erfuhren die Zahlen und Ziffern immer mehr Veränderungen. Erstaunlich ist dabei, wie nah einige Ziffern den unseren in der heutigen Zeit immer mal wieder waren. Die entscheidende Komponente des Ganzen dürfte die „Erfindung“ der Null als Zahl gewesen sein. Ausgehend davon haben sich mathematische Theorien erst richtig entwickeln können.


Ziemlich interessant, nicht wahr? Oft vergessen wir, dass unsere Ziffern genau wie die Buchstaben eine lange Entwicklung genommen haben, bis sie zu dem wurden, was sie heute sind. Die lateinischen Buchstaben sind allerdings älter – und glichen schon in der Römischen Republik ihren heutigen Entsprechungen sehr.


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About Author

Freier Journalist und Texter. Recherchiert und schreibt über alles, was nicht 08/15 ist und Eindruck hinterlässt. Ist gern unterwegs in der Weltgeschichte.