Die USA haben einen langen Weg von der Kolonialisierung des nordamerikanischen Kontinents bis hin zur Gründung der Nation im Jahr 1776 hinter sich gebracht. Ein so großes Land zu bevölkern war dabei manchmal gar nicht so einfach. Frankreich kam vor diesem Hintergrund auf eine besondere Idee. Welche Rolle Prostituierte dabei spielten, erfahrt Ihr im Artikel.

New France – Frankreich kolonialisiert Nordamerika

Lange bevor die USA das weltbeherrschende Land werden konnten, wurde das damals nur von Indianern bewohnte Gebiet durch Europäer besiedelt. Da waren die Spanier, die Amerika als erste Europäer entdeckten und schrittweise weite Teile des nord- und südamerikanischen Kontinents für sich beanspruchten. Insbesondere Südamerika war stark von Ihnen dominiert. Lediglich das heutige Brasilien wurde im lateinamerikanischen Raum durch die Portugiesen geprägt.

Auch die Briten als die späteren Vorzeige-Imperialisten darf man natürlich nicht vergessen. Ihnen fielen Gebiete des heutigen Kanadas sowie Regionen an der Ostküste Nordamerikas zu. Doch insbesondere Frankreich unterhielt in Nordamerika ein großes Areal, bestehend aus mehreren Kolonien: New France.

Louisiana – Land von Ludwig XIV.

Das französische Siedlungsgebiet erstreckte sich über etwa 15 der heutigen Bundesstaaten vom Golf von Mexiko und dem heutigen Louisiana über die großen Seen bis hin zu Neufundland im Nordosten Kanadas. Die Region befand sich hauptsächlich von 1682 bis 1762 unter französischer Kontrolle. Zu jener Zeit war die französische Monarchie vollständig auf den absolutistischen Herrscher Ludwig XIV. zugeschnitten – oder in französischer Aussprache: Louis XIV. Deshalb nannte man den Distrikt vom Golf von Mexiko bis zu den großen Seen einfach Louisiana bzw. La Louisiane.Louisiana

Louisiana bezeichnete früher einen großen Teil von New France, Quelle: Wikipedia/JF Lepage

Später, im Jahr 1762, übergab Frankreich die Region in spanische Obhut, um den Siebenjährigen Krieg in Europa zu beenden. Erst 1802 erhielt Frankreich die Herrschaft durch den Dritten Vertrag von San Ildefonso wieder zurück. Doch schon ein Jahr später verkaufte Napoleon das Gebiet für 15 Millionen Dollar an die USA, was annähernd zu einer Verdopplung der bisherigen Größe der jungen Nation führte. Der heutige US-Bundesstaat Louisiana liegt nur auf einem Bruchteil der ursprünglich so bezeichneten Region. Er befindet sich am Golf von Mexiko sowie dem Mississippi-Delta und ist vor allem für New Orleans bekannt.

Prostituierte und Straftäter sollten Louisiana bevölkern

Da die Region um den Mississippi erst Ende des 17. Jahrhunderts beansprucht wurde, war sie anfangs nur wenig bevölkert. Gerade einmal 700 Europäer lebten in Louisiana. Neben belastenden Wetterbedingungen vor Ort, kam auch die desaströse finanzielle Lage Frankreichs als zusätzlicher Bremsklotz hinzu. Denn ohne monetäre Unterstützung ist die Kolonialisierung eines unentwickelten Gebietes eine Herkulesaufgabe.

John Law

Doch der hochangesehene John Law stellte sich ihr in der Hoffnung auf hohe Profite. Er war Leiter der selbstgegründeten privaten Notenbank Frankreichs und unterhielt die Mississippi Company. Da er darüber hinaus ein enger Vertrauter des Regenten von Frankreich war, erhielt die Mississippi Company ein 25 Jahre andauerndes Monopol für den Handel mit und die Entwicklung von Louisiana um den Mississippi. Faktisch kontrollierte also John Law die französische Kolonie ab 1717.

Um die Prosperität der Region zu fördern und seine erhofften Gewinne mit der Mississippi Company zu erzielen, entwarf Law zahlreiche Broschüren und andere Werbematerialien, die die Region als Paradies beschrieben. Doch gerade einmal 800 weitere Siedler folgten seinem Ruf in die neue Welt. Law musste sich also etwas einfallen lassen, um die Region ausreichend zu bevölkern.

Er kam auf die Idee, sich an jene Menschen zu wenden, die gar keine große Wahl haben. Seinerzeit waren die Gefängnisse voll mit Häftlingen, Leuten die nichts zu verlieren hatten. Also bot Law ihnen im September 1719 die Freiheit an, wenn sie eine prostituierte heirateten und nach Louisiana gingen. Doch die bereits dort lebenden Siedler waren alles andere als begeistert über diese Art von Einwanderern. So verließen sie Biloxi, wo die meisten der Kriminellen ankamen. Sie zogen weiter in den Westen nach New Orleans, das auch heute noch über ein großes französisches Viertel verfügt. Aufgrund der Proteste gegen die ungewöhnliche Besiedlungsmethode, wurden solche Deportationen 1720 für illegal erklärt.


Was sagt Ihr zu John Law semi-genialen Einfall? Wärt Ihr freiwillig auf ein solches Abenteuer gegangen? Wir sind gespannt auf Eure Meinung!


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Mich faszinieren besonders politische sowie wirtschaftliche Zusammenhänge in der Welt. Dazu recherchiere ich gern selbst und werde euch die Früchte meiner Arbeit regelmäßig präsentieren. Außerdem liebe ich Filme, sodass ihr euch auch auf das ein oder andere Review freuen dürft.