Wer einen renommierten Beruf hat, hört öfter, dass das ja wie ein Sechser im Lotto ist. Klar, da ist was dran. Aber Joan Ginther dürfte darüber nur lachen. Denn sie hat schon vier Mal den Jackpot abgeräumt – und ist Statistikerin in Stanford! Besteht da vielleicht ein Zusammenhang?

Ein Beruf wie ein Gewinn im Lotto?

Wenn man den Namen Joan Ginther googelt, bekommt man in 0,4 Sekunden etwa 103.000 Ergebnisse angezeigt. Auf den ersten Seiten springen einem in erster Linie die Headlines US-amerikanischer Zeitungen ins Auge. „Luckiest woman in the world“, die glücklichste Frau der Welt, heißt es dort oft. Oder ist gemeint, dass Joan Ginther einfach nur unfassbar viel Glück hatte? Wohl eher letzteres. Aber nähern wir uns dieser Frage erst einmal sanft an.

Der Campus von Stanford, hier lehrte Joan Ginther

Der Campus von Stanford, hier lehrte Joan Ginther, Quelle: Wikipedia/Jawed Karim

Die Stanford University nahe Palo Alto in Kalifornien ist eine der renommiertesten Unis der Welt. Man darf annehmen, dass die Arbeit für Professoren und Angestellte angenehm ist und gut entlohnt. Ein Sechser im Lotto sozusagen. Joan Ginther hat das bestimmt ähnlich gesehen, als sie als Professorin für Statistik in Stanford anheuern durfte. Ein Teilgebiet der Statistik wiederum ist die Stochastik, die sich „mit der Beschreibung und Untersuchung von Zufallsexperimenten wie zum Beispiel dem Werfen von Reißzwecken, Würfeln oder Münzen“ befasst, wie es bei Wikipedia heißt. So weit, so gut.

Joan Ginther knackt vier Mal den Lotto-Jackpot

Es ist nicht überliefert, ob Joan Ginther regelmäßig Lotto gespielt hat. Vermutlich will sie ihre Ruhe haben, es heißt, dass sie inzwischen in Las Vegas wohnt. Das ergibt Sinn. Wer so viel Glück hat wie Joan, die inzwischen 70 sein müsste, sollte genau dort wohnen. Doch der Reihe nach. Alles begann im Jahr 1993, als sie den Texas-Jackpot knackte und 5,4 Millionen Dollar einstrich. Ein einmaliger Glückstreffer? Im Gegenteil. Der Beginn einer nicht zu fassenden Glückssträhne. Aber erst einmal – ausgerechnet – 13 Jahre Pause.

Ein US-Dollar. Joan Ginther gewann insgesamt 20 Millionen davon

Ein US-Dollar. Joan Ginther gewann insgesamt 20 Millionen davon

Denn der nächste Volltreffer stellte sich erst 2006 ein, zwei Millionen Dollar sahnte Joan Ginther da ab. Dann wurde es rasant. Zwei Jahre später: erneut drei Millionen. Und 2010, wieder nur zwei Jahre darauf, gleich satte zehn. Alles in allem also mehr als 20 Millionen für die Dame. Kein Wort hat sie je darüber verloren, was sie von dem irren Zufall hält. Und auch nicht darüber, was sie mit dem Geld anstellen wollte.

Lottogewinn von Berufs wegen?

Wie immer bei derart irrwitzigen Zufällen haben Neider lange Zeit Zweifel angemeldet, dass alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Ausgerechnet eine Professorin für Statistik gewinnt vier Mal im Lotto? Kann ja gar nicht sein, riefen sie – gerade so, als könne jemand die Lottozahlen vorher wissen. Ein Ding der Unmöglichkeit, sagen die Skeptiker, und dabei vergessen sie, dass dieses Argument schon für einen einzigen Gewinn im Lotto gilt. Doch ob Joan Ginther ein System gefunden hat, das ihr unverschämtes Glück ermöglicht hat, darüber schweigt sie sich leider aus. Wir müssen also leider weiter rätseln und auf Glück hoffen.

Denn Lotto ist und bleibt ein Glücksspiel, das versteht sich von selbst. Kein Mathematik-, Statistik- oder Stochastik-Professor wird daran etwas ändern. Erstrebenswerter wäre es außerdem, die Wahrscheinlichkeit zu verringern, vom Blitz getroffen zu werden. Die ist nämlich ungleich höher als ein Gewinn im Lotto.


Eine irre Geschichte, oder? Wenn Du von etwas weißt, was ähnlich unwahrscheinlich ist, dann lass‘ es uns unbedingt wissen!


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About Author

Freier Journalist und Texter. Recherchiert und schreibt über alles, was nicht 08/15 ist und Eindruck hinterlässt. Ist gern unterwegs in der Weltgeschichte.