Was ist eigentlich virtueller Sport? Vor dem Bildschirm sitzen und digitale Sportler mithilfe der eigenen Finger über den Platz jagen? Oder muss man selbst doch auch aktiv sein und mit den eigenen Bewegungen die Bewegungen des virtuellen Alter Egos animieren? Oder ist es der momentan wahnsinnig populäre eSports, bei dem man Teams bildet und dann in verschiedenen Kategorien und Spielen wie Dota2, Counter Strike oder League of Legends gegeneinander antritt? Es ist keine ganz einfache Frage, und die Antworten variieren teilweise doch sehr, je nachdem wen man dazu befragt.

Phänomen eSports

Fangen wir mit dem eSports an. Nüchtern betrachtet kann man festhalten, dass man stundenlang an einem Bildschirm sitzt, und der eigene Körper bis auf die Finger und Augen nicht weiter übermäßig beansprucht wird. Um als Sportart offiziell anerkannt zu werden, müsste einem der Deutsche Olympische Sportbund eigenmotorische Aktivitäten attestieren, und das tut er im Falle des eSports natürlich nicht. Schaut man sich dann allerdings genauer an, was und mit welcher Intensität dort geschieht, mag man seine Meinung vielleicht ändern. Und wenn man Gehirnaktivitäten wie Konzentration und Reaktionsschnelligkeit als Sport betrachtet (ähnlich wie beim Schach), dann sieht es sowieso ganz anders aus. Die Profis schaffen zwischen 200-400 (!) Aktionen pro Minute. Unter Aktion versteht der eSportler einen Befehl, der entweder per Maus oder Tastatur eingegeben wird. Das sind grob also 3-6 Aktionen pro Sekunde. Und auch die Popularität hat Ausmaße angenommen, die dem Spitzensport sehr ähneln. Die besten eSportler werden wie Popstars gefeiert, bei den Top-Events strömen Fans zu Zehntausenden in große Arenen, und man kann bei Anbietern wie bet365 Online Wetten auf den Ausgang und die Gewinner dieser Events setzen.

Spiele zu Sportarten

Machen wir weiter mit den allseits beliebten Sportspielen wie die EA Sports FIFA-Reihe, die NBA 2K-Reihe oder die NHL-Reihe. Auch hier gibt es eigene Ligen und sogar eine Art WM, den FIFA Interactive World Cup. Auch hier bewegt sich der Spieler an der Konsole natürlich nicht besonders viel. Und die Ergebnisse, die er erzielt, hängen nicht nur von den eigenen Skills ab, sondern auch ganz maßgeblich von der Spielstärke der Mannschaft und deren Spieler, die ausgewählt werden. Hinzu kommen noch verschiedene Taktiken und Aufstellungen, die man wählen kann, und bei denen man sich auch auf den Gegner einstellen muss.

Um hier ein richtig guter Spieler zu werden, ist es zunächst mal eine absolute Voraussetzung, dass man den Controller zu 100 Prozent beherrscht und absolut alle Tricks und Spielzüge, die das Spiel einem anbietet, kennt und umsetzt. Darüber hinaus muss man aber auch ein sehr gutes Spielverständnis haben und sowohl mit den eigenen als auch den gegnerischen taktischen Gegebenheiten vertraut sein.

Wii und Kinect mehr Spaß als Sport

Bleibt zu guter Letzt noch der Blick auf die aktiven Sportsimulationsspiele wie Wii Sports oder Kinect Sports. Hier ist der eigene Körper quasi der Controller, und man stimuliert mit den eigenen Bewegungen eine Spielfigur im Spiel. Dabei gibt es unglaublich viele verschiedene unterhaltsame Ideen der Spieleentwickler, die mehr oder weniger erfolgreich umgesetzt wurden. Nicht bei jedem Titel läuft die Übertragung der eigenen Bewegungen auf den Spielcharakter 100% flüssig, aber die Spiele bringen die Leute von der Couch auf ihre Füße. Und bei längeren Spielzeiten kann man durchaus außer Atem kommen und am nächsten über Tag Muskelkater klagen.

eSports

Quelle: http://s.pro-gmedia.com/videogamer/media/images/pub/large/wii_sports_baseball.jpg

Im Allgemeinen bleibt festzuhalten, dass es relativ kontrovers diskutiert wird, ob die hier genannten Spiele auch tatsächlich als Sportarten angesehen werden können oder sollten. Im Endeffekt muss das jeder für sich entscheiden. Sowohl die Profis als auch die Hobbyspieler können wohl damit leben, dass der Deutsche Olympische Sportbund ihnen die Anerkennung als Sport verweigert.

Quelle Titelbild: Wikipedia/Jakob Wells


Zum Bluefacts Buch

Nicht vergessen: Bluefacts gib es jetzt auch als Buch! Gefallen Euch unsere Fakten? Dann holt Euch jetzt unser Buch 1.000 unglaubliche Fakten und unnützes Wissen. Wir freuen uns auf Euch.




Share.

About Author

Ich liebe Reisen und ich liebe darüber zu schreiben. Ich freue mich mit euch meine Reiseerfahrung teilen zu können und hoffe den ein oder anderen Geheimtipp von euch zu erfahren.