Heutzutage gibt es allerhand verrückte Sportarten: Stefan Raab erfand die Wok-WM, Bubble-Football wird zum neuen Kult und mancherorts werden Straußen-Rennen abgehalten. Doch in den 60er Jahren gab es eine ganz besondere Sportart, die bei Zuschauern für Erheiterung sorgte: das Oktopus-Wrestling. Was es damit auf sich hat und wo der skurrile Sport stattfand, lest Ihr im folgenden Artikel.

Oktopus-Wrestling – eine merkwürdige Sportart

Bereits 1949 verfasste ein Journalist einen Artikel über einen 18-jährigen Jungen, der auf Tahiti auf die Jagd nach den achtarmigen Tieren ging. Er beschrieb wie der Junge regelmäßig sich in Lagunen begab und, um dort Oktopoden mit Speeren und Messern zu töten. Das hat allerdings weniger mit Wrestling als mit einer blutigen Jagd gemein.

Blauring-Oktopus

Oktopoden sind meister der Tarnung, Quelle: Flickr/Sylke Rohrlach

Als der junge Jäger eines Tages in den Kampf gegen ein besonders großes Exemplar zog, erwischte ihn der Oktopus am Bein und verpasste dem Angreifer eine schmerzhafte Verletzung. Doch Dank der zahlreichen Mitstreiter konnte der Oktopus dann doch noch mit Erfolg getötet werden. Für den Jungen machte genau dieser Nervenkitzel den Reiz am Oktopus-Wrestling aus.

Weltmeisterschaft im Oktopus-Wrestling

Später, in den 50er und 60er Jahren entwickelte sich das echte Oktopus-Wrestling zu einer beliebten Sportart. Ein Zeitungsbericht aus dem Jahr 1957 beschrieb das gestiegene Interesse an der Weltmeisterschaft im Oktopus-Wrestling in Tacoma im US-Bundesstaat Washington. Dabei kämpften die Mitglieder der 3er-Teams der Reihe nach in drei Läufen gegen einen Oktopus. Das bedeutet, sie tauchten unbewaffnet in der Puget-Meerenge nach den vermeintlichen Seeungeheuern. Fanden sie einen, begann das Oktopus-Wrestling. Denn Aufgabe der Wrestler war es, den Oktopus irgendwie an Land zu ziehen.

Die Rahmenbedingungen des Wettkampfs waren, dass keine Taucheranzüge getragen aber Tauchergeräte verwendet werden durften. Jedoch führte das dazu, dass dem Oktopus-Wrestler lediglich 1,5 statt 3 Punkten zugeschrieben wurden. Das größte Exemplar, das 1957 bei der Weltmeisterschaft im Oktopus-Wrestling an Land gezogen wurde, brachte stolze 80 Pfund auf die Waage. Über 200 Zuschauer wohnten dem Spektakel bei.

Giant Pacific Octopus

Der Giant Pacific Octopus, der bei den Weltmeisterschaften gejagt wurde, ist nicht aggressiv und ergreift lieber die Flucht. Quelle: Wikipedia/Cliff

Im Jahr 1963 zog es sogar über 5.000 Anwohner an den Titlow Beach, um die Weltmeisterschaft im Oktopus-Wrestling zu bestaunen. Die 111 schwärmten der Reihe nach aus, um zu kleinen Höhlen zu tauchen. Dort steckten sie ihre Arme in Felsspalten, in der Hoffnung einen Oktopus greifen zu können. Gelang ihnen das, dann zogen sie solange an ihm, bis seine Saugnäpfe nachgaben und der Wrestler das Tier seinem Lebensraum entreißen konnte. Den Oktopus dann an Land zu ziehen, soll dann nicht mehr schwer gewesen sein – der stark nachlassende Druck beim Auftauchen wirkte sich negativ auf die Verfassung der Tiere aus. So war das Oktopus-Wrestling wohl kaum ein richtiger Kampf. Zumal Taucheranzüge inzwischen gestattet waren.


Wir finden generell, dass das Jagen weder ein schönes Hobby und erst recht keine anerkannte Sportart sein sollte. Inzwischen ist aber zumindest dieser ganz spezielle Schwachsinn abgeschafft. Aber was haltet Ihr von dem merkwürdigen Sport und wie steht Ihr zum Jagen generell? Lasst uns diskutieren!


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Mich faszinieren besonders politische sowie wirtschaftliche Zusammenhänge in der Welt. Dazu recherchiere ich gern selbst und werde euch die Früchte meiner Arbeit regelmäßig präsentieren. Außerdem liebe ich Filme, sodass ihr euch auch auf das ein oder andere Review freuen dürft.