Megacity in China: Jing-Jin-Ji mit 130 Millionen Einwohnern


Megacity

China ist ein Land der Superlative, das weiß inzwischen jeder. Doch das neueste Projekt des bevölkerungsreichsten Landes der Erde klingt einfach unglaublich. Die Kommunistische Partei hat den Bau der Megacity Jing-Jin-Ji beschlossen, die am Ende mehr Einwohner als Japan haben soll. Wie das geschehen soll, erfahrt Ihr hier.

Die Megacity Jing-Jin-Ji

Für gewöhnlich haben die meisten Großstädte dieselben Probleme: unendlich lange Staus, Luftverschmutzung und weite Wege. Um diesen Schwierigkeiten zu begegnen will China offenbar Feuer mit Feuer bekämpfen, denn das Land plant die Errichtung einer Megacity, die mehr als 130 Millionen Einwohner haben soll. Dabei wird die flächenmäßige Ausdehnung des Kolosses mit 200.000 Quadratkilometern doppelt so groß sein wie die von Bayern – unglaublich.

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Entstehen soll die Megacity aber nicht durch einen Neubau, sondern durch Verschmelzung und Ergänzung vorhandener Städte und Regionen. Im Detail sieht der Plan vor, Peking zum Zentrum der Megalopolis zu machen, das sowohl von der Provinz Hebei als auch der Hafenstadt Tianjin umfasst wird. Der Name der Megacity ergibt sich dabei aus den drei Bestandteilen des Städtepuzzles: Jing-Jin-Ji kommt von Beijing, Tianjin und dem historischen Namen Hebeis Ji.

Wem nutzt das Vorhaben?

Doch was wird mit der Schaffung dieses Giganten bezweckt? Die Megacity soll Peking auflockern, so der chinesische Präsident Xi Jingping. Beispielsweise sollen große Teile der Verwaltung sowie Ministerien, Universitäten und Krankenhäuser aus der 22-Millionen-Metropole Peking verlagert werden. Außerdem werden etwa 1.200 Industriebetriebe einen neuen Standort innerhalb des Molochs bekommen, sodass außerhalb des Ballungszentrums Peking neue Jobs entstehen und die Menschen „aufs Land“ ziehen.

Peking wird zum Stadtzentrum der 130-Millionen-Stadt, Quelle: Flickr/PRONikolaj Potanin
Peking wird zum Stadtzentrum der 130-Millionen-Stadt, Quelle: Flickr/PRONikolaj Potanin

Dann wären die Arbeitsplätze zumindest näher an den Wohnvierteln gelegen, sodass Pekings Verkehrschaos ein wenig gebändigt würde. Denn im Augenblick verbringen viele Arbeiter bis zu fünf Stunden mit dem Pendeln in die Stadt und wieder hinaus. Allerdings soll nicht nur die Entzerrung Pekings das Verkehrsaufkommen reduzieren. Auch moderne Hochgeschwindigkeitszüge, die die Regionen miteinander verbinden werden, sollen helfen. Die Fahrzeit zwischen den einzelnen Subzentren wird dann nur noch eine Stunde betragen.

Die Megacity soll aber noch weitere Probleme lösen. Zunächst gibt ein solches Bauvorhaben der Wirtschaft natürlich Impulse und treibt die jüngst stetig nachlassende Wachstumsdynamik wieder an. Außerdem wird Jing-Jin-Ji hauptsächlich für das Inland produzieren, sodass Angebot und Nachfrage an einem Ort konzentriert sind und China somit weniger anfällig für externe Krisen ist. Doch auch politische Überlegungen finden sich in dem Plan wieder. Denn aktuell besteht ein gewaltiges Entwicklungsgefälle zwischen den bäuerlichen Regionen außerhalb der Städte und den Metropolen selbst. Diese politische Spannung soll durch Jing-Jin-Ji abgebaut werden.


Was sagt Ihr zu dem gigantischen Vorhaben? Könntet Ihr Euch vorstellen in so einer Megacity zu leben? Glaubt Ihr, dass Pekings Probleme damit wirklich wirksam bekämpft werden können? Schreibt Eure Meinung in die Kommentare und lasst uns diskutieren.

René

Mich faszinieren besonders politische sowie wirtschaftliche Zusammenhänge in der Welt. Dazu recherchiere ich gern selbst und werde euch die Früchte meiner Arbeit regelmäßig präsentieren. Außerdem liebe ich Filme, sodass ihr euch auch auf das ein oder andere Review freuen dürft.

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