Start Politik & Wirtschaft Politik US-Wahlkampf 2016: Wie die Gebrüder Koch die Politik der USA beeinflussen

US-Wahlkampf 2016: Wie die Gebrüder Koch die Politik der USA beeinflussen

Charles und David Koch besitzen das zweitgrößte Privatunternehmen der USA, sind einflussreiche Ölmagnaten und zusammengenommen über 40 Milliarden Dollar schwer. Nun wollen die beiden auch im Wahlkampf zur Präsidentschaftswahl 2016 mitmischen. Wie das funktioniert, erfahrt ihr bei uns.

Wie die Gebrüder Koch die Demokratie aushebeln

Im Jahr 2016 werden die USA einen neuen Präsidenten wählen. Dass dabei enorme Summen für den Wahlkampf aufgebracht werden müssen, ist kein Geheimnis. Wie der Spiegel berichtete, haben Barack Obama, Mitt Romney, ihre Parteien und alle Interessengruppen 2012 insgesamt unglaubliche sechs Milliarden Dollar ausgegeben. Ohne bei den Gesprächen hinter verschlossenen Türen dabei gewesen zu sein, kann man sich den Prozess wohl in etwa so vorstellen: Eine Interessengruppe hilft dem Präsidentschaftskandidaten bei der Finanzierung des Wahlkampfes und dieser kommt einem dann bei der zukünftigen Politik etwas entgegen, sofern er gewählt wird. Davon haben beide etwas. Der Wähler eigentlich auch?

David Koch (Mitte), Quelle: Wikipedia/SusanLesch
David Koch (Mitte), Quelle: Wikipedia/SusanLesch

Auch die Gebrüder Koch machen ihren Einfluss geltend, denn bereits seit zwölf Jahren trommeln sie Spender für die Republikaner zusammen. Was ist das Ziel der beiden? Sie fordern neben der Deregulierung – also einen größeren Handlungsspielraum für Unternehmen – auch Steuersenkungen und weniger staatliche Eingriffe bei Umwelt- und Gesundheitspolitik. Und wie wollen sie das bewerkstelligen? Immerhin muss der Kandidat der Republikaner erst einmal gefunden und schlussendlich auch gewählt werden. Ganz einfach: mit Geld natürlich – enorm viel Geld!

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Die 300 Geldgeber, die sich um die Gebrüder Koch scharen, werden für den Wahlkampf eine Summe von 889 Millionen Dollar aufbringen. Bedenkt man, dass die Republikaner selbst schon etwa eine Milliarde Dollar durch eigene Spendensammlungen einbringen, werfen die Gebrüder Koch und ihre Partner viel Gewicht in die Waagschale.

Wen werden die Gebrüder Koch im US-Präsidentschaftswahlkampf unterstützen?

Derjenige Kandidat, der sich über die millionenschwere Unterstützung freuen kann, ist allerdings noch gar nicht gefunden. Und was bedeutet das? Ganz einfach, dass man das Pferd von hinten aufzäumt. Es ist nämlich nicht so, dass sich ein Kandidat zur Wahl stellt, der dann von den Unternehmen unterstützt wird. Tatsächlich ist, wie beschrieben, bereits klar, wie viel Geld investiert werden soll und nun wird derjenige Kandidat gesucht, der am besten zu den eigenen Interessen passt. Nur so kann sich so eine Investition auszahlen.

Bei einem Treffen im Januar waren Scott Walker aus Wisconsin, Marco Rubio aus Florida, Rand Paul aus Kentucky und Ted Cruz aus Texas zu Gast bei der kapitalkräftigen Gruppe. Jeb Bush, Bruder von George W. Bush, war zwar eingeladen, erschien allerdings nicht. Zusätzlich wird auch Chris Christie aus New Jersey in die Überlegungen einbezogen. Wenn man sich dann also auf einen Kandidaten – z.B. aus vorgenanntem Pool – geeinigt hat und die Republikaner mitspielen, kann der Wahlkampf beginnen.

Dann wird die üppige Kriegskasse genutzt, um den Wählern die Botschaft der Partei näher zu bringen. Sicherlich werden dann viele Probleme aufgeworfen, wobei argumentiert wird, mit welcher Politik man sie beseitigen könne. Dass diese natürlich zu den Interessen des Imperiums der Gebrüder Koch passen wird, ist sehr wahrscheinlich. Natürlich sind das nur Mutmaßungen, die mit Vorsicht genossen werden sollten, aber grundsätzlich funktioniert Lobbyismus auf diesem Weg – wenn auch normalerweise in einer deutlich gemäßigteren Form. Wir werden die Entwicklungen im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 auf jeden Fall für Euch im Auge behalten.

Euch kommt die Geschichte von einem Unternehmen, das den nächsten Präsidenten stellt, bekannt vor? Die Thematik wurde tatsächlich bereits im Hollywood-Film Der Manchurian Kandidat verfilmt.

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