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Reich ohne Geld – die Wirtschaft der Inka

Um 1530 herum hatte der Inka-Staat seine größte Ausdehnung erreicht, etwa eine Million Quadratkilometer umfasste das Reich. Die Wirtschaft florierte, und das ganz ohne Geld. Oder vielleicht genau deswegen?

Die Inka-Herrscher zeigten sich großzügig

Wenn Touristen nach Machu Picchu kommen, müssen sie in der Regel vorher nach Cusco. In dieser peruanischen Großstadt deutet heute nicht mehr viel darauf hin, welche Pracht hier früher geherrscht haben muss. Denn Cusco war die Hauptstadt des Inka-Reichs und Machu Picchu die sagenumwobene Festung droben in den Anden, die so gut versteckt war, dass sie in der Neuzeit erst 1911 wiederentdeckt worden ist.

Klar, es gibt hier noch Tempel, Terrassenanlagen nach Inka-Art, es gibt Kunstwerke und Nachfahren des berühmten Volkes. Aber wer etwa Souvenirs kaufen möchte, die mit den Inka zu tun haben, benötigt Geld. Und das ist etwas, das es bei diesem Volk überhaupt nicht gegeben hat. Wie aber funktionierte das Wirtschaftssystem? Gab es keine Abgaben an den Staat? Doch, gab es – nur anders. Und die Herrscher der Inka zeigten sich über die Jahrhunderte hinweg durchaus großzügig.

Machu Picchu, die wohl berühmteste Inka-Stätte
Machu Picchu, die wohl berühmteste Inka-Stätte, Quelle: Wikipedia/Chmouel

Neues Staatsgebiet? Keine Unterwerfung durch die Inka

Das begann damit, dass die Herrscher neu eroberte Gebiete geräuschlos in das Inka-Reich eingliederten. In diesem Fall heißt das, dass die Völker ihre Sprache und Kultur behalten durften. Es handelte sich also um einen Vielvölkerstaat. Um eine einheitliche Währung zu etablieren, hätte es vermutlich einer Gewaltherrschaft bedurft, denn sobald persönlicher Besitz ins Spiel kommt, geraten die Dinge ins Ungleichgewicht. Das lehren uns viele Beispiele aus der Geschichte. Die Inka machten ihr Reich stattdessen zu einem Beamtenstaat, in dem penible Aufzeichnungen über landwirtschaftliche Ressourcen Pflicht waren.

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Weil jeder Staat aber nur überleben kann, wenn Bürger Abgaben entrichten, mussten sich die Inka etwas ausdenken. Was also lag näher, als tierische und pflanzliche Nahrungsmittel als Steuer einzutreiben? Dazu mussten die Bürger dem Staat auch noch einen gewissen Teil ihrer Arbeitskraft opfern. Doch zurück zu den Nahrungsmitteln – den größten Anteil davon zog der Staat ein. Und er verteilte diesen unter der Bevölkerung wieder, und zwar so, wie er es für richtig hielt. Alles in allem funktionierte das System jedenfalls. Und das über mehrere Jahrhunderte hinweg.

Mit Francisco Pizarro kam der Tod über die Inka
Mit Francisco Pizarro kam der Tod über die Inka, Quelle: Flickr/Art DINo

Nur ein paar Händler zahlten mit Münzen

Geld war bei den Inka also verpönt, aber nicht völlig. Im Reich arbeiteten die Menschen nicht nur im Ackerbau und in der Viehzucht, ein paar Händler gab es auch. Und Händler durften tatsächlich mit Geld bezahlen – kleine Kupferblättchen, hergestellt in der Titicaca-Hochebene. Die Münzen durften die Händler gegen Waren tauschen. Vermutlich auch deswegen, weil es für sie zu mühsam war, zentnerweise Waren mitzuschleppen. Ansonsten galt wohl die Devise, dass Geld doch stinkt – was hier sprichwörtlich zu nehmen sein könnte. Denn das Kupfer aus dem Titicaca-Hochplateau erhielten die Händler im Tausch gegen Trockenfisch.


Was meint ihr – ist ein Reich, das ohne Geld auskommt, womöglich stabiler als ein kapitalistischer Staat? Oder ist die Menschheit auch heute dafür noch nicht bereit? Wir freuen uns auf eure Diskussionen!

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2 KOMMENTARE

  1. […] Reich ohne Geld – die Wirtschaft der Inka Jobs, Wozniak und Wayne kannten sich vor der Erschaffung von Apple ziemlich gut. Sie waren Kollegen bei der damals prosperierenden Computerspiel-Firma Atari. Doch sie fühlten sich zu Höherem berufen. In Jobs‘ Garage legten sie den Grundstein für Apple, doch Wayne fühlte sich überfordert und ging von Bord. „Wäre ich gern reich? Jeder wäre gern reich, aber ich konnte das Tempo nicht mitgehen. Ich wäre reich, aber ich wäre der reichste Mann auf dem Friedhof.“ Diese Worte äußerte Ron Wayne einmal nach seinem Ausstieg. […]

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