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Wie gewinnt man den Nobelpreis?

Letzte Woche fiel die Entscheidung. Der Friedensnobelpreis 2016 geht an Kolumbiens Präsidenten Juan Manuel Santos für seine Leistungen bei der Versöhnung mit den Farc-Rebellen. Auch viele der anderen Nobelpreisgewinner wurden bereits bekannt gegeben und dabei stellst sich eine wichtige Frage: Wie gewinnt man eigentlich den Nobelpreis? Was muss man getan haben, um dafür nominiert zu werden und wer entscheidet überhaupt darüber, wer ihn gewinnt und wer nicht? Wir haben uns diesen Fragen angenommen und Erstaunliches dabei herausgefunden.

Alfred Nobel und sein Vermächtnis

Der Nobelpreis geht auf Alfred Nobel zurück. Der Schwede wurde 1833 in Stockholm geboren und war sowohl Chemiker als auch Ingenieur, Erfinder und Unternehmer. Er meldete mehr als 350 Patente an, von denen sich die meisten um Sprengstoff und Waffen handelten und machte damit ein unglaubliches Vermögen. In der Bevölkerung wurde Alfred Nobel häufig als der Händler des Todes bezeichnet. Als sein Bruder Ludwig Nobel 1988 in Frankreich starb, verwechselten einige Journalisten die beiden Brüder und veröffentlichten die Schlagzeile „Der Händler des Todes ist tot“. Ein Mythos besagt, dass Nobel von dem versehentlich veröffentlichten Nachruf über ihn so schockiert war, dass er den Nobelpreis ins Leben rief, sodass die Welt ihn nicht nur als den „Händler des Todes“ in Erinnerung behielt.

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Mehr als nur der "Händler des Todes": Alfred Nobel.
Mehr als nur der „Händler des Todes“: Alfred Nobel.

Niemand weiß mit Sicherheit, warum er sich schlussendlich so entschied aber als er 1896 kinderlos starb, hinterließ er ein Testament, mit folgendem Wunsch. Jedes Jahr, sollen die Zinsen seines Vermögens genutzt werden für einen „Preis, (der) an diejenigen ausgeteilt werden soll, die im vergangenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen erbracht haben“. Gemäß Testament sollte der Preis dabei in fünf Kategorien vergeben werden: Chemie, Physik, Physiologie oder Medizin, Literatur und für besondere Friedensbemühungen.

1968 kam allerdings noch der Preis für Wirtschaftswissenschaften hinzu aber hierbei handelt es sich nicht tatsächlich um einen Nobelpreis. Der sogenannte Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften wird von der Schwedischen Reichsbank nach ähnlichen Kriterien vergeben und ist gleich hoch dotiert. Er wird deshalb oft als Wirtschaftsnobelpreis bezeichnet, obwohl er es de facto nicht ist.

Vergeben wird der Nobelpreis übrigens immer am 10. Dezember, dem Todestag von Alfred Nobel. Der Friedensnobelpreis wird dabei in Oslo überreicht, während alle übrigen Preise in Stockholm vergeben werden.

Wie gewinnt man nun aber den Nobelpreis?

Diese Frage lässt sich grundsätzlich ganz einfach beantworten: Indem im vergangenen Jahr der Menschheit einen möglichst großen Nutzen gebracht hat. So hat es Alfred Nobel schließlich gewollt. Aber wer entscheidet nun darüber, wer der Menschheit am meisten Nutzen gebracht hat? Hier hat Alfred Nobel in seinem Testament genaue Angaben gemacht. Geht es um die Kategorie „Physiologie oder Medizin“, so entscheidet das Karolinska Institut – eine medizinische Universität in Stockholm – über den Gewinner. Der Preisträger des Literaturnobelpreises wird wiederum von der Swedish Academy gewählt.

Die Friedensnobelpreis wird hingegen vom norwegischen Parlament bestimmt. Richtig gelesen. Das norwegische Parlament und nicht das schwedische Parlament. Warum sich Alfred Nobel so entschied, ist bis heute unklar aber es erklärt zumindest, warum der Friedensnobelpreis in Oslo vergeben wird. Die Gewinner der Preise in Chemie, Physik und Wirtschaft werden schlussendlich von der Royal Swedish Academy of Sciences bestimmt.

Im Falle der Royal Swedish Academy of Sciences entscheidet ein Komitee aus schwedisch sprechenden Teilnehmern über die Nominierten, wobei deren Namen für 50 Jahre geheim gehalten werden müssen. Bei anderen Kategorien ist diese Regelung allerdings nicht so strikt. So weiß man, dass J.R.R. Tolkien – Autor von „Der Herr der Ringe“ – einmal für den Literaturnobelpreis nominiert war, ihn aber nicht gewann. Da mittlerweile 50 Jahre vergangen sind, weiß man ebenso, dass Mahatma Gandhi insgesamt zwölf Mal für den Friedensnobelpreis nominiert war. Doch auch er erhielt ihn nie. Sogar Adolf Hinter gehörte 1939 in dieser Kategorie zu den Nominierten.

Die Wahl des Nobelpreisgewinners

Die Sieger werden schlussendlich durch alle 615 Mitglieder der Royal Swedish Academy of Sciences gewählt. Die Wahl findet dabei im Geheimen statt und jegliche Kommunikation über die Nominierten ist strengstens verboten. Die Mitglieder der Royal Swedish Academy of Sciences können niemanden die Medaille verleihen, der nicht vom Komitee vorher nominiert wurde und ebenfalls auch niemanden, der bereits verstorben ist.

Am Tag der Wahl findet dann auch die Veröffentlichung des Siegers statt. Diese werden direkt vom Komitee nach Wahlausgang angerufen und über ihren unglaublichen Sieg aufgeklärt. Da viele Sieger es zumeist aber nicht glauben können, dass sie gewonnen haben, ist meist auch ein enger Freund des Gewinners mit am Telefon, um alles zu bestätigen. Wie so ein Anruf aussehen kann, könnt ihr euch Im Falle des diesjährigen Gewinners des Friedensnobelpreis hier anhören.


Wie gewinnt man den Nobelpreis? Ihr wisst es jetzt. Wer aber hofft schnell zu diesem Ruhm zu kommen, der sei gewarnt. Der Nobelpreis wird zumeist für Leistungen vergeben, deren Entdeckung entweder schon lange zurück liegt oder die über viele Jahrzehnte Arbeit voraussetzen. Kein Wunder, dass das Durchschnittsalter aller Gewinner des Wirtschaftsnobelpreises 67 ist. Was sagt ihr aber zu dem Nobelpreis? Findet ihr es ist eine große Ehre ihn zu bekommen und die Gewinnsumme sollte viel höher ausfallen, um junge Menschen mehr für die Wissenschaft zu begeistern? Schreibt uns eure Meinung doch einfach in die Kommentare.

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