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Reporter mit Grenzen

Die Karriere, die Ken Hechtman als Reporter hingelegt hat, ist ziemlich skurril. Der Kanadier fiel schon an der Uni auf und wurde später weltbekannt. Lest hier, welch unfassbar verrückte Aktionen sein Leben durchziehen.

Ein steiniger Weg zum Reporter

Irgendwas muss sich Ken Hechtman schon dabei gedacht haben damals, 1987 – als Frischling, der erst ein Jahr zuvor an die Columbia University in New York gekommen war. Da hatte er nämlich sofort eine Gang gegründet, die sich AD HOC nannte: Allied Destructive Hackers of Columbia. Deren Hauptbeschäftigung war Sabotage und ähnlicher Unsinn. Die Stromversorgung von Gebäuden lahmzulegen war nur eine Aktivität. Sie zerstörten auch die Infrastruktur der Univerwaltung und diverse Einrichtungen.

Area 51 - irgendwo da unten muss der Reporter Hechtman illegal eingestiegen sein
Area 51. Irgendwo da muss der Reporter Hechtman illegal eingestiegen sein.

Und sie gruben Tunnel, beschädigten diverse Teile der Infrastruktur und stahlen, was sie in die Finger bekamen. Wichtige Dokumente, Chemikalien, alles, was nicht niet- und nagelfest war. In seinem zweiten Jahr war er beim Tunnelbuddeln irgendwie an Uran gekommen, genauer gesagt an das Isotop 238. Das schwerste Nuklid, das in größeren Mengen in der Natur vorkommt. Das hortete Hechtman – zusammen mit reinem Koffein sowie Chemikalien – in seinem Schlafsaal. Natürlich flog er dafür prompt von der Uni. Und der Weg zum Reporter war noch weit. Also versuchte er es zunächst als Anarchist und Hausbesetzer in der Lower East Side.

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Einbrüche in Militäranlagen und fremde Länder

Doch war Hechtman auch ständig unterwegs. Er war besessen von dem Zwang, Missstände aufzudecken, er muss sich da schon als Reporter gefühlt haben. Allerdings als einer, der nichts publizierte. Er brach in der Yucca Flat Test Site in Nevada und der Ethan Allen Firing Range in Vermont ein. Das reichte ihm aber nicht, also enterte er auch die sagenumwobene Area 51 – selbstverständlich illegal. Nachdem er dann noch an der Hinrichtung des Attentäters von Oklahoma teilgenommen hatte, Timothy McVeigh, erfüllte sich Hechtmans Traum. Er wurde freier Reporter und arbeitete für verschiedene Magazine.

Afghanistan ist schön und gefährlich,vor allem für Reporter
Afghanistan ist schön und gefährlich,vor allem für Reporter. Quellen: Wikipedia/Officer

Das hat ihn in seinem Tun offensichtlich noch bestärkt. Kurz nach dem 11. September reiste er 2001 in Pakistan ein. Sein Ziel: Afghanistan. In Pakistan führte er Interviews mit bewaffneten Unterstützern der Taliban, ein paar Wochen später schlich er sich nach Afghanistan. Natürlich ohne Visum, das versteht sich von selbst. Doch dann wurde es auf einmal eng für den Kanadier.

Als Reporter gefangengenommen

Kaum nämlich, dass Hechtman offiziell Reporter geworden war, griffen die USA die Taliban in Afghanistan an. Er wurde von den Terroristen für einen Spion gehalten, der den Amerikanern Details aus den Interviews verraten hatte. Doch zwei kanadischen Diplomaten gelang es, die Taliban davon zu überzeugen, dass Hechtman nur Reporter war. (Was viele seiner Kollegen bekanntermaßen nicht vor einer Exekution schützte).

Trotzdem schien ihm die Lust auf das journalistische Dasein vermiest. Er wechselte in die Politik, wo er Wahlkampfmanager wurde, später ging er nach Montreal an die Uni zurück, um Computerwissenschaften zu studieren. Inzwischen lebt Hechtman in Omaha. Dort hat er sein Hobby, das Maurerhandwerk, zu seinem Beruf gemacht. Auch privates Glück ist ihm gegönnt, denn inzwischen ist er sogar verheiratet. Offenbar hatte er inzwischen genug Verrücktheiten in seinem Leben begangen.


Es gibt in der Welt des Journalismus ja immer wieder verrückte Geschichten. Kennt ihr bestimmt auch. Lasst es uns wissen – und viel Spaß bei der Diskussion!

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