Start Unterhaltung Kommentar Onoda Hirō kämpfte bis 1974 im Zweiten Weltkrieg

Onoda Hirō kämpfte bis 1974 im Zweiten Weltkrieg

Der Zweite Weltkrieg entfesselte unvorstellbar viel Schrecken, förderte das schlechteste im Menschen zutage und warf die Welt um viele Jahre zurück. Millionen von Menschen kamen ums Leben, Familien wurden zerstört und Städte erschüttert. Sieben Jahre lang dauerte das Leiden an, doch für den Japaner Onoda Hirō endete der Zweite Weltkrieg erst 1974. Lest hier seine unglaubliche Geschichte!

Onoda Hirōs Militärlaufbahn

Als Onoda Hirō ins Militär eintrat war er gerade 18 Jahre alt – er wurde als Infanterist in die Kaiserliche Japanische Armee eingezogen. Seine Laufbahn begann beim Kommando Futamata in der Nakano School in Tokio. In dem Trainingszentrum für Geheimdienstoffiziere erlernte Hirō alle notwendigen Fertigkeiten der unkonventionellen Kriegsführung. So standen Spionage, Spionageabwehr, Fremdsprachen, Guerillakampf, Nachrichtendienst und Sabotage auf dem Lehrplan.

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Onoda Hirō
Onoda Hirō 1944

Mit diesen Fähigkeiten ausgestattet ging er auf seine erste Mission. Er sollte verhindern, dass der Feind auf der Insel Lubang in den Philippinen landen konnte – und weder dem Feind in die Hände fallen noch Selbstmord begehen. Also machte er sich im Dezember 1944 zur Insel auf mit dem Ziel den Pier am Hafen und das Flugfeld zu zerstören. Dort schloss sich Onoda Hirō Japanischen Soldaten an, die bereits zuvor nach Lubang entsandt worden waren.

Doch die ranghöheren Offiziere waren von seinem Ziel nicht begeistert und verhinderten die Zerstörung der Einrichtungen. Wie von Hirōs Auftraggebern befürchtet worden war, erleichterte das den Amerikanern und den philippinischen Streitkräften die Landung auf der Insel im Februar 1945. Beinahe alle japanischen Soldaten kamen beim Verteidigungsversuch ums Leben oder ergaben sich. Doch Onoda Hirō sowie drei weitere Soldaten konnten sich in die dicht bewaldeten Berge retten.

Das unglaubwürdige Kriegsende

Sechs Monate nach der Niederlage in Lubang und nach den Atombombenabwürfen über Hiroshima und Nagasaki erklärte Japan seine Kapitulation. Doch Onoda Hirō und seine drei Kameraden nahmen davon zunächst keine Notiz. Auch als später Flugblätter abgeworfen wurden, die vom Ende des Krieges berichteten, änderte sich das nicht. Denn als ausgebildeter Geheimdienstoffizier misstraute er den Meldungen. Er hielt sie für eine Fälschung der Alliierten, um die tapferen Soldaten aus ihrem Versteck zu locken. Denn wenige Tage zuvor waren noch Schüsse zu vernehmen, sodass die Soldaten von einer Fortführung des Krieges ausgingen. Selbst Flugblätter mit dem Inhalt „Der Krieg endete am 15. August. Kommt von den Bergen herunter!“ wurden ignoriert. Ebenso verliefen die Lautsprecherdurchsagen von Familienangehörigen ohne Erfolg und die Vier blieben im Verborgenen.

Die Inselbewohner und die Truppen wussten aber, dass sich Hirō und seine Mitstreiter noch in den Bergen versteckten. Denn ihre Suche nach Nahrung und anderen Dingen des täglichen Bedarfs, plünderten sie regelmäßig Speisekammern und bestahlen die Philippinos. Im Rahmen ihrer Guerillaaktivitäten brannten sie sogar ganze Reisfelder nieder und gerieten in kleine Kämpfe gegen die Polizei.

Überzeugungsarbeit

Es war im September 1949 als sich Yuichi Akatsu aus der Gruppe entfernte. Sechs Monate lang kämpfte er sich allein durch die Wildnis, um sich dann aber 1950 doch zu ergeben. Für die verbleibenden drei Holdouts, wie man die versprengten Soldaten nannte, war das ein Problem, denn er verriet der Außenwelt, dass sie sich noch immer den Bergen von Lubang befanden. Um sie doch noch zur Niederlegung ihrer Waffen zu bewegen, wurden 1952 erneut Flugblätter und sogar Briefe und Familienfotos über der Region abgeworfen – wieder vergebens.

Ein weiterer Soldat, Siochi Shimada, ging der Gruppe am 7. Mai 1954 verloren, als er von einem Suchtrupp erschossen wurde. Bereits ein Jahr zuvor wurde es knapp für ihn, als er mit lokalen Fischern in eine Schießerei geriet und schwer am Bein verwundet wurde. Aber Onoda Hirō pflegte seinen Kameraden gesund, bis er wieder gehen konnte. Doch nun waren nur noch er und Kinshichi Kozuka übrig, bis auch dieser 1972 erschossen wurde. Gemeinsam hatten die beiden frisch geernteten Reis der Inselbevölkerung verbrannt, nachdem dieser an zentraler Stelle zusammengetragen wurde.

Die Aktion führte erneut dazu, dass man mit Suchtrupps nach Onoda Hirō fahndete. Diese hatten zwar keinen Erfolg, dafür aber der Student Suzuki Norio. Er hatte sich das Ziel gesetzt, den letzten Holdout zu finden und so reiste er nach Lubang und ging auf die Suche. Dass er japanisch sprach, brachte ihm Glück, denn dadurch gab sich ihm Hirō tatsächlich zu erkennen, als er auf ihn traf. Sie freundeten sich sogar an, doch ans Ergeben dachte der stolze Krieger immer noch nicht – jedenfalls nicht ohne den Befehl seines Vorgesetzten.

Das finale Ende des Krieges für Onoda Hirō

Die Idee schien Norio zu gefallen, denn tatsächlich kehrte er daraufhin nach Japan zurück und legte den Behören Fotos von ihm und Onoda Hirō als Beweis für dessen Überleben vor. Es gelang ihnen, Hirōs früheren Vorgesetzten Major Taniguchi aufzutreiben, der sich am 9. März 1974 nach Lubang aufmachte, um seinen ehemaligen Schützling zu treffen. Der inzwischen als Buchhändler tätige Offizier informierte Hirō über die Kapitulation Japans und gab ihm den Befehl, sich zu ergeben.

Onoda Hirō
Onoda Hirō übergibt dem philippinischen Präsidenten sein Schwert als Zeichen seiner Kapitulation

Hirō, der immer noch seine Uniform trug und sein Katana sowie ein Gewehr und 500 Schuss Munition bei sich führte, willigte ein und ergab sich. Trotz der vielen Vergehen und rund 30 Morde begnadigte der philippinische Präsident Ferdinand Marcos den tapferen Soldaten. Nach diesen Ereignissen verfasste Hirō ein Buch über seinen 30-jährigen Krieg, zog aber 1975 nach Brasilien, als ihm die Aufmerksamkeit zu viel wurde und heiratete bereits ein Jahr später.

1984 kehrte er aber nach Japan zurück, denn er hatte eine neue Mission. Weil 1980 ein Jugendlicher seine eigenen Eltern umbrachte, sah er den Werteverfall der japanischen Gesellschaft als Ursache und setzte sich das Ziel, dem entgegenzuwirken. Er eröffnete Onodas Naturschule, die inzwischen Niederlassungen in ganz Japan besitzt. So konnte Onoda ein glückliches und bedeutsames Leben führen, bis er 2014 in einem Krankenhaus in Tokio im Alter von 91 Jahren verstarb.


Was sagt Ihr zu dieser Geschichte? Glaubt Ihr, dass es heute noch so ein Pflichtbewusstsein unter den Soldaten gibt? Oder hat er sich Eurer Meinung nach dumm verhalten? Was hättet Ihr an seiner Stelle getan? Wir sind gespannt auf Eure Kommentare!

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1 KOMMENTAR

  1. […] Onoda Hirō war ein japanischer Nachrichtenoffizier, der glaubte, dass die Verkündung über das Ende des Zweiten Weltkriegs nur eine List der Alliierten war und deshalb noch 29 Jahre nach Ende des Kriegs weiterhin seine Position hielt. Erst als ihn 1974 sein ehemaliger Vorgesetzter, der mittlerweile als Buchhändler arbeitete, aufsuchte, konnte Onoda Hirō überzeugt werden, dass der Krieg vorbei war. Eine unglaubliche Geschichte, die ihr in unserem tollen Artikel nachlesen könnt. […]

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