Start Unterhaltung Kommentar Pablo Escobar: Die Welt des Drogenbarons

Pablo Escobar: Die Welt des Drogenbarons

Drogenhandel im großen Stil, ein Wochenverdienst von etwa 420 Millionen Dollar und eine groß angelegte Jagd der Regierung auf das Medellìn-Kartell: Der 1949 in Kolumbien geborene Pablo Escobar liefert viel Stoff für Geschichten und Filme, die ihn unsterblich werden lassen. Seine Brutalität machte ihn zu einem gefürchteten Chef.

In seiner Welt regierte der Luxus im Überfluss, ein Menschenleben war hingegen wenig wert. Soziales Engagement wie der Bau von Krankenhäusern brachten ihm den Beinamen Robin Hood bei, die Netflix-Serie Narcos war so erfolgreich, dass in wenigen Tagen eine weitere Staffel bestellt wurde. Auch das Kino kommt nicht um El Patrón herum. Der neue Thriller Escobar – Paradise Lost spielt 1986 und handelt von einem Sufer, der sich in die Nichte des Drogenbosses verliebt und dann immer enger unter die Fittiche des Kokain-Imperiums gerät. 

Escobars kriminelle Anfänge und Wirken im Medellín-Kartell

Bereits in seiner Jugend war Escobar kein unbescholtener Bürger: Mit 13 Jahren rauchte er bereits Marihuana und gehörte einer nihilistischen Jugendbewegung an, die Schule verließ er aus Protest frühzeitig. Den Großteil seiner Jugendjahre verbrachte er auf den Straßen und in Rotlicht-Bars der kolumbianischen Stadt Medellín. Dort lernte er einflussreiche Personen aus dem kolumbianischen Untergrund kennen. Durch den Besitz von Schusswaffen verschafft er sich Respekt gegenüber anderen Banden.

Angst und Schrecken verbreitete er mit seiner kriminellen Bande durch die Entführung und Ermordung von Personen des öffentlichen Lebens. Trotz erfüllter Lösegeldzahlung mussten viele wie der Industrielle Diego Echavarría sterben. 1990 ließ Escobar zehn wichtige Persönlichkeiten entführen. Darunter Diana Turbay, die Tochter Kolumbiens ehemaligem Vize-Präsidenten, den Vize-Präsidentschaftskandidaten Francisco Santos und Marina Montoya, die Schwester eines hohen Regierungsbeamten. Diana und Marina wurden beide erschossen, die restlichen acht Opfer kamen frei. Der südamerikanische Nobepreis-Träger und Weltliterat Gabriel García Márquez hat basierend auf diesen wahren Geschehnissen die packende, gründlich recherchierte und literarisch wertvolle Chronik Nachricht von einer Entführung verfasst.

In den 70er Jahren florierte der Kokain-Handel in Kolumbien und bescherte den Händlern hohen Reichtum. Durch Brutalität und Skrupellosigkeit schaffte es Escobar an die Spitze des Medellín-Kartells. Neben dem Cali-Kartell war dieses Anfang 1980 bis Mitte der 1990er Jahre der weltweit größte Kokain-Exporteur. Große Klassenunterschiede, Gewaltbereitschaft und Bürgerkrieg bedingten den Aufstieg des Kartells. Die hohe Nachfrage nach Kokain machte die USA zum größten Absatzmarkt, in Verteilerkämpfen tötete das Medellín-Kartell 250 Konkurrenten. Ende der 80er Jahre sollen die Einnahmen durch den Drogen-Export 25 bis 35 Milliarden Dollar pro Jahr betragen haben.

Der Beginn des blutigen Drogenkriegs

Jahrelang konnte Escobars Kartell weitgehend unbehelligt in Kolumbien agieren. Möglich war das durch die zerrütteten Strukturen innerhalb des Landes und Korruption. Das Medellín-Kartell bestoch viele Politiker erfolgreich und investierte gleichzeitig große Summen des Gewinns in Kolumbien. Das Land erlebte einen seltenen wirtschaftlichen Aufschwung, besonders Pablo Escobar genoss in vielen Teilen der Bevölkerung großes Ansehen.

Pablo Escobar Fakten

Das meiste Kokain wurde nach Florida oder Miami geschmuggelt, die US-Regierung verstärkte mit der Zeit den Druck auf die Regierung Kolumbiens, die gegen das organisierten Drogen-Netzwerk vorgehen sollte. Ende 1983 wurde die amerikanisch-kolumbianische Anti-Drogen-Politik durch das Hawkins-Gilman Amendment bekräftigt.

Nach der Ermordung des kolumbianischen  Präsidentschaftskandidaten Luis Carlos Galan durch Escobars Kartell wurden 12.000 Mitglieder binnen weniger Tage verhaftet, viele Reichtümer wurden beschlagnahmt.

Der Narcoterrorismo war die Antwort auf die Razzien der Regierung: Bombenanschläge auf hochrangige Menschen wie Staatsanwälte, Richter oder Politiker trafen auch viele zivile Bürger und erschütterten das Land.

Pablo Escobars Tod und das nahende Ende des Kartells

Nach erfolgreichen Aufgabe-Verhandlungen durch Escobar und Kumpanen fand der offene Drogenkrieg ein Ende – der gefürchtete Drogenboss kam hinter Gitter. In El Cathedral (die Kathedrale), einem luxuriösen Gefängnis der besonderen Art. Es wurde extra für Escobar gebaut. Dort wurde er teilweise durch eigene Leute bewacht und hatte viele Annehmlichkeiten, er durfte zum Beispiel Edelprostituierte empfangen. Nach der Bestellung und Ermordung zweier Brüder und führender Mitglieder des Medellín-Kartells in Escobars Gefängnis, brach das Kartell zusammen und Pablo Escobar floh, auch weil er in ein anderes Gefängnis verlegt werden sollte. 

Pablo Escobar Fakten

Am 2. Dezember 1993 wurde Escobar durch eine US-amerikanisch-kolumbianische Elite-Einheit in Medellín erschossen. Der Autor Mark Bowden schildert in seinem faktenbasierten Buch Killing Pablo: Die Jagd auf Pablo Escobar, Kolumbiens Drogenbaron die gründlich recherchierten Hintergründe.


Was sagt Ihr zur Geschichte Escobars? Warum glaubt Ihr, lassen sich solche Drogenkartelle auch heute nicht wirksam bekämpfen? Stellt die Legalisierung von Drogen vielleicht eine wirksame Waffe im Kampf gegen organisiertes Verbrechen dar, so wie es von Uruguay bereits vorgemacht wurde? Schreibt Eure Meinung in die Kommentare und lasst uns diskutieren!

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