Start Unterhaltung Kommentar Pet Rocks - Mit Steinen als Haustier zum Millionär

Pet Rocks – Mit Steinen als Haustier zum Millionär

Manche Menschen kommen wirklich auf verrückte Ideen, wenn sie sich neue Produkte ausdenken, die die Menschheit brauchen könnte. Beispielsweise gibt es Raumspray mit der Note „Hühnersuppe“ oder Zahnpasta, die nach Bacon schmeckt. Doch Gary Dahl, dem Inhaber einer Marketing-Agentur, kam ein besonders merkwürdiger Einfall, denn er vermarktete Steine als Haustiere und wurde durch die Pet Rocks in kurzer Zeit zum Millionär.

Pet Rocks wurden in einer Bar geboren

Man sagt oft, dass man die besten Ideen nicht an seinem Schreibtisch entwickelt. Zu angestrengt versucht man, genial zu sein und ist dabei oft eher frustriert. Lässt man seinen Gedanken dagegen einfach im Alltag freien Lauf, dann entstehen manchmal die fantastischsten Einfälle. So ging es auch Gary Dahl, dem Besitzer einer Marketing-Agentur aus Los Gatos in Kalifornien. Im April 1975 verlebte er gemeinsam mit seinen Freunden einen geselligen, bierlastigen Abend in einer Bar. Dabei beschwerten sich seine Freunde über ihre Haustiere, sie würden zu viel Dreck machen, nicht gehorchen, die Möbel zerkratzen und einfach viel Zeit kosten.

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Dahl vertrat daraufhin die Meinung, dass das optimale Haustier also offensichtlich ein Stein wäre, da dieser all diese Nachteile nicht besitzt. Natürlich lachten alle über den schrägen Einfall, der zunächst sicher auch nur ein Scherz war. Doch der Gedanke ließ ihn nicht los und keimte Tag für Tag weiter auf, bis er sich schließlich für die Umsetzung entschied.

Die Anleitung für „Pet Rock“-Besitzer

Gary Dahl ging an die Arbeit und entwickelte zunächst einen Leitfaden für die Pflege und Aufzucht für Pet Rocks. Auf 32 Seiten erklärte er darin dem künftigen Besitzer, wie so ein Pet Rock gehegt und gepflegt werden musste, was die perfekte Möglichkeit für unzählige Witze und Wortspiele bot. So erklärte der Schöpfer, dass die Pet Rocks natürlich keine gewöhnlichen Steine seien, sondern auf eine lange Reihe von Vorfahren zurückblicken können, die bereits in den alten Pyramiden und in den Pflastersteinen antiker Städte Europas zuhause waren.

Pet Rock
Der süße Pet Rock „Bob“ ist schon Teil seiner Familie geworden, Quelle: Flickr/Andrew Booth

Nachdem sich das Pet Rocks drei Tage nach Eintreffen der Lieferung in seiner Box akklimatisiert hat, sollte man es vorsichtig aus der Box nehmen, schrieb Dahl. Dann war es auch schon langsam an der Zeit, dem Pet Rocks wichtige Kommandos einzubläuen aber auch einfache Tricks beizubringen. „Sitz“, „Bleib“ und „Runter“ seien Elementare Befehle, die jedes Pet Rock beherrschen müsste, um seinem Besitzer Freude zu bringen.

Darüber hinaus könnte man es dann auch mit kleinen Kunststücken wie „Stell dich tot“ oder „Roll rüber“ versuchen. „Gib Pfötchen“ und „Hol Stöcken“ funktionierten dagegen eher schlecht. Andere Kommandos wie „Angriff“ seien sowohl auf kurzer als auch langer Distanz problemlos möglich, wenn der Besitzer ein wenig nachhilft. Man merkt, der Erfinder hatte eine gute Portion Humor und wusste genau, wie er seine Idee vermarkten könnte.

Produktion

Pet Rock Box
Die „Pet Rock“-Box

Nachdem er die witzige Anleitung – die für einen großen Teil des späteren Erfolges verantwortlich war – fertiggestellt hatte, bestellte er eine große Ladung rundgeschliffener Steine vom Rosarito Beach in Mexiko. Außerdem besorgte er sich Stroh, mit dem er die Lieferboxen auskleiden konnte, fast wie bei echten Tieren. Natürlich machte er sich auch über die Boxen Gedanken, denn als Marketing-Manager wusste er, wie man solch eine Idee präsentieren musste, damit sie schlussendlich auch Erfolg hat.

Er gestaltete einen bräunlichen Pappkarton mitsamt Tragegriff, Luftlöchern und der Aufschrift, dass der Karton einen reinrassigen Pet Rock enthielt. Darin wurde der Pet Rock gemeinsam mit dem Stroh und der Aufzuchtanleitung an den Kunden ausgeliefert. Die aufwendige Box stellte dabei den größten Teil seiner Ausgaben dar.

Millionenfacher Absatz der Pet Rocks

Dank seiner genialen Ideen fürs Marketing machten die Pet Rocks Gary Dahl steinreich. Denn nach dem Beginn der Vermarktung erschien im Dezember 1975 auch ein Artikel in der New York Times über die possierlichen Stein-Haustiere. Durch die Aufmerksamkeit aus diesem Artikel, dem geringen Preis von knapp vier Dollar und dem Verkauf bei großen Kaufhausketten wie Macy’s und Bloomingdales konnten innerhalb von nur sechs Monaten rund fünf Millionen Exemplare verkauft werden. Da die Produktionskosten so gering waren, verdiente Dahl damit etwa 15 Millionen Dollar. Dieser sagenhafte Erfolg brachte ihm sogar einen Eintrag im Oxford English Dictionary ein, denn der Ausdruck „Pet Rock“ wird dort als kurzfristige Modeerscheinung sowie als nutz- und sinnlos definiert.

Nach dem kurzen Hype um die steinernen Haustiere brach die Begeisterung aber schnell wieder ab und die Produktion wurde eingestellt. Doch 2012 kehrten die „Tierchen“ auf den Markt zurück, inzwischen vertrieben durch Rosebud Entertainment.


Was sagt Ihr zu dieser genialen Idee? Würdet Ihr Euch so ein Pet Rock zulegen oder ist es Eurer Meinung nach totaler Quatsch? Wir finden das Produkt wirklich witzig und sind begeistert von Gary Dahls Pet Rocks.

Quelle Titelbild: Wikipedia/Owner of Pet Rock Net

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